Aufklärung, kein Verkauf. Unabhängige Wissenssammlung. Keine Empfehlung, keine Anleitung, kein Verkauf von Anwendungen am Menschen.

Was das heißt

Register

Peptide A bis Z

Jede Position mit eigenem Beitrag: Chemie, Wirkmechanismus, Studienlage mit Evidenzstufe, Studienprotokolle, Sicherheit, Rechtslage, Wissenslücken und Quellen. Filter nach Themenfeld oder Forschungsziel, sortierbar nach Name oder Evidenzstärke.

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Gewicht & Metabolismus

5-Amino-1MQ

Evidenz C

Kleinmolekül und NNMT-Hemmstoff, kein Peptid, ohne jede Untersuchung am Menschen

5-Amino-1MQ ist kein Peptid, sondern ein kleines synthetisches Molekül. Es hemmt das Enzym NNMT, das im Fettgewebe den Methylgruppen- und NAD+-Haushalt beeinflusst. In Zellkultur und in fett gemästeten Mäusen führte die Hemmung zu weniger Körperfett, besserer Glukosetoleranz und weniger Leberverfettung. Am Menschen ist der Stoff nie untersucht worden. Es gibt keine Zulassung, keine Aufnahmedaten und keine Veröffentlichung zur Sicherheit beim Menschen.

FettverbrennungMitochondrien & Energie

Haut & Ästhetik

AHK-Cu

Evidenz D

Kupferkomplex eines Tripeptids mit Alanin statt Glycin, ein Vielfaches dünner belegt als GHK-Cu

AHK-Cu ist der Kupferkomplex des Tripeptids Ala-His-Lys. Er unterscheidet sich von GHK-Cu nur durch eine Aminosäure: Alanin statt Glycin. In der Literatur findet sich dazu eine einzige Studie aus dem Jahr 2007, die an menschlichen Haarfollikeln ex vivo und an kultivierten Dermapapillazellen durchgeführt wurde. Humanstudien existieren nicht. Wer AHK-Cu mit den Daten von GHK-Cu bewirbt, überträgt Befunde zwischen zwei verschiedenen Molekülen.

Haut & Kollagen

Zubehör

Alkoholtupfer

Evidenz B

Einzeln verpackte Tupfer mit 70 bis 75 % Isopropylalkohol

Alkoholtupfer dienen der Desinfektion von Haut und Septen vor einer Punktion. Die Wirkung hängt weniger vom Tupfer als von der Einwirkzeit ab: Alkohol tötet Keime nur, solange er feucht auf der Fläche bleibt. In Studien und Leitlinien ist deshalb nicht die Frage strittig, ob desinfiziert wird, sondern wie lange gewartet wird und welche Substanz wofür geeignet ist.

Gewicht & Metabolismus

AOD-9604

Evidenz B

C-terminales Fragment des Wachstumshormons, Entwicklung 2007 eingestellt, nicht zugelassen

AOD-9604 ist ein kurzes Peptid aus dem Ende des humanen Wachstumshormons. In Nagermodellen steigerte es die Fettoxidation, ohne den Blutzucker zu verändern. Diese Daten trugen ein Entwicklungsprogramm, das bis in eine Phase-2b-Studie mit 502 randomisierten Teilnehmenden führte. Die Studie verfehlte 2007 ihren Endpunkt, und der Hersteller stellte die Entwicklung ein. Bis heute ist keine der Humanstudien vollständig publiziert, und es gibt keine Messung dazu, wie viel von einer Gabe beim Menschen im Blut ankommt.

Fettverbrennung

Zubehör

Bakteriostatisches Wasser

Evidenz A

Steriles Wasser mit 0,9 % Benzylalkohol als Konservierungsmittel

Bakteriostatisches Wasser ist steriles Wasser für Injektionszwecke mit einem Zusatz von Benzylalkohol, meist 0,9 %. Der Zusatz hemmt das Wachstum von Bakterien, wenn eine Mehrfachentnahme aus derselben Durchstechflasche erfolgt. Für die Herstellung von Lösungen aus Lyophilisaten ist die Konservierung praktisch, aber nicht neutral: Benzylalkohol kann Peptide verändern, und für Neugeborene ist er giftig.

Heilung & Regeneration

BPC-157

Evidenz C

Synthetisches Pentadecapeptid aus einer Magensaft-Proteinsequenz

BPC-157 ist ein 15 Aminosäuren langes Peptid, dessen Sequenz aus einem im Magensaft vorkommenden Proteinabschnitt abgeleitet wurde. In Tiermodellen wurde eine ungewöhnlich breite Wirkung auf Gewebereparatur, Gefäßneubildung und Darmentzündung beschrieben. Am Menschen gibt es genau eine abgeschlossene kontrollierte Studie, und die fiel negativ aus. Eine Humanpharmakokinetik existiert bis heute nicht, und ein molekularer Zielrezeptor ist nicht identifiziert.

Gewebe & RegenerationEntzündung & Darm

Heilung & Regeneration

BPC-157 + TB-500

Evidenz D

Mischung zweier Peptide in einem Vial, ohne Studie zur Kombination am Menschen

BPC-157 und TB-500 werden häufig in einem Vial oder in einer Spritze kombiniert, weil beide Gewebereparatur adressieren. Für die Kombination am Menschen existiert keine einzige kontrollierte Studie. Eine randomisierte Rattenstudie mit vier Gruppen hat 2026 einen Kombinationsarm geprüft und keinen Zusatznutzen gegenüber den Einzelsubstanzen gefunden. Zur chemischen Verträglichkeit beider Peptide in einer Lösung gibt es keine Untersuchung, und in Mischvials wird die Reinheit der einzelnen Bestandteile in der Regel nicht getrennt ausgewiesen.

Gewebe & Regeneration

Gewicht & Metabolismus

Cagrilintide

Evidenz B

Langwirksames Amylin-Analogon, in Studien meist kombiniert mit Semaglutid, nicht zugelassen

Cagrilintide ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Bauchspeicheldrüsenhormons Amylin. Es wird einmal wöchentlich gespritzt und soll über Sättigung und verzögerte Magenentleerung die Nahrungsaufnahme senken. Die Phase-3-Studien prüfen es überwiegend in fester Kombination mit Semaglutid unter dem Namen CagriSema. In REDEFINE 1 sank das Gewicht nach 68 Wochen um 20,4 Prozent gegenüber 3,0 Prozent unter Placebo. Zugelassen ist Cagrilintid in keinem Land; in den USA läuft seit Dezember 2025 ein Zulassungsverfahren.

Appetit & Gewicht

Wachstum & Hormone

CJC-1295 (No DAC)

Evidenz D

GHRH-Analogon ohne die Albuminbindung, die CJC-1295 langlebig macht

CJC-1295 ist ein synthetisches Analogon des Wachstumshormon-Releasing-Hormons aus den ersten 29 Aminosäuren. Der Zusatz „mit DAC“ bezeichnet einen chemischen Anker, der das Peptid kovalent an Albumin bindet und die Halbwertszeit auf etwa eine Woche verlängert. Die Variante ohne DAC hat diesen Anker nicht. Für sie existiert keine einzige peer-reviewte Humanstudie; alle Angaben zu Halbwertszeit, Dosis und Wirkung sind aus anderen Molekülen abgeleitet.

Wachstumshormon

Wachstum & Hormone

CJC-1295 + Ipamorelin

Evidenz D

GHRH-Analogon plus Ghrelin-Rezeptor-Agonist: verbreitete Praxis, keine kontrollierte Studie

Die Kombination verbindet zwei Peptide, die an zwei verschiedenen Rezeptoren der Wachstumshormon-Achse ansetzen: das GHRH-Analogon CJC-1295 ohne DAC und den Ghrelin-Rezeptor-Agonisten Ipamorelin. In der Community ist sie weit verbreitet, kontrollierte Studien dazu gibt es nicht. Eine Abfrage des Studienregisters ClinicalTrials.gov ergab am 14.09.2026 null Treffer für beide Stoffe gemeinsam. Die Einzelstoffe sind unterschiedlich belegt: Ipamorelin hat Humanstudien, das GHRH-Analogon ohne DAC hat keine.

Wachstumshormon

Fokus, Stress & Schlaf

DSIP

Evidenz C

Nonapeptid aus der Schlafforschung der 1970er Jahre, dessen Name aus einem Tierversuch stammt

DSIP ist ein Nonapeptid, das 1977 aus dem Blut schlafender Kaninchen isoliert wurde. Der Name beschreibt diesen Tierversuch und ist keine gesicherte Wirkbezeichnung. Aus den 1980er Jahren gibt es kleine Humanstudien zu Schlafstörungen, darunter eine doppelblinde Crossover-Studie ohne klinisch bedeutsamen Nutzen. Kritische Übersichtsarbeiten bezeichnen die Hypothese eines körpereigenen Schlafhormons bis heute als schlecht belegt.

Schlaf & Regeneration

Longevity & Zellschutz

Epithalon

Evidenz C

Synthetisches Tetrapeptid aus der russischen Peptid-Gerontologie, Wirkmechanismus unbelegt

Epithalon ist ein Tetrapeptid aus vier Aminosäuren aus der russischen Peptid-Gerontologie. Die zentrale Behauptung lautet, es reaktiviere die Telomerase und verlängere Telomere. Sie stützt sich auf zwei Zellkulturarbeiten aus einem Institut; die gesamte Telomerase-Literatur zu dieser Substanz umfasst vier PubMed-Einträge aus demselben Autorenkreis. Eine Humanstudie mit Telomerase als Endpunkt existiert nicht. 2025 hat eine unabhängige Gruppe den Effekt in Zellkultur nachgemessen und zugleich eine Telomerverlängerung in Krebszelllinien gefunden.

Zellschutz & Anti-Aging

Haut & Ästhetik

GHK-Cu

Evidenz C

Kupferkomplex eines körpereigenen Tripeptids, Grundlage der Kupferpeptid-Kosmetik

GHK ist ein Tripeptid aus Glycin, Histidin und Lysin, das im Blut vorkommt und Kupfer bindet. Als GHK-Cu ist es der bekannteste Wirkstoff der Kupferpeptid-Kosmetik. Die Grundlagenliteratur stammt überwiegend von einem Forscher, der das Peptid auch kommerziell verwertet. Zellkultur und Nagermodelle zeigen Kollagen- und Entzündungseffekte, kontrollierte Studien am Menschen fehlen. Messungen zur Aufnahme sind ernüchternd: Durch intakte menschliche Haut permeierte in einer Ex-vivo-Arbeit praktisch nichts.

Haut & KollagenZellschutz & Anti-Aging

Haut & Ästhetik

GLOW Blend

Evidenz E

Mischung aus GHK-Cu, BPC-157 und TB-500 in einem Gefäß, ohne Studien zur Kombination

GLOW ist kein Wirkstoff, sondern ein Fertigprodukt: ein Gefäß mit den drei Peptiden GHK-Cu, BPC-157 und TB-500. Für die Kombination existiert keine einzige Studie, weder zur Wirkung noch zur Verträglichkeit noch zur Stabilität in Lösung. Jede Aussage zum Blend ist eine Zusammenrechnung von Einzelbefunden, die an unterschiedlichen Modellen und in unterschiedlichen Zubereitungen erhoben wurden. Die Reinheit lässt sich bei einer Mischung nur eingeschränkt prüfen, weil Gehaltsangaben meist die Gesamtmasse betreffen.

Haut & KollagenGewebe & Regeneration

Longevity & Zellschutz

Glutathion (GSH)

Evidenz C

Wichtigstes intrazelluläres Antioxidans, dessen orale Aufnahme als Tripeptid praktisch null ist

Glutathion ist ein Tripeptid aus drei Aminosäuren und das wichtigste Antioxidans im Zellinneren. Es ist Cofaktor für Entgiftungsenzyme und hält das Redoxgleichgewicht der Zelle. Als Arzneimittel ist es in Deutschland nicht zugelassen, und es existiert kein Cochrane-Review zu Glutathion. Oral aufgenommen wird das intakte Tripeptid im Darm gespalten: In einer kontrollierten Studie mit sieben Personen stieg nach einer Dosis von etwa drei Gramm kein einziger Messwert im Plasma an. Besser belegt sind Vorstufen wie Cystein plus Glycin und N-Acetylcystein, das als Arzneimittel zugelassen ist.

Zellschutz & Anti-Aging

Zubehör

Insulinspritzen

Evidenz A

Feindosierspritzen mit aufgedruckter Einheitenskala, 30G, 8 mm

Insulinspritzen sind Spritzen mit einer Skala in Insulineinheiten statt in Millilitern. Die gebräuchliche Variante mit 0,3 ml Fassungsvermögen und 30G-Kanüle erlaubt kleine Volumina in feinen Schritten, was sie in der Peptid-Szene zur Standardausrüstung macht. Die entscheidenden Fragen sind Messgenauigkeit, Totraum und Kanülenlänge, und zu allen drei gibt es belastbare Daten.

Wachstum & Hormone

Ipamorelin

Evidenz C

Pentapeptid, das Wachstumshormon über den Ghrelin-Rezeptor freisetzt

Ipamorelin ist ein synthetisches Pentapeptid und im Tiermodell der selektivste bekannte Agonist am Ghrelin-Rezeptor GHS-R1a. Anders als ältere Wachstumshormon-Sekretagoga erhöhte es im Schwein weder ACTH noch Kortisol, auch nicht bei sehr hohen Dosen. Am Menschen sind Kinetik und Hormonkurven gemessen, eine kontrollierte Studie zu Wachstum, Muskelmasse oder Fettmasse fehlt. Die beiden placebokontrollierten Phase-2-Programme prüften eine andere Indikation und verfehlten ihr Wirksamkeitsziel.

Wachstumshormon

Haut & Ästhetik

KLOW Blend

Evidenz E

Mischung aus vier Peptiden in einem Gefäß, für die keine Kombinationsstudie existiert

KLOW enthält laut Anbieter vier Peptide: GHK-Cu, BPC-157, TB-500 und KPV. Drei davon entsprechen dem Blend GLOW, KPV ist der entzündungshemmende Zusatz. Für die Kombination existiert keine Studie, und für den Zusatz KPV gibt es keine Daten zur Anwendung am Menschen: Die US-Arzneimittelbehörde stellt ausdrücklich fest, dass keine Exposition des Menschen dokumentiert ist. Je mehr Bestandteile ein Produkt hat, desto schwieriger wird die analytische Prüfung und desto unklarer die Zuordnung von Wirkungen und Beschwerden.

Haut & KollagenGewebe & Regeneration

Heilung & Regeneration

KPV

Evidenz D

Tripeptid aus dem Ende des alpha-MSH, ohne nachgewiesenen Rezeptorangriffspunkt

KPV ist ein Peptid aus drei Aminosäuren und entspricht dem Ende des körpereigenen Hormons alpha-MSH. In Zellkultur und in Tiermodellen wurden entzündungshemmende Wirkungen beschrieben. Die in der Szene verbreitete Erklärung, KPV wirke über den Melanocortin-Rezeptor MC1R, wird durch Bindungsstudien nicht gestützt: KPV verdrängt alpha-MSH nicht von diesem Rezeptor. Beim Menschen gibt es keine einzige veröffentlichte Studie, und für intakte menschliche Haut ist keine Aufnahme nachgewiesen.

Entzündung & Darm

Haut & Ästhetik

Melanotan II

Evidenz D

Nicht zugelassenes Melanokortin-Analogon, das über den Schwarzmarkt vertrieben wird

Melanotan II ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Melanokortin-Hormons α-MSH. Es bräunt die Haut, greift aber gleichzeitig in Appetit, Blutdruck, Herzfrequenz und Sexualfunktion ein. Es ist weltweit in keinem Land zugelassen, in Deutschland warnt das BfArM seit 2010, in Australien ist es verschreibungspflichtig, ohne als Bräunungsmittel zugelassen zu sein. Fallberichte dokumentieren Priapismus, Übelkeit, Kreislaufreaktionen, veränderte Leberflecken und Melanome.

Pigment & Tanning

Longevity & Zellschutz

MOTS-c

Evidenz C

Mitochondrial kodiertes Peptid aus 16 Aminosäuren, dessen Wirkung am Menschen ungeprüft ist

MOTS-c ist ein Peptid aus 16 Aminosäuren, das nicht im Zellkern, sondern im Erbgut der Mitochondrien kodiert ist. Es wirkt als Signal aus dem Mitochondrium in den Zellkern und aktiviert den Energiesensor AMPK. In Mausmodellen verbessert es Glukosestoffwechsel und Insulinempfindlichkeit. Am Menschen ist MOTS-c bisher nur gemessen, nie gegeben worden: Es gibt keine abgeschlossene Studie mit MOTS-c als Behandlung, keine Pharmakokinetik und keine Halbwertszeit. Zusätzlich liefern zwei Messverfahren Werte, die um etwa den Faktor 1000 auseinanderliegen.

Mitochondrien & EnergieFettverbrennung

Fokus, Stress & Schlaf

N-Acetyl Semax

Evidenz D

N-terminal acetyliertes Semax, in keinem Land zugelassen und ohne Humanstudie

N-Acetyl-Semax ist Semax mit einer Acetylgruppe am N-terminalen Ende. Diese Modifikation soll das Peptid vor dem Abbau durch Peptidasen schützen. Belegt ist das nicht: Es gibt keine Humanstudie, keine Humanpharmakokinetik und keine veröffentlichte Tierstudie, die das acetylierte Peptid direkt mit dem nicht acetylierten vergleicht. Die Datenlage besteht aus einer In-vitro-Arbeit zur Metallbindung und einer kurzen russischen Mitteilung.

Kognitive Leistung

Longevity & Zellschutz

NAD+

Evidenz C

Körpereigenes Dinukleotid für Redoxreaktionen und Sirtuine, chemisch kein Peptid

NAD+ ist ein körpereigenes Coenzym aus zwei Nukleotiden. Ohne NAD+ läuft keine Redoxreaktion der Atmungskette, und Sirtuine sowie PARP-Enzyme verbrauchen es als Substrat. In menschlicher Haut sinkt der Gehalt mit dem Alter; für Muskel und Blut sind die Daten widersprüchlich. Zu oralen Vorstufen gibt es viele randomisierte Studien, die fast alle den NAD+-Spiegel messen statt einen klinischen Endpunkt. Zu intravenösem NAD+ existiert genau eine randomisierte Studie, und deren klinische Endpunkte blieben unverändert.

Mitochondrien & EnergieZellschutz & Anti-Aging

Fokus, Stress & Schlaf

Pinealon

Evidenz D

Synthetisches Tripeptid aus der russischen Peptid-Bioregulator-Forschung

Pinealon ist ein synthetisches Tripeptid mit der Sequenz Glu-Asp-Arg. Es gehört zur Gruppe der Peptid-Bioregulatoren um Wladimir Chawinson (Vladimir Khavinson) in St. Petersburg, die kurzen Peptiden eine direkte Steuerung der Genaktivität zuschreibt. Ein großer Teil der Literatur stammt aus diesem Institut oder entstand mit seiner Beteiligung. In Zellkulturen wurden weniger freie Radikale und eine höhere Überlebensrate beschrieben; kontrollierte Humanstudien fehlen, eine Arzneimittelzulassung gibt es nicht.

Kognitive LeistungSchlaf & Regeneration

Fokus, Stress & Schlaf

Selank

Evidenz C

Tuftsin-Analogon aus sieben Aminosäuren, in Russland als Angstmittel zugelassen

Selank ist ein synthetisches Heptapeptid und leitet sich vom körpereigenen Tuftsin ab. In Russland ist es als Nasentropfen gegen Angstzustände und Neurasthenie zugelassen, außerhalb Russlands gibt es keine Zulassung. Die klinische Datenlage stützt sich auf eine kleine russische Vergleichsstudie ohne Placebogruppe. Unabhängige Nachprüfungen der Wirkung am Menschen fehlen.

Stress & Angst

Gewicht & Metabolismus

Semaglutide

Evidenz A

GLP-1-Rezeptor-Agonist mit Zulassung für Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Risiko

Semaglutid ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Darmhormons GLP-1 und der am besten untersuchte Wirkstoff dieser Klasse. Es ist als Arzneimittel in der EU und in den USA zugelassen, unter anderem zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und von Adipositas. In der Zulassungsstudie STEP 1 sank das Körpergewicht nach 68 Wochen um 14,9 Prozent gegenüber 2,4 Prozent unter Placebo. In der SELECT-Studie mit 17 604 Teilnehmenden verringerte sich zusätzlich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulären Tod.

Appetit & GewichtFettverbrennung

Fokus, Stress & Schlaf

Semax

Evidenz C

ACTH(4-10)-Analogon mit C-terminalem Pro-Gly-Pro, in Russland seit 1994 zugelassen

Semax ist ein synthetisches Peptid aus sieben Aminosäuren. Es leitet sich vom ACTH-Fragment (4-10) ab, ist aber hormonell unwirksam. In Russland ist es als Nasentropfen gegen den akuten ischämischen Schlaganfall zugelassen, außerhalb Russlands gibt es keine Zulassung. Die Studienlage besteht überwiegend aus Rattenmodellen; die wenigen Arbeiten am Menschen sind klein und offen geführt.

Kognitive Leistung

Wachstum & Hormone

Sermorelin

Evidenz C

GHRH-Analogon aus 29 Aminosäuren mit kurzer Verweildauer im Blut

Sermorelin ist der erste Abschnitt des humanen Wachstumshormon-Releasingfaktors (GHRH) und 29 Aminosäuren lang. GHRH ist der Stoff, mit dem das Gehirn die Freisetzung von Wachstumshormon steuert, und Sermorelin regt die Hypophyse an, eigenes Wachstumshormon auszuschütten. Bei Kindern mit nachgewiesenem Wachstumshormonmangel stieg die Wachstumsgeschwindigkeit in einer offenen Studie deutlich an; eine Wirkung auf die Endgröße wurde nie bestimmt. Die beiden US-Zulassungen wurden 2009 auf Antrag des Inhabers zurückgezogen, und in Deutschland steht Sermorelin auf der Doping-Verbotsliste.

Wachstumshormon

Longevity & Zellschutz

SS-31 (Elamipretide)

Evidenz B

Tetrapeptid, das Cardiolipin an der inneren Mitochondrienmembran bindet, seit 2025 zugelassen

SS-31 ist ein synthetisches Tetrapeptid, das sich an Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran anlagert und dort den Elektronentransport stabilisiert. In Tiermodellen verbessert es Mitochondrienfunktion und Belastungstoleranz. Die entscheidende randomisierte Phase-3-Studie bei primärer mitochondrialer Myopathie mit 218 Teilnehmern verfehlte beide primären Endpunkte. Für das Barth-Syndrom ist es 2025 in den USA beschleunigt zugelassen worden, auf Basis der Knie-Extensor-Kraft aus der offenen Verlängerungsphase. In der EU besteht keine Zulassung.

Mitochondrien & EnergieZellschutz & Anti-Aging

Heilung & Regeneration

TB-500

Evidenz C

N-acetyliertes Heptapeptid aus der Aktin-Bindungsregion von Thymosin beta-4

TB-500 ist ein synthetisches Peptid aus sieben Aminosäuren. Seine Sequenz entspricht dem Abschnitt 17 bis 23 des körpereigenen Proteins Thymosin beta-4, der dort an Aktin bindet. Ab 2011 wurde es zuerst als Tiermedizinprodukt für Pferde und Windhunde vermarktet. Eine Literaturdurchsicht der US-Arzneimittelbehörde FDA ergab, dass TB-500 in keiner veröffentlichten Arbeit am Menschen gegeben wurde. Anders als die meisten Peptide dieses Portals steht TB-500 namentlich in der Anlage zum deutschen Anti-Doping-Gesetz.

Gewebe & Regeneration

Wachstum & Hormone

Tesamorelin

Evidenz A

GHRH-Analogon mit Zulassung zur Reduktion von Bauchfett bei HIV-Lipodystrophie

Tesamorelin ist ein synthetisches Analogon des humanen Wachstumshormon-Releasing-Hormons mit 44 Aminosäuren und einem N-terminalen Fettsäurerest, der es stabiler macht. Es ist seit 2010 in den USA zur Reduktion von überschüssigem Bauchfett bei HIV-infizierten Erwachsenen mit Lipodystrophie zugelassen und senkt in randomisierten Studien das viszerale Fettgewebe um etwa 15 bis 18 Prozent, während das Unterhautfettgewebe weitgehend unverändert bleibt. In der EU wurde der Zulassungsantrag 2012 zurückgezogen, nachdem der Ausschuss den Nutzen im Verhältnis zum Risiko als nicht belegt ansah.

WachstumshormonFettverbrennung

Wachstum & Hormone

Tesamorelin + Ipamorelin

Evidenz D

Zugelassenes GHRH-Analogon plus Ghrelin-Rezeptor-Agonist: verbreitete Praxis, keine kontrollierte Studie

Die Kombination verbindet Tesamorelin, ein zugelassenes GHRH-Analogon zur Reduktion von überschüssigem Bauchfett, mit dem nicht zugelassenen Ghrelin-Rezeptor-Agonisten Ipamorelin. Für Tesamorelin allein gibt es zwei randomisierte Phase-3-Studien mit viszeralem Fett als Endpunkt, für die Kombination keine einzige Studie. Eine Abfrage des Studienregisters ClinicalTrials.gov ergab am 14.09.2026 null Treffer für beide Stoffe gemeinsam. Ob sich die Wirkungen addieren oder die Risiken verstärken, ist nicht gemessen.

WachstumshormonFettverbrennung

Heilung & Regeneration

Thymosin Alpha-1

Evidenz A

Synthetisches 28-Aminosäuren-Peptid, in einigen Ländern als Arzneimittel zugelassen

Thymosin Alpha-1 ist ein synthetisches Peptid aus 28 Aminosäuren, das die körpereigene Vorstufe Prothymosin alpha nachahmt. Anders als die meisten Peptide dieses Portals ist es in einigen Ländern als Fertigarzneimittel zugelassen, in Italien unter dem Namen Zadaxin. Es wurde gegen chronische Hepatitis B und C, bei Sepsis und während der COVID-19-Pandemie in großen randomisierten Studien geprüft. Die beiden größten Studien zur Sepsis und die systematischen Übersichten zur COVID-19-Erkrankung fanden keinen Nutzen. In den USA ist kein Thymalfasin-haltiges Arzneimittel zugelassen.

Immunmodulation

Gewicht & Metabolismus

Tirzepatide

Evidenz A

Dualer GIP- und GLP-1-Rezeptor-Agonist, zugelassen für Diabetes, Adipositas und Schlafapnoe

Tirzepatide ist ein synthetisches Peptid aus 39 Aminosäuren, das gleichzeitig an zwei Darmhormon-Rezeptoren wirkt: GIP und GLP-1. Es ist in der EU und in den USA zugelassen, für Typ-2-Diabetes und für Gewichtsmanagement. In der Zulassungsstudie SURMOUNT-1 sank das Körpergewicht nach 72 Wochen um bis zu 20,9 Prozent gegenüber 3,1 Prozent unter Placebo. In SURPASS-CVOT wurde bei Typ-2-Diabetes gezeigt, dass die Rate kardiovaskulärer Ereignisse nicht höher liegt als unter Dulaglutid.

Appetit & GewichtFettverbrennung

Gewicht & Metabolismus

Tripple-G

Evidenz B

Retatrutid: Dreifachagonist an GIP-, GLP-1- und Glukagon-Rezeptor, weltweit nicht zugelassen

Unter dem Namen Tripple-G wird im Sortiment das Molekül Retatrutid geführt, ein synthetisches Peptid, das gleichzeitig an drei Rezeptoren wirkt: GIP, GLP-1 und Glukagon. In der Phase-2-Studie an Menschen mit Adipositas sank das Körpergewicht nach 48 Wochen um bis zu 24,2 Prozent. Die Phase-3-Programme TRIUMPH und TRANSCEND laufen oder sind abgeschlossen; erste Ergebnisse wurden 2026 mitgeteilt. Zugelassen ist Retatrutid in keinem Land.

Appetit & GewichtFettverbrennung

Themenfelder

Die Evidenzstufe (A bis E) bewertet die Belastbarkeit der Studienlage, nicht die Stärke einer Wirkung. Details zur Bewertung stehen unter Methodik.