BPC-157 + TB-500
Mischung zweier Peptide in einem Vial, ohne Studie zur Kombination am Menschen
Auch bekannt als: BPC-157 TB-500 Blend · BPC-157/TB-500 · Wolverine Stack · TB-500 + BPC-157 Mischvial
Kurzfassung
BPC-157 und TB-500 werden häufig in einem Vial oder in einer Spritze kombiniert, weil beide Gewebereparatur adressieren. Für die Kombination am Menschen existiert keine einzige kontrollierte Studie. Eine randomisierte Rattenstudie mit vier Gruppen hat 2026 einen Kombinationsarm geprüft und keinen Zusatznutzen gegenüber den Einzelsubstanzen gefunden. Zur chemischen Verträglichkeit beider Peptide in einer Lösung gibt es keine Untersuchung, und in Mischvials wird die Reinheit der einzelnen Bestandteile in der Regel nicht getrennt ausgewiesen.
- Bestandteile
- 2 Peptide
- Humanstudien zur Kombination
- 0
- Daten zur Mischbarkeit in Lösung
- keine
- Zulassungen weltweit
- keine
Was der Stoff ist
- Klasse
- Mischung zweier synthetischer Peptide unterschiedlicher Länge in einem Behältnis. BPC-157 ist ein Pentadecapeptid, TB-500 ein N-acetyliertes Heptapeptid.
- Sequenz
- BPC-157: Gly-Glu-Pro-Pro-Pro-Gly-Lys-Pro-Ala-Asp-Asp-Ala-Gly-Leu-Val. TB-500: Ac-Leu-Lys-Lys-Thr-Glu-Thr-Gln-OH. Als Mischung hat das Produkt keine eigene Sequenz.
- Summenformel
- Keine einheitliche Summenformel, weil zwei verschiedene Moleküle vorliegen.
- Molare Masse
- BPC-157: 1419,6 g/mol. TB-500: 889,01 g/mol (freie Base beziehungsweise 949,1 g/mol als Acetat).
- CAS-Nummer
- BPC-157: 137525-51-0. TB-500: 885340-08-9 (freie Base).
- Herkunft
- Beide Bestandteile haben getrennte Herkunftsgeschichten: BPC-157 stammt aus einer Sequenz im menschlichen Magensaftprotein, TB-500 aus der Aktin-Bindungsregion von Thymosin beta-4. Die Zusammenstellung zu einem Produkt ist keine wissenschaftliche Entwicklung, sondern eine Marktentscheidung. Es gibt kein Zulassungsdossier und keine standardisierte Prüfmethode.
Wirkmechanismus
Was im molekularen Versuch passiert. Jede Zeile nennt die Zielstruktur und die Belege.
-
Für BPC-157 beschreibt eine unabhängige Arbeitsgruppe eine Verstärkung der Gefäßneubildung über den VEGF-Rezeptor 2 in Zellkultur. Das ist der wichtigste theoretische Sicherheitsvorbehalt für diesen Bestandteil.
Überlagerung beider Bestandteile1
unklar
Beide Bestandteile werden mit Gewebereparatur in Verbindung gebracht, über unterschiedliche angenommene Wege. Ob sich diese addieren oder aufheben, ist nie gemessen worden. Die einzige Studie mit Kombinationsarm fand keinen Zusatznutzen.
Was belegt ist und wie gut
Jede Aussage mit Evidenzstufe und Bewertung. „Anerkannt“ heißt: von der Fachwelt getragen. „Spekulativ“ heißt: es gibt eine Hypothese, aber keine belastbare Prüfung.
Genau eine randomisierte Tierstudie mit Kombinationsarm, dazu Einzelstoffdaten aus Zellkultur und Tiermodell. Keine Humanstudie, keine Untersuchung zum Mischprodukt selbst, keine Daten zur chemischen Verträglichkeit in Lösung.
Warum nicht höher: Für die Kombination als Kombination existiert nur eine explorative Rattenstudie mit kleiner Fallzahl, und ihr Ergebnis ist negativ für den Zusatznutzen. Für das Produkt, also das Mischvial mit seinen Qualitätsfragen, existiert überhaupt keine Untersuchung. Dieser Teil läge auf Stufe E. Die Stufe D gilt nur, weil eine kontrollierte Tierstudie vorhanden ist.
Es existiert keine veröffentlichte kontrollierte Studie, in der die Kombination aus BPC-157 und TB-500 einem Menschen verabreicht wurde.2,3,14,17
Evidenz D anerkannt · Grundlage sind die behördlichen Literaturdurchsichten zu beiden Einzelstoffen sowie eine systematische Übersicht aus der Sportmedizin. Alle drei Quellen finden keine klinische Studie.
In der einzigen randomisierten Studie mit einem Kombinationsarm brachte die Gabe beider Peptide keinen zusätzlichen Vorteil gegenüber der Gabe eines einzelnen Peptids.1
Evidenz C anerkannt · Vier Gruppen mit je acht Ratten, vier Wochen Nachbeobachtung, Achillessehnenmodell. Explorative Arbeit mit kleiner Fallzahl und ohne Verblindung.
Zur chemischen Verträglichkeit der beiden Peptide in einer gemeinsamen Lösung existiert keine Untersuchung.2,3,15
Evidenz D anerkannt · Weder die behördlichen Bewertungen noch die Fachliteratur enthalten eine Kompatibilitätsstudie. Bekannt ist nur allgemein, dass Peptide in Lösung empfindlich auf Säuregrad und Konzentration reagieren.
Studien am Menschen
Was am Menschen tatsächlich gemessen wurde. Tierstudien stehen bewusst nicht hier, sondern im Abschnitt zur Evidenz.
- Population
- 32 männliche Sprague-Dawley-Ratten, 12 Wochen alt, Sehnendurchtrennung und Naht · n = 32 (4 Gruppen zu 8)
- Endpunkte
- Reißlast, histologische Scores nach Bonar und Movin, Kollagen I und III
- Ergebnis
- BPC-157 und TB-500 einzeln verbesserten einzelne Heilungsparameter, TB-500 statistisch signifikant bei der Reißlast. Die Kombination beider Peptide brachte keinen zusätzlichen Vorteil gegenüber den Einzelsubstanzen. Die Autoren vermuten überlappende Signalwege, halten das aber für unbelegt.
- Population
- Alle eingeschlossenen Studien zu BPC-157 an Bewegungsapparat und Sportmedizin
- Endpunkte
- Strukturierte Bewertung der vorhandenen Literatur
- Ergebnis
- Es wurden ausschließlich Tier- und Zellkulturarbeiten gefunden, keine klinische Studie am Bewegungsapparat. Die Autoren bewerten die Datenlage als unzureichend für eine Anwendung am Menschen. Zur Kombination mit TB-500 enthält die Übersicht keine Studie.
Pharmakokinetik
Was der Körper mit dem Stoff macht: Aufnahme, Verteilung, Abbau.
- Halbwertszeit
- Für die Kombination nicht gemessen. Für die Einzelstoffe: TB-500 war im Pferd nach einer Gabe von 10 mg unter die Haut nach 6 bis 10 Stunden nicht mehr quantifizierbar. Für BPC-157 liegt keine veröffentlichte Messung vor.
- Aufnahme / Bioverfügbarkeit
- Für keinen der beiden Bestandteile liegt eine Humanpharmakokinetik vor. Die US-Arzneimittelbehörde hält für BPC-157 ausdrücklich fest, dass sie nach oraler, subkutaner, nasaler und transdermaler Gabe keine Humanpharmakokinetik gefunden hat.
- Spitzenkonzentration
- Für die Kombination nicht gemessen.
- Abbau
- Beide Peptide werden durch körpereigene Eiweißspaltungsenzyme abgebaut. Für TB-500 ist das Metabolitenmuster beschrieben, für BPC-157 nicht. Weil die beiden Bestandteile unterschiedlich schnell abgebaut werden, ist ein festes Mengenverhältnis im Vial pharmakologisch nicht begründbar. Peptide in wässriger Lösung unterliegen zudem Hydrolyse, Oxidation, Deamidierung und Aggregation, abhängig von Säuregrad, Konzentration und Ionenstärke.
- Ausscheidung
- Nicht bestimmt.
Der entscheidende Punkt ist die fehlende Messung beider Bestandteile am Menschen. Ohne sie lässt sich weder eine wirksame Menge noch ein sinnvolles Verhältnis der beiden Peptide zueinander ableiten. Jede im Umlauf befindliche Verhältnisangabe ist eine Setzung, keine Ableitung aus Daten.
Protokolle aus der Literatur
Diese Angaben beschreiben, wie in einer bestimmten Studie dosiert wurde. Sie sind der Grund, warum im Umlauf Zahlen kursieren, und ausdrücklich kein Vorschlag für irgendetwas.
Dosisangaben aus Tierstudien lassen sich nicht auf Menschen umrechnen. Wer das versucht, ignoriert Unterschiede in Stoffwechsel, Aufnahme und Empfindlichkeit.
Handhabung im Labor
Umgang mit der Substanz, nicht mit dem Menschen: ansetzen, lagern, typische Fehler.
- Rekonstitution
- Zwei Fälle sind zu unterscheiden. Liegen beide Peptide bereits als Trockenpulver in einem Vial, ist eine getrennte Auflösung nicht möglich; dann ist auch keine getrennte Prüfung der Bestandteile möglich. Werden zwei Vials getrennt gelöst und erst in der Spritze vereinigt, entsteht die Mischung unmittelbar vor der Verwendung. Für keinen der beiden Wege gibt es veröffentlichte Stabilitätsdaten.
- Lagerung
- Für Mischvials gibt es keine veröffentlichte Lagerungsempfehlung. Für die Einzelstoffe gilt: Lyophilisat tiefgekühlt (etwa −20 °C), trocken und lichtgeschützt, rekonstituierte Lösung 2 bis 8 °C. Gemischte Lösungen sind schlechter beurteilbar als Einzellösungen, weil sich Abbauprodukte beider Peptide überlagern.
- Lösungsmittel
- Beide Einzelstoffe werden üblicherweise in sterilem Wasser gelöst. Peptide haben unterschiedliche Vorzugswerte für den Säuregrad einer Lösung; ob eine gemeinsame Lösung für beide im günstigen Bereich liegt, ist nicht untersucht.
- Auftauen
- Aliquote vor dem Einfrieren bilden. Bei Mischungen potenzieren sich die Verluste, weil zwei Peptide gleichzeitig betroffen sind. Quantifiziert ist das nicht.
Grundregeln für den Umgang
- Getrennt ansetzen, getrennt dokumentieren und erst unmittelbar vor Verwendung vereinigen. Analysenzertifikat für jeden Bestandteil einzeln anfordern; ein Sammelzertifikat für das Gemisch erlaubt keine Aussage über die einzelne Komponente.
- Trübe Lösung, Ausflockung oder sichtbare Partikel nicht verwenden. Bei Mischungen ist unklar, welcher Bestandteil ausfällt.
Typische Fehler
- Es wird angenommen, dass zwei Peptide mit ähnlichem Ziel synergistisch wirken. Die einzige Studie mit Kombinationsarm fand keinen Zusatznutzen. Synergie ist eine Annahme, keine Messung. Übersichtsarbeiten zur Sportmedizin führen den Placebo-Effekt als Erklärung für Wirkberichte an.
- Die Datenlage der Einzelstoffe wird auf die Kombination übertragen. Für BPC-157 gibt es keine Humanstudie an einem orthopädischen Endpunkt, für TB-500 keine Humanstudie überhaupt. Zusammengenommen ergibt das keine Humanstudie zur Kombination.
- Der Anti-Doping-Status wird übersehen. Die Kombination enthält TB-500 und erbt damit dessen Eintrag in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz sowie in WADA-Kategorie S2.3.
Sicherheit
Es gibt keine Sicherheitsdaten zur Kombination am Menschen. Die greifbarsten Risiken betreffen die Qualität des Produkts, nicht eine bekannte Wirkung der Peptide.
Was in Studien als unerwünschte Wirkung berichtet wurde
- gravierend Evidenz D Belege: fda-tb500, fda-bpc157
Mischvials sind qualitativ schlechter beurteilbar als Einzelstoffe, und unbekannte peptidbezogene Verunreinigungen und Aggregate können Immunreaktionen auslösen. Zusätzlich existiert für keinen Bestandteil eine Humanpharmakokinetik, sodass unklar bleibt, welche Mengen den Körper erreichen.
- relevant Evidenz E Belege: anecdote-community
In Selbstberichten werden Reaktionen an der Einstichstelle und grippeähnliche Beschwerden genannt. Diese Berichte sind keine systematische Erhebung und enthalten keine Häufigkeiten.
Aus Studien und Zulassungsunterlagen
- Aus Humanstudien liegen keine unerwünschten Wirkungen vor, weil keine Humanstudie zur Kombination existiert.
- Die verbreitetsten Angaben zu Nebenwirkungen stammen aus Selbstberichten in Online-Communities und sind nicht verifizierbar.
Messgrößen, die eine Gefährdung früh zeigen würden
Diese Parameter werden in Studien erhoben, um Schäden zu erkennen. Die Liste ist keine Anleitung zur Selbstkontrolle, sondern zeigt, welche Signale die Fachwelt für relevant hält.
- Großes Blutbild und Entzündungsparameter, weil eine Immunreaktion auf Peptidaggregate möglich ist. Dazu Leber- und Nierenwerte, weil für keinen Bestandteil eine Ausscheidung beim Menschen gemessen wurde.
- Anwendungsstelle auf Rötung, Schwellung und Verhärtung kontrollieren, weil dort die häufigsten Berichte ansetzen und Aggregate lokal Reaktionen auslösen können.
- Bei Tumoranamnese: bildgebende Verlaufskontrolle, weil eine Gefäßneubildung theoretisch auch pathologisches Gewebe betreffen könnte.
Rechtslage
Einordnung nach öffentlich zugänglichen Normen. Sie ersetzt keine anwaltliche Auskunft im Einzelfall.
Kein zugelassenes Arzneimittel. Da die Mischung TB-500 enthält, greift zusätzlich die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz.
- § 2 Abs. 1 AMG (Arzneimittelbegriff), § 21 Abs. 1 AMG (Zulassungspflicht)
- § 2 Abs. 1 AntiDopG: Verbot für Dopingmittel, die einen in der Anlage genannten Stoff enthalten
- § 2 Abs. 3 AntiDopG: Erwerb, Besitz und Verbringung in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken
- Anlage zu § 2 Abs. 3 AntiDopG, Abschnitt II Nummer 3: „Thymosin-beta-4 und seine Derivate“, Beispiel TB-500
Das Anti-Doping-Gesetz erfasst nicht nur den Reinstoff, sondern auch Mittel, die einen gelisteten Stoff enthalten. Eine Mischung mit TB-500 fällt damit unter dieselben Verbote wie TB-500 allein. Für BPC-157 gilt das nicht, dieser Bestandteil steht nicht auf der Anlage. Maßgeblich ist der TB-500-Anteil, und schon der Besitz einer nicht geringen Menge zu Dopingzwecken ist nach § 2 Absatz 3 verboten.
Europäische Union
10Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU, weder für die Einzelstoffe noch für die Mischung.
- Richtlinie 2001/83/EG Art. 1 Nr. 2 (Arzneimittelbegriff)
- Richtlinie 2001/83/EG Art. 6 (Zulassungspflicht)
Eine Mischung mehrerer nicht zugelassener Stoffe ist kein zulassungsfähiges Produkt, solange kein Zulassungsantrag mit vollständigen Unterlagen zu Zusammensetzung, Herstellung, Stabilität und Prüfmethoden vorliegt. Für Mischzubereitungen fehlen genau diese Angaben.
Nicht zugelassen. Beide Bestandteile wurden 2026 aus der Compounding-Kategorie 2 entfernt und dem beratenden Ausschuss vorgelegt.
- 21 U.S.C. § 353a (Section 503A des FD&C Act)
- FDA-Briefing-Dokumente zu BPC-157 und zu TB-500 für die Ausschusssitzung am 23. und 24. Juli 2026
Für beide Einzelstoffe empfehlen die Fachprüfer der Behörde ausdrücklich, sie nicht in die Liste der Ausgangsstoffe für Compounding aufzunehmen. Zur Kombination äußern sich die Dokumente nicht, weil sie nicht Gegenstand der Bewertung war. Der beratende Ausschuss hat am 23. Juli 2026 für mehrere Peptide gegen die Empfehlung der Fachprüfer gestimmt. Eine Aufnahme erfordert anschließend ein förmliches Regelungsverfahren.
Verboten, weil die Mischung TB-500 enthält. WADA-Kategorie S2.3 erfasst Thymosin-beta-4 und dessen Derivate namentlich.
- WADA Prohibited List, Kategorie S2.3: „Thymosin-β4 and its derivatives e.g. TB-500“
- § 2 Abs. 1 und Abs. 3 AntiDopG mit Anlage
Alle Stoffe der Kategorie S2 gelten als nicht näher bezeichnete Substanzen, was zu den schwereren Rechtsfolgen führt. Entscheidend ist, dass die Verbotslisten den Stoff und nicht das Produkt erfassen: Ein Produkt, das TB-500 enthält, ist damit unabhängig von seiner Bezeichnung erfasst.
Kombinationen
Was in der Literatur zusammen genannt wird und was davon belegt ist.
Häufig zusammen untersucht oder genannt
- Die Kombination ist keine pharmakologisch abgeleitete Zusammenstellung, sondern eine Marktkonvention. Beide Bestandteile werden mit Gewebereparatur in Verbindung gebracht, aber über unterschiedliche angenommene Mechanismen. Die einzige Studie mit Kombinationsarm fand keinen Zusatznutzen, und für den Menschen gibt es keine Untersuchung.
Mögliche Wechselwirkungen
- Theoretisch gegenläufig wirken Stoffe, die die Gefäßneubildung hemmen, etwa VEGF-Inhibitoren in der Krebstherapie.
- Bei gleichzeitiger Anwendung gerinnungshemmender Arzneimittel ist die Datenlage leer. Das mechanische Risiko einer Injektion bei bestehender Blutungsneigung besteht unabhängig von den Peptiden.
Häufige Fehlannahmen
Aussagen, die im Umlauf sind, und was die Quellen dazu sagen.
„Die beiden Peptide wirken synergistisch.“
Synergie bedeutet, dass die Kombination mehr bewirkt als die Summe der Einzelwirkungen. Das wurde genau einmal in einem Tiermodell geprüft, und die Kombination schnitt nicht besser ab als die Einzelsubstanzen. Am Menschen ist die Frage nie gestellt worden.1
„Wenn beide Einzelstoffe untersucht sind, ist auch die Mischung belegt.“
Das ist ein Trugschluss. Für BPC-157 existiert keine Humanstudie an einem orthopädischen Endpunkt, für TB-500 keine Humanstudie überhaupt. Selbst die Addition zweier Datenlücken ergibt keine Daten.14,2
„Das Analysenzertifikat des Vials belegt die Reinheit.“
Bei Mischprodukten wird die Reinheit der einzelnen Bestandteile meist nicht getrennt ausgewiesen. Für TB-500 hat die Behörde dokumentiert, dass Produktbezeichnung und Zertifikat auseinanderfallen können und dass Zertifikate nur Aussehen, Identität und Peptidreinheit abdecken. Dass bei online vertriebenen Peptidprodukten mit Abweichungen zu rechnen ist, zeigt eine Marktüberwachungsstudie zu einem anderen Peptidarzneimittel.2,16
Wissenslücken
Was fehlt. Wer forschen will, findet hier die offenen Fragen, die tatsächlich welche sind.
- ? Es fehlt eine Studie zur chemischen Verträglichkeit beider Peptide in einer gemeinsamen Lösung, einschließlich Aggregatbildung und Abbau über die Zeit.
- ? Es fehlt eine Prüfmethode, mit der sich der Gehalt jedes Bestandteils in einem Mischvial getrennt und verlässlich bestimmen lässt.
- ? Es fehlt eine Begründung für das Mengenverhältnis. Kein Verhältnis ist aus Messdaten abgeleitet, und wegen der unterschiedlichen Verweildauern ist ein konstantes Verhältnis im Körper nicht erreichbar.
- ? Es fehlt der direkte Vergleich der Kombination gegen die Einzelsubstanzen am Menschen, also die einzige Studie, die die Kombination überhaupt rechtfertigen könnte.
Selbst ansetzen: ein Experiment ohne Arzneimittel
Verträglichkeitsprüfung zweier Peptide in einer Lösung
Verändert sich der Abbau von BPC-157 oder TB-500, wenn beide Peptide in derselben Lösung bei Körpertemperatur gehalten werden, verglichen mit getrennten Lösungen?
Material
- · Beide Peptide als Referenzsubstanzen mit bekanntem Gehalt und Analysenzertifikat
- · Hochdruckflüssigkeitschromatographie mit passender Trennsäule und UV-Detektor, alternativ Kopplung mit Massenspektrometrie
Auswertung
Restgehalt jedes Peptids über die Zeit in Einzel- und Mischlösung, je Säuregrad, mit Angabe neu entstandener Peaks.
Ablauf
- 1. Einzel- und Mischlösungen mit gleicher Ausgangskonzentration ansetzen, in verschlossene Fläschchen füllen und bei 37 °C inkubieren. Zu den Zeitpunkten 0, 2, 8, 24 und 72 Stunden Proben entnehmen und sofort einfrieren.
- 2. Die Ansätze nach Säuregrad getrennt auswerten, weil der Abbau stark vom pH-Wert abhängt. Auf zusätzliche Peaks achten, die nur in der Mischlösung auftreten. Solche Peaks wären ein Hinweis auf eine chemische Reaktion zwischen den Peptiden.
Grenzen: Der Versuch zeigt Stabilität in einer Pufferlösung, nicht im Körper und nicht in einem fertigen Arzneimittel. Er beantwortet nur die Frage, ob überhaupt ein chemisches Problem zwischen den beiden Peptiden besteht. Ohne getrennte Kalibrierung für beide Peptide ist das Ergebnis nicht interpretierbar.
Vergleich mit verwandten Stoffen
Direkter Nebeneinander-Vergleich der belegbaren Merkmale. Leere Felder bedeuten: in der Literatur nicht gefunden.
| Merkmal | BPC-157 + TB-500 | BPC-157 | KPV | TB-500 | Thymosin Alpha-1 |
|---|---|---|---|---|---|
| Klasse | Mischung zweier synthetischer Peptide unterschiedlicher Länge in einem Behältnis. BPC-157 ist ein Pentadecapeptid, TB-500 ein N-acetyliertes Heptapeptid. | Synthetisches Pentadecapeptid, abgeleitet aus der B-Kette des humanen Magensaftproteins („Body Protection Compound“) | Synthetisches Tripeptid. Es entspricht den Aminosäuren 11 bis 13 des alpha-melanozytenstimulierenden Hormons (alpha-MSH), also dessen äußerstem Ende. | Synthetisches, am Stickstoffatom acetyliertes Heptapeptid, entsprechend den Aminosäuren 17 bis 23 des 43 Aminosäuren langen humanen Proteins Thymosin beta-4. | Synthetisches, am Stickstoffatom acetyliertes Peptid aus 28 Aminosäuren. Es entspricht dem N-terminalen Abschnitt des humanen Vorläuferproteins Prothymosin alpha. |
| Zielstruktur | Gefäßneubildung über VEGFR2 (BPC-157-Anteil), Überlagerung beider Bestandteile | Kein gesicherter Zielrezeptor, VEGFR2 (VEGF-Rezeptor 2), eNOS / Stickstoffmonoxid-Signalweg, Gefäßsystem und Kollateralfluss, Wundheilung und Fibroblastenaktivität | Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC3R, MC4R, MC5R), NF-κB-Signalweg und entzündungsfördernde Botenstoffe, Bakterienmembran (Gram-positive und Gram-negative Erreger) | Monomeres Aktin (G-Aktin), Zellmigration und Wundverschluss, Angiogenese und Mastzellen | Toll-like-Rezeptoren 2 und 9 auf dendritischen Zellen, T-Helfer-Zellen, Verschiebung zum Th1-Typ, Komplementrezeptor-vermittelte Phagozytose in Makrophagen |
| Halbwertszeit | Für die Kombination nicht gemessen. Für die Einzelstoffe: TB-500 war im Pferd nach einer Gabe von 10 mg unter die Haut nach 6 bis 10 Stunden nicht mehr quantifizierbar. Für BPC-157 liegt keine veröffentlichte Messung vor. | Für den Menschen nicht veröffentlicht. In Übersichtsarbeiten wird eine Plasmahalbwertszeit von unter 30 Minuten angenommen, ohne dass eine Originalmessung zitiert wird. | Nicht gemessen. Es gibt keine veröffentlichte Pharmakokinetik für KPV, weder am Tier noch am Menschen. | Für den Menschen nicht gemessen. Die einzige veröffentlichte Messung stammt vom Pferd: Nach einer Einmalgabe von 10 mg unter die Haut erreichte TB-500 im Plasma 0,05 bis 0,08 ng/mL zwischen 60 und 120 Minuten und war nach 6 bis 10 Stunden nicht mehr quantifizierbar. | Nach hiesiger Recherche liegt keine veröffentlichte Messung der Halbwertszeit beim Menschen vor. Für die Ratte wird eine terminale Halbwertszeit von 1,9 Stunden berichtet. |
| Untersuchte Wege | intraperitoneal, subkutan, in vitro | subkutan, intraperitoneal, oral | in vitro, oral | subkutan, intraperitoneal, topisch, in vitro | subkutan |
| Zulassung | Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Da die Mischung TB-500 enthält, greift zusätzlich die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU, weder für die Einzelstoffe noch für die Mischung. | Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Einordnung als nicht zugelassenes Arzneimittel ist wahrscheinlich, sobald ein Anwendungsbezug beim Menschen besteht. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU. | Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Die Einordnung richtet sich nach der Zweckbestimmung des Produkts. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU. | Deutschland: Nicht zugelassenes Arzneimittel. Zusätzlich steht TB-500 namentlich in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz. · Europäische Union: Kein zugelassenes Humanarzneimittel in der EU. Auch eine unionsweite Zulassung als Tierarzneimittel besteht nicht. | Deutschland: Nach hiesiger Prüfung kein in Deutschland zugelassenes Thymalfasin-Präparat. Ein Stoff mit arzneimittelrechtlicher Zweckbestimmung darf ohne Zulassung nicht in Verkehr gebracht werden. · Europäische Union: Keine zentrale Zulassung über die EMA. In Italien besteht eine nationale Zulassung als Zadaxin. |
| Evidenz | D — Zellkultur und Einzelfälle | C — überwiegend Tiermodelle | D — Zellkultur und Einzelfälle | C — überwiegend Tiermodelle | A — mehrfach am Menschen belegt |
| Humanstudien | 2 dokumentiert | 2 dokumentiert | 2 dokumentiert | 2 dokumentiert | 2 dokumentiert |
| Deutschland | Kein zugelassenes Arzneimittel. Da die Mischung TB-500 enthält, greift zusätzlich die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz. | Kein zugelassenes Arzneimittel. Einordnung als nicht zugelassenes Arzneimittel ist wahrscheinlich, sobald ein Anwendungsbezug beim Menschen besteht. | Kein zugelassenes Arzneimittel. Die Einordnung richtet sich nach der Zweckbestimmung des Produkts. | Nicht zugelassenes Arzneimittel. Zusätzlich steht TB-500 namentlich in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz. | Nach hiesiger Prüfung kein in Deutschland zugelassenes Thymalfasin-Präparat. Ein Stoff mit arzneimittelrechtlicher Zweckbestimmung darf ohne Zulassung nicht in Verkehr gebracht werden. |
Kernaussagen
- ▪ Für die Kombination aus BPC-157 und TB-500 existiert keine einzige kontrollierte Studie am Menschen. Es gibt genau eine randomisierte Tierstudie mit Kombinationsarm, und sie fand keinen Zusatznutzen.
- ▪ Zur chemischen Verträglichkeit beider Peptide in einer gemeinsamen Lösung gibt es keine Untersuchung.
- ▪ In Mischvials wird die Reinheit der einzelnen Bestandteile in der Regel nicht getrennt ausgewiesen. Für TB-500 ist behördlich dokumentiert, dass Bezeichnung und Analysenzertifikat auseinanderfallen können.
Quellen
Alle Belege dieses Beitrags, mit Einordnung, was sie zeigen und wo ihre Grenzen liegen.
- [1] Effects of BPC-157 and TB-500 on Achilles tendon healing in rats: A histopathological and biomechanical study
Biçer O, Adanir O, Güleryüz Y, et al.. Joint Diseases and Related Surgery , 2026 · doi:10.52312/jdrs.2026.2951 · PMID 42542926
Präklinisch (Tier)Die einzige Studie mit einem Kombinationsarm. 32 Ratten, vier Gruppen zu je acht Tieren, vier Wochen, Achillessehnenmodell. TB-500 war bei der Reißlast signifikant überlegen, die Kombination brachte keinen Zusatznutzen. Explorative Arbeit mit kleiner Fallzahl.
- [2] FDA Briefing Document, Pharmacy Compounding Advisory Committee: TB-500-Related Bulk Drug Substances
U.S. Food and Drug Administration, Center for Drug Evaluation and Research , 2026
Behörde / NormWichtigste Quelle für die TB-500-Seite: keine Arbeit zur Anwendung am Menschen, keine Toxizitätsstudien, widersprüchliche Analysenzertifikate, Bedenken zu Immunogenität und Aggregaten.
- [3] FDA Briefing Document, Pharmacy Compounding Advisory Committee: BPC-157-Related Bulk Drug Substances
U.S. Food and Drug Administration, Center for Drug Evaluation and Research , 2026
Behörde / NormBehördliche Bewertung des zweiten Bestandteils: keine Humanpharmakokinetik gefunden, Bewertungskriterien sprechen gegen eine Aufnahme in die Compounding-Liste.
-
U.S. Food and Drug Administration , 2026
Behörde / NormBelegt, dass beide Bestandteile im Juli 2026 beraten wurden und der Ausschuss gegen die Empfehlung der FDA-Fachprüfer stimmte.
-
U.S. Food and Drug Administration , 2026
Behörde / NormErklärt, was die Entfernung aus Kategorie 2 bedeutet: eine Neuaufsetzung der Bewertung, keine Erlaubnis.
-
Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormAbschnitt II Nummer 3 nennt Thymosin-beta-4 und seine Derivate, Beispiel TB-500. Entscheidend für den Blend, weil die Verbotsnorm das Produkt mit erfasst.
-
Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormAbsatz 1 verbietet den Umgang mit Dopingmitteln, die einen gelisteten Stoff enthalten, Absatz 3 Erwerb, Besitz und Verbringung in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken.
-
World Anti-Doping Agency , 2026
Behörde / NormNennt Thymosin-β4 and its derivatives e.g. TB-500. Die Liste erfasst den Stoff, nicht das Produkt, sodass jede Zubereitung mit TB-500 darunter fällt.
-
Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormParagraf 2 definiert das Arzneimittel über die Zweckbestimmung, Paragraf 21 macht das Inverkehrbringen von einer Zulassung abhängig.
-
EUR-Lex , 2001
Behörde / NormArt. 1 Nr. 2 definiert das Arzneimittel, Art. 6 macht das Inverkehrbringen von der Zulassung abhängig.
- [11] Doping control analysis of TB-500, a synthetic version of an active region of thymosin β4, in equine urine and plasma by liquid chromatography-mass spectrometry
Ho EN, Kwok WH, Lau MY, et al.. Journal of Chromatography A , 2012 · doi:10.1016/j.chroma.2012.09.043 · PMID 23084823
Präklinisch (Tier)Einzige In-vivo-Messung zum TB-500-Anteil: Plasmaspiegel 0,05 bis 0,08 ng/mL, nach 6 bis 10 Stunden nicht mehr quantifizierbar. Belegt die kurze Verweildauer und die fehlende Grundlage für ein festes Mischungsverhältnis.
- [12] Simultaneous quantification of TB-500 and its metabolites in in-vitro experiments and rats by UHPLC-Q-Exactive orbitrap MS/MS and their screening by wound healing activities in-vitro
Rahaman KA, Muresan AR, Min H, et al.. Journal of Chromatography B , 2024 · doi:10.1016/j.jchromb.2024.124033 · PMID 38382158
In vitroZeigt zugleich die analytische Schwierigkeit: Der Nachweis von TB-500 neben seinen Metaboliten erfordert eine aufwendige Trenn- und massenspektrometrische Methode. Für ein Mischvial wäre das für beide Peptide nötig und ist nicht beschrieben.
- [13] Gastric pentadecapeptide body protection compound BPC 157 and its role in accelerating musculoskeletal soft tissue healing
Gwyer D, Wragg NM, Wilson SL. Cell and Tissue Research , 2019 · doi:10.1007/s00441-019-03016-8 · PMID 30915550
ÜbersichtsarbeitÜbersicht zu BPC-157 bei Sehnen-, Muskel- und Knochenheilung. Sammlung der Tierdaten, ohne eigene Qualitätsbewertung der zitierten Studien.
- [14] Emerging Use of BPC-157 in Orthopaedic Sports Medicine: A Systematic Review
Vasireddi N, Hahamyan H, Salata MJ, et al.. HSS Journal , 2025 · doi:10.1177/15563316251355551 · PMID 40756949
Meta-Analyse / Systematic ReviewSystematische Übersicht aus der Sportmedizin: keine Humanstudien zu BPC-157 am Bewegungsapparat, Datenlage als unzureichend bewertet. Die wichtigste unabhängige Bewertung zur BPC-157-Seite.
- [15] Designing Formulation Strategies for Enhanced Stability of Therapeutic Peptides in Aqueous Solutions: A Review
Nugrahadi PP, Hinrichs WLJ, Frijlink HW, et al.. Pharmaceutics , 2023 · doi:10.3390/pharmaceutics15030935 · PMID 36986796
ÜbersichtsarbeitGrundlage für die Einordnung der Mischbarkeit: Peptide in wässriger Lösung unterliegen Hydrolyse, Oxidation, Deamidierung und Aggregation, abhängig von pH-Wert und Konzentration. Für zwei Peptide in einer Lösung ist eine gegenseitige Beeinflussung damit plausibel, aber nicht vorhersagbar.
- [16] Multifactor Quality and Safety Analysis of Semaglutide Products Sold by Online Sellers Without a Prescription: Market Surveillance, Content Analysis, and Product Purchase Evaluation Study
Ashraf AR, Mackey TK, Vida RG, et al.. Journal of Medical Internet Research , 2024 · doi:10.2196/65440 · PMID 39509151
SonstigesMarktüberwachungsstudie zu einem anderen Peptidarzneimittel, das ohne Rezept online verkauft wurde. Zeigt, mit welchen Qualitätsabweichungen bei online vertriebenen Peptidprodukten zu rechnen ist, und ist nur als Analogie zu lesen.
- [17] Safety and Efficacy of Approved and Unapproved Peptide Therapies for Musculoskeletal Injuries and Athletic Performance
Mendias CL, Awan TM. Sports Medicine , 2026 · doi:10.1007/s40279-026-02437-0 · PMID 41966639
ÜbersichtsarbeitStellt zugelassene und nicht zugelassene Peptide in der Sportmedizin gegenüber. Ordnet BPC-157 und TB-500 als nicht zugelassen mit dünner Humandatenlage ein und diskutiert den Placebo-Effekt als Erklärungsfaktor für Berichte.
-
Nutzerforen , 2025
Erfahrungsbericht Erfahrungsbericht, kein WirkbelegBelegt nichts über Wirkung oder Häufigkeit. Genannt, weil die Kombination dort beworben wird und diese Berichte den Großteil dessen ausmachen, was im Umlauf als Erfahrungswissen gilt.
Der Redaktionsstand dieses Beitrags ist der 14. September 2026. Quellen werden regelmäßig gegen die Register geprüft (PubMed, Crossref).
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