Aufklärung, kein Verkauf. Unabhängige Wissenssammlung. Keine Empfehlung, keine Anleitung, kein Verkauf von Anwendungen am Menschen.

Was das heißt
Gewicht & Metabolismus Evidenz A

Tirzepatide

Dualer GIP- und GLP-1-Rezeptor-Agonist, zugelassen für Diabetes, Adipositas und Schlafapnoe

Auch bekannt als: Tirzepatid · Mounjaro · Zepbound · LY3298176 · LY-3298176

Kurzfassung

Tirzepatide ist ein synthetisches Peptid aus 39 Aminosäuren, das gleichzeitig an zwei Darmhormon-Rezeptoren wirkt: GIP und GLP-1. Es ist in der EU und in den USA zugelassen, für Typ-2-Diabetes und für Gewichtsmanagement. In der Zulassungsstudie SURMOUNT-1 sank das Körpergewicht nach 72 Wochen um bis zu 20,9 Prozent gegenüber 3,1 Prozent unter Placebo. In SURPASS-CVOT wurde bei Typ-2-Diabetes gezeigt, dass die Rate kardiovaskulärer Ereignisse nicht höher liegt als unter Dulaglutid.

Zulassung EU
ja, als Arzneimittel (Mounjaro)
Mounjaro, Zulassung EU
15. September 2022
Zepbound, Zulassung USA für Gewicht
8. November 2023
Zepbound, Zulassung USA für Schlafapnoe
20. Dezember 2024
Gewichtsabnahme SURMOUNT-1, 72 Wochen, 15 mg
−20,9 % gegen −3,1 % Placebo
Gewichtsabnahme SURMOUNT-1, 176 Wochen, 15 mg
−19,7 % gegen −1,3 % Placebo
Halbwertszeit
etwa 5 Tage
Häufigste Nebenwirkung
Übelkeit, 31,0 % unter 15 mg in der Zulassungsstudie
01

Was der Stoff ist

Klasse
Synthetisches Peptid aus 39 Aminosäuren, dualer Agonist an GIP- und GLP-1-Rezeptor, über eine C20-Fettsäurediacid-Einheit an Albumin gebunden
Summenformel
C₂₂₅H₃₄₈N₄₈O₆₈
Molare Masse
4813 g/mol
CAS-Nummer
2023788-19-2
Herkunft
Tirzepatide ist kein körpereigenes Hormon, sondern ein künstlich aufgebautes Peptid. Der Hersteller ist Eli Lilly. Die Produktinformation nennt ausdrücklich die 39 Aminosäuren und die angehängte C20-Fettsäurediacid-Einheit, die die Bindung an Albumin und damit die lange Wirkdauer ermöglicht.
02

Wirkmechanismus

Was im molekularen Versuch passiert. Jede Zeile nennt die Zielstruktur und die Belege.

  • GIP-Rezeptor10,1

    Agonist vollagonistisch, ähnlich dem körpereigenen GIP

    GIP steht für glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid. Die Produktinformation beschreibt eine Wirkung auf den Fettstoffwechsel, unter anderem eine veränderte Fettverwertung über den GIP-Rezeptor.

  • GLP-1-Rezeptor10,6

    Agonist vollagonistisch, schwächer am GLP-1- als am GIP-Rezeptor

    Die GLP-1-Komponente bremst die Magenentleerung, senkt den Appetit und verstärkt die Insulinfreisetzung bei hohen Blutzuckerwerten. Sie erklärt den Großteil der Magen-Darm-Beschwerden.

  • Appetitregulation und Sättigung1,10

    Modulator

    Beide Rezeptoren kommen im Gehirn vor. Die Gewichtsabnahme entsteht überwiegend dadurch, dass weniger gegessen wird. Ein zusätzlicher Effekt auf den Energieverbrauch ist für Tirzepatid nicht belegt.

  • Herz-Kreislauf-System, Niere und Schlafregulation5,4

    Modulator

    In SUMMIT sanken Herzschwäche-Ereignisse, in SURMOUNT-OSA die Anzahl der Atemaussetzer pro Stunde. Der Anteil, der allein auf die Gewichtsabnahme entfällt, ist nicht getrennt gemessen.

03

Was belegt ist und wie gut

Jede Aussage mit Evidenzstufe und Bewertung. „Anerkannt“ heißt: von der Fachwelt getragen. „Spekulativ“ heißt: es gibt eine Hypothese, aber keine belastbare Prüfung.

Evidenz A

Mehrere große randomisierte Phase-3-Studien am Menschen mit harten und weichen Endpunkten, darunter eine ereignisgesteuerte Sicherheitsstudie mit 13 299 Teilnehmenden. Für Diabetes, Gewicht, Schlafapnoe und Herzschwäche liegen jeweils eigene Zulassungsstudien vor.

Warum nicht höher: Die Belege gelten für die untersuchten Populationen und für Laufzeiten bis etwa drei Jahre. Die wichtigsten offenen Punkte sind der Erhalt von Muskelmasse, das Verhalten nach dem Absetzen und Daten jenseits von drei Jahren.

  • Tirzepatide senkt bei Erwachsenen mit Adipositas ohne Diabetes das Gewicht: In SURMOUNT-1 waren es nach 72 Wochen 15,0 Prozent unter 5 mg, 19,5 Prozent unter 10 mg und 20,9 Prozent unter 15 mg gegenüber 3,1 Prozent unter Placebo.1,2

    Evidenz A anerkannt · Coprimäre Endpunkte der Zulassungsstudie mit 2539 Teilnehmenden, ausgewertet unabhängig von einem Therapieabbruch, gestützt durch eine Nachbeobachtung über 176 Wochen.

  • Nach drei Jahren Behandlung war die Rate neu diagnostizierter Typ-2-Diabetes unter Tirzepatid deutlich niedriger als unter Placebo.2

    Evidenz A anerkannt · Nachbeobachtung derselben Studie über 176 Wochen: 1,3 Prozent gegen 13,3 Prozent, Hazard Ratio 0,07. Die Nachbeobachtung ist keine eigene randomisierte Zulassungsstudie.

  • Bei Typ-2-Diabetes senkt Tirzepatide den Langzeitblutzucker stärker als Semaglutid 1,0 mg.6

    Evidenz A anerkannt · Randomisierte offene Phase-3-Studie mit 1879 Teilnehmenden und aktivem Vergleichsarm, 40 Wochen.

  • Bei Typ-2-Diabetes mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko ist die Rate kardiovaskulärer Ereignisse unter Tirzepatid nicht höher als unter Dulaglutid.8

    Evidenz A anerkannt · Randomisierte doppelblinde Nichtunterlegenheitsstudie mit 13 165 ausgewerteten Teilnehmenden. Die Überlegenheit gegen Dulaglutid wurde nicht nachgewiesen.

  • Bei zwei Folgeerkrankungen der Adipositas zeigt Tirzepatide Wirkung: bei obstruktiver Schlafapnoe sinken die Atemaussetzer pro Stunde, bei Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion sinkt die Rate aus kardiovaskulärem Tod oder Verschlechterung der Herzschwäche.5

    Evidenz B plausibel · Zwei randomisierte Studien: SURMOUNT-OSA mit 469 Teilnehmenden, SUMMIT mit 731. Der Herzschwäche-Endpunkt beruht auf wenigen Ereignissen, und die Sterblichkeit allein unterschied sich nicht.

  • Ein Teil des Gewichtsverlusts entfällt auf fettfreie Masse.10,9

    Evidenz B plausibel · Körperzusammensetzung per Dual-Röntgen-Absorptiometrie in Teilstudien. Eine Meta-Analyse vergleicht den Verlust fettfreier Masse unter Inkretin-Therapie mit Lebensstilintervention.

04

Studien am Menschen

Was am Menschen tatsächlich gemessen wurde. Tierstudien stehen bewusst nicht hier, sondern im Abschnitt zur Evidenz.

SURMOUNT-1

Phase 3 2022 1
Population
2539 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht plus Begleiterkrankung, ohne Diabetes · n = 2539
Endpunkte
Prozentuale Gewichtsänderung und Anteil mit mindestens 5 Prozent Abnahme nach 72 Wochen
Ergebnis
Gewicht minus 15,0 Prozent (5 mg), minus 19,5 (10 mg) und minus 20,9 Prozent (15 mg) gegen minus 3,1 Prozent unter Placebo. Mindestens 5 Prozent Abnahme bei 85, 89 und 91 Prozent gegen 35 Prozent. Mindestens 20 Prozent Abnahme bei 50 Prozent (10 mg) und 57 Prozent (15 mg) gegen 3 Prozent. Abbruch wegen unerwünschter Wirkungen bei 4,3, 7,1 und 6,2 Prozent gegen 2,6 Prozent unter Placebo.

SURMOUNT-1, Nachbeobachtung über 176 Wochen

Phase 3 2025 2
Population
Dieselben Teilnehmenden, ausgewertet nach drei Jahren Behandlung · n = 2539
Endpunkte
Gewichtsänderung nach 176 Wochen und Rate neu diagnostizierter Typ-2-Diabetes
Ergebnis
Gewicht minus 12,3 Prozent (5 mg), minus 18,7 (10 mg) und minus 19,7 Prozent (15 mg) gegen minus 1,3 Prozent unter Placebo. Diagnose Typ-2-Diabetes bei 1,3 gegen 13,3 Prozent, Hazard Ratio 0,07. Siebzehn Wochen nach Behandlungsende lag die Rate bei 2,4 gegen 13,7 Prozent.

SURMOUNT-2

Phase 3 2023 3
Population
938 Erwachsene mit Adipositas und Typ-2-Diabetes · n = 938
Endpunkte
Prozentuale Gewichtsänderung nach 72 Wochen gegen Placebo
Ergebnis
Gewicht minus 12,8 Prozent (10 mg) und minus 14,7 Prozent (15 mg) gegen minus 3,2 Prozent unter Placebo. Mindestens 5 Prozent Abnahme bei 79 bis 83 Prozent gegen 32 Prozent. Schwere unerwünschte Ereignisse bei 7 Prozent aller Teilnehmenden, zwei Todesfälle in der 10-mg-Gruppe, nach Einschätzung der Prüfenden ohne Zusammenhang mit dem Prüfpräparat.

SURPASS-2 und SURPASS-4

Phase 3 2021 6,7
Population
SURPASS-2: 1879 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Vergleich gegen Semaglutid 1,0 mg. SURPASS-4: 2002 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko, Vergleich gegen Insulin glargin.
Endpunkte
HbA1c nach 40 beziehungsweise 52 Wochen, Gewicht als Nebenziel
Ergebnis
SURPASS-2: HbA1c minus 2,01 bis 2,30 Prozentpunkte unter Tirzepatid gegen minus 1,86 unter Semaglutid 1,0 mg; Gewicht minus 7,6 bis 11,2 kg gegen minus 5,7 kg. SURPASS-4: HbA1c minus 2,14 bis 2,43 Prozentpunkte; in einer Nachauswertung weniger Nierenereignisse als unter Insulin.

SURPASS-CVOT

Phase 3 2025 8
Population
13 165 ausgewertete Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung · n = 13 165
Endpunkte
Kombination aus kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall, geprüft auf Nichtunterlegenheit gegen Dulaglutid 1,5 mg
Ergebnis
Ereignis bei 12,2 Prozent unter Tirzepatid und 13,1 Prozent unter Dulaglutid, Hazard Ratio 0,92 mit Vertrauensbereich 0,83 bis 1,01. Nichtunterlegenheit bestätigt, Überlegenheit nicht nachgewiesen. Magen-Darm-Beschwerden waren unter Tirzepatid häufiger. Nachbeobachtung bis 176 Wochen.

SURMOUNT-OSA und SUMMIT

Phase 3 2024 4,5
Population
SURMOUNT-OSA: 469 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe und Adipositas, teils mit Atemtherapie. SUMMIT: 731 Erwachsene mit Herzschwäche und erhaltener Pumpfunktion, BMI ab 30.
Endpunkte
Änderung des Apnoe-Hypopnoe-Index nach 52 Wochen; kombinierter Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod und Herzschwäche-Ereignissen
Ergebnis
SURMOUNT-OSA: Atemaussetzer pro Stunde minus 25,3 und minus 29,3 gegenüber minus 5,3 und minus 5,5 unter Placebo. SUMMIT: Ereignis bei 9,9 Prozent gegen 15,3 Prozent, Hazard Ratio 0,62 mit Vertrauensbereich 0,41 bis 0,95; Tod aus kardiovaskulärer Ursache allein unterschied sich nicht. Abbruch wegen unerwünschter Wirkungen bei 6,3 gegen 1,4 Prozent.
05

Pharmakokinetik

Was der Körper mit dem Stoff macht: Aufnahme, Verteilung, Abbau.

Halbwertszeit
Etwa 5 Tage. Die Produktinformation begründet damit die einmal wöchentliche Gabe und weist darauf hin, dass bei Absetzproblemen die lange Halbwertszeit zu berücksichtigen ist.
Aufnahme / Bioverfügbarkeit
Alle zugelassenen Produkte werden subkutan gespritzt. Eine orale Zubereitung ist nicht zugelassen.
Spitzenkonzentration
8 bis 72 Stunden nach der Injektion. Der Steady State wird nach etwa vier Wochen erreicht.
Abbau
Abbau durch allgemeine Proteinspaltung. Die Ausscheidung der Abbauprodukte läuft überwiegend über Niere und Darm.
Ausscheidung
Etwa 0,06 Liter pro Stunde.

Die Produktinformation nennt für die Zeit vor einer geplanten Schwangerschaft mindestens einen Monat Abstand zur letzten Dosis, ausdrücklich begründet mit der langen Halbwertszeit.

06 keine Anwendungsempfehlung

Protokolle aus der Literatur

Diese Angaben beschreiben, wie in einer bestimmten Studie dosiert wurde. Sie sind der Grund, warum im Umlauf Zahlen kursieren, und ausdrücklich kein Vorschlag für irgendetwas.

5, 10 oder 15 mg einmal wöchentlich, Steigerung in vierwöchigen Stufen subkutan Phase-3-Studien SURMOUNT-1 und SURMOUNT-2, Erwachsene mit Adipositas, 72 Wochen Zweck: Prüfung von Gewichtsabnahme und Gewichtserhalt 1,3
5 bis 15 mg einmal wöchentlich, in SURPASS-CVOT bis 15 mg subkutan Phase-3-Studien SURPASS, Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, 40 bis 176 Wochen Zweck: Blutzuckersenkung und Prüfung der Herz-Kreislauf-Sicherheit 6,7,8
Höchste verträgliche Dosis bis 15 mg einmal wöchentlich subkutan Phase-3-Studien SURMOUNT-OSA und SUMMIT, Schlafapnoe beziehungsweise Herzschwäche Zweck: Prüfung von Atemaussetzern und Herzschwäche-Ereignissen 4,5

Dosisangaben aus Tierstudien lassen sich nicht auf Menschen umrechnen. Wer das versucht, ignoriert Unterschiede in Stoffwechsel, Aufnahme und Empfindlichkeit.

07

Handhabung im Labor

Umgang mit der Substanz, nicht mit dem Menschen: ansetzen, lagern, typische Fehler.

Rekonstitution
Nicht vorgesehen. Die zugelassenen Produkte sind gebrauchsfertige Lösungen in Fertigpens oder Einwegspritzen. Tirzepatid ist als Arzneimittel nicht als Lyophilisat im Verkehr.
Lagerung
Im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C lagern, nicht einfrieren. Angaben zur Aufbewahrung bei Raumtemperatur stehen in der Packungsbeilage.
Lösungsmittel
Nicht anwendbar.
Auftauen
Eingefrorene Produkte dürfen nicht verwendet werden.

Grundregeln für den Umgang

  • Bei nicht zugelassenen Zubereitungen fehlen geprüfte Konzentration, Stabilität und Dosierungsangabe. Die FDA führt dazu eigene Warnhinweise.
  • Die FDA hat bis zum 31. Mai 2026 mehr als 730 Meldungen zu unerwünschten Ereignissen bei compounded Tirzepatid erfasst.
  • Bei Mehrfachdosis-Fläschchen empfiehlt die FDA, sie 28 Tage nach der ersten Entnahme zu verwerfen.
  • Angaben auf dem Etikett ungeprüfter Zubereitungen haben sich in mehreren Fällen als falsch erwiesen, bis hin zu Apothekennamen, die das Produkt nie hergestellt hatten.

Typische Fehler

  • Mounjaro und Zepbound sind derselbe Wirkstoff. Wer Studiendaten zu einem der beiden Namen sucht und den anderen für ein anderes Präparat hält, vergleicht Gleiches mit Gleichem.
  • Die Zahlen aus SURMOUNT-1 gelten für Menschen ohne Diabetes. Bei Typ-2-Diabetes fallen die Gewichtsabnahmen in SURMOUNT-2 mit 12,8 bis 14,7 Prozent deutlich kleiner aus.
  • Die Nachbeobachtung über 176 Wochen wird häufig als Beleg für dauerhafte Wirkung nach dem Absetzen gelesen. Die Behandlung lief während dieser Zeit weiter.
  • Die 13 299 Teilnehmenden aus SURPASS-CVOT belegen Nichtunterlegenheit gegenüber Dulaglutid, nicht Überlegenheit. Der obere Rand des Vertrauensbereichs lag bei 1,01.
  • Die Wirksamkeit gegen Placebo sagt nichts über den Vergleich zu neueren Wirkstoffen. Der direkte Vergleich gegen Retatrutid läuft noch.
08

Sicherheit

Tirzepatid ist zugelassen und umfangreich untersucht. Die häufigsten Beschwerden betreffen den Magen-Darm-Trakt, und ein Teil der Behandelten bricht deswegen ab.

Was in Studien als unerwünschte Wirkung berichtet wurde

  • relevant Evidenz A Belege: mounjaro-pi

    Magen-Darm-Beschwerden sind dosisabhängig. In den Zulassungsstudien bei Adipositas traten sie bei 55,6 Prozent unter 5 mg, 60,8 Prozent unter 10 mg und 59,2 Prozent unter 15 mg auf, gegenüber 30,3 Prozent unter Placebo. Übelkeit wurde bei 24,6, 33,3 und 31,0 Prozent berichtet gegen 9,5 Prozent unter Placebo, Durchfall bei 18,7, 21,2 und 23,0 Prozent gegen 7,3 Prozent.

  • relevant Evidenz A Belege: mounjaro-pi

    Erkrankungen der Gallenblase traten unter Tirzepatid häufiger auf. In den Studien bei Adipositas lag die Rate für Gallenblasenentzündung bei 0,6 Prozent gegen 0,2 Prozent unter Placebo; in den Schlafapnoe- und Herzschwäche-Studien wurden akute Gallenerkrankungen bei 0,9 bis 4,4 Prozent gegen 0,9 bis 2,7 Prozent berichtet. Das Risiko hängt mit der Geschwindigkeit der Gewichtsabnahme zusammen.

  • relevant Evidenz A Belege: mounjaro-pi

    Pankreaswerte steigen unter Tirzepatid an: Amylase im Mittel um 33 bis 38 Prozent, Lipase um 31 bis 42 Prozent. Eine akute Pankreatitis ist in der Produktinformation als ungewöhnliche Nebenwirkung geführt. Erhöhte Enzymwerte allein sagen eine Pankreatitis nicht vorher.

  • relevant Evidenz A Belege: mounjaro-pi

    Der Ruhepuls steigt im Mittel um 3 bis 5 Schläge pro Minute, in SURPASS-CVOT um bis zu 6. Ein dauerhaft erhöhter Puls ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor; die Studien liefen bis etwa drei Jahre, eine Bewertung über diesen Zeitraum hinaus fehlt.

  • Hinweis Evidenz A Belege: mounjaro-pi

    Unter Tirzepatid bilden viele Behandelte Antikörper gegen den Wirkstoff: 45,1 bis 65,1 Prozent entwickelten behandlungsbedingte Antikörper, bei 29,8 bis 51,3 Prozent blieben sie bestehen. Ein Einfluss auf Wirksamkeit oder Abbau ließ sich nicht nachweisen, neutralisierende Antikörper waren selten.

Aus Studien und Zulassungsunterlagen

  • Adipositas-Studien: Magen-Darm-Beschwerden bei 55,6 bis 60,8 Prozent gegen 30,3 Prozent unter Placebo, überwiegend leicht (60,8 Prozent) oder mittelschwer (34,6 Prozent). Abbruch wegen Magen-Darm-Ereignissen bei 1,9 Prozent (5 mg), 4,4 Prozent (10 mg) und 4,1 Prozent (15 mg) gegen 0,5 Prozent unter Placebo.
  • Typ-2-Diabetes-Studien: Magen-Darm-Beschwerden bei 37,1 Prozent (5 mg), 39,6 Prozent (10 mg) und 43,6 Prozent (15 mg) gegen 20,4 Prozent unter Placebo. Abbruch deswegen bei 3,0, 5,4 und 6,6 Prozent gegen 0,4 Prozent.
  • Unterzuckerung: Bei Zugabe zu Sulfonylharnstoffen 10 bis 14 Prozent, bei Zugabe zu Basalinsulin 14 bis 19 Prozent. Als Monotherapie oder mit anderen oralen Mitteln lag die Rate bei höchstens 0,04 Ereignissen pro Patientenjahr. Schwere Unterzuckerungen wurden bei 0,2 Prozent der Behandelten berichtet.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen bei 3,2 bis 5,0 Prozent der Behandelten gegen 1,7 bis 3,8 Prozent unter Placebo, teils schwer. Reaktionen an der Injektionsstelle bei 3,2 bis 8,2 Prozent gegen 0,4 bis 2,6 Prozent, überwiegend Rötung und Juckreiz, keine schweren Verläufe.
  • Post-Marketing-Signale: In der Produktinformation sind eine anaphylaktische Reaktion und ein Angioödem als seltene Ereignisse aus Meldungen nach der Zulassung geführt. Häufigkeiten lassen sich daraus nicht berechnen.
  • Zu nicht zugelassenen Zubereitungen hat die FDA bis zum 31. Mai 2026 mehr als 730 Meldungen erfasst, darunter Reaktionen an der Injektionsstelle und Fälle mit Dosen oberhalb der zugelassenen Angaben.

Messgrößen, die eine Gefährdung früh zeigen würden

Diese Parameter werden in Studien erhoben, um Schäden zu erkennen. Die Liste ist keine Anleitung zur Selbstkontrolle, sondern zeigt, welche Signale die Fachwelt für relevant hält.

  • HbA1c und Nüchternglukose bei Diabetes, weil die Wirkung dosisabhängig ist und Sulfonylharnstoffe oder Insulin das Unterzuckerungsrisiko erhöhen.
  • Lipase und Amylase, weil beide unter Tirzepatid deutlich ansteigen und eine Pankreatitis als Nebenwirkung geführt wird.
  • Gallenblase per Sonografie, weil Gallenerkrankungen unter rascher Gewichtsabnahme häufiger auftreten.
  • Ruhepuls und Blutdruck, weil der Puls im Mittel um 3 bis 6 Schläge pro Minute steigt.
  • Körperzusammensetzung, weil der Anteil fettfreier Masse am Gewichtsverlust kein Zulassungsendpunkt ist.
  • Augenhintergrund bei Typ-2-Diabetes, weil bei schnell sinkendem Blutzucker eine bestehende Retinopathie vorübergehend fortschreiten kann.
  • Bei Kinderwunsch den Abstand zur letzten Dosis beachten: Die Produktinformation nennt mindestens einen Monat.
09 keine Rechtsberatung

Rechtslage

Einordnung nach öffentlich zugänglichen Normen. Sie ersetzt keine anwaltliche Auskunft im Einzelfall.

Deutschland

16,17,18,19

Zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Abgabe ausschließlich über Apotheken. Nicht zugelassene Zubereitungen sind nicht verkehrsfähig.

  • § 2 Abs. 1 AMG (Arzneimittelbegriff)
  • § 21 Abs. 1 AMG (Zulassungspflicht)
  • § 43 AMG (Apothekenpflicht)
  • § 73 AMG (Verbringungsverbot)
  • Anlage zu § 6 AntiDopG

Mounjaro ist in Deutschland zugelassen, deshalb gelten die Regeln für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Der Import nicht zugelassener Darreichungen, etwa selbst angesetzter Fläschchen, ist nach § 73 AMG verboten. Tirzepatid steht nach hiesiger Prüfung nicht in der Anlage zu § 6 AntiDopG.

Europäische Union

10,11

Zugelassen. Mounjaro erhielt die Zulassung am 15. September 2022.

  • Richtlinie 2001/83/EG Art. 6 (Zulassungspflicht)
  • EMA: EPAR Mounjaro

Die europäische Produktinformation führt zwei Indikationen: Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren sowie Gewichtsmanagement bei Erwachsenen mit einem Ausgangs-BMI ab 30 oder ab 27 mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Anders als bei Wegovy umfasst die Zulassung beide Bereiche in einem Präparat.

USA

12,13,14,15

Zugelassen, verschreibungspflichtig, unter zwei Markennamen. Compounding ist nach dem Ende der Lieferengpässe stark eingeschränkt.

  • 21 U.S.C. § 353a (Section 503A des FD&C Act)
  • FDA: Zepbound für chronisches Gewichtsmanagement, 8. November 2023
  • FDA: Zepbound für obstruktive Schlafapnoe, 20. Dezember 2024
  • FDA: Concerns with Unapproved GLP-1 Drugs Used for Weight Loss

Mounjaro ist für Typ-2-Diabetes zugelassen, Zepbound für chronisches Gewichtsmanagement und zusätzlich für mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoe bei Erwachsenen mit Adipositas. Nach dem Ende des Lieferengpasses greifen für Compounding die Regelungen zum „essentially a copy“ nach Section 503A(b)(1)(D) und Section 503B(d)(2) des FD&C Act. Die FDA hat Warnbriefe gegen Anbieter erlassen, die Tirzepatid als Forschungschemikalie mit Anwendungshinweisen für Menschen verkauft haben.

Gesamtübersicht zur Rechtslage in Deutschland, EU und weiteren Staaten
10

Kombinationen

Was in der Literatur zusammen genannt wird und was davon belegt ist.

Häufig zusammen untersucht oder genannt

  • Tirzepatid ist der aktive Vergleichsarm in Studien zu neueren Wirkstoffen. In SURPASS-2 wurde es gegen Semaglutid 1,0 mg geprüft und war beim Blutzucker überlegen, in SURPASS-CVOT gegen Dulaglutid ohne Nachweis der Überlegenheit bei Herz-Kreislauf-Ereignissen. In TRIUMPH-5 läuft der direkte Vergleich gegen Retatrutid.
  • Kombinationen von Tirzepatid mit anderen Inkretin-Agonisten sind nicht untersucht. Sie würden die Magen-Darm-Wirkungen addieren, ohne dass ein Zusatznutzen gemessen wäre.

Mögliche Wechselwirkungen

  • Die verzögerte Magenentleerung kann die Aufnahme oral eingenommener Arzneimittel verändern. Die Produktinformation weist darauf hin, dass bei einer Operation die Gefahr einer zurückbleibenden Magenfüllung besteht.
  • Bei gleichzeitiger Gabe von Sulfonylharnstoffen oder Insulin steigt das Risiko für Unterzuckerung deutlich. Bei Zugabe zu Basalinsulin wurden 14 bis 19 Prozent der Behandelten unterzuckert.
  • Bei Frauen mit Kinderwunsch nennt die Produktinformation mindestens einen Monat Abstand zur letzten Dosis, weil der Wirkstoff lange nachweisbar bleibt. Daten zur Schwangerschaft fehlen.
Zur Stack-Bibliothek mit Risiko-Check
11

Häufige Fehlannahmen

Aussagen, die im Umlauf sind, und was die Quellen dazu sagen.

„Mounjaro und Zepbound sind zwei verschiedene Medikamente.“

Es ist in beiden Fällen Tirzepatid. Unterschieden werden nur der Markenname und die zugelassene Indikation.10,12

„Tirzepatid hält das Gewicht auch nach dem Absetzen.“

Die Nachbeobachtung über 176 Wochen lief unter fortgesetzter Behandlung. Was nach dem Absetzen geschieht, ist für Tirzepatid nicht in einer eigenen Absetzstudie geprüft. Für den verwandten Wirkstoff Semaglutid zeigt die Absetzstudie STEP 4 eine deutliche Gewichtszunahme nach der Umstellung auf Placebo.2

„Zwei Rezeptoren bedeuten doppelte Wirkung bei halben Nebenwirkungen.“

Die Magen-Darm-Beschwerden sind dosisabhängig und in den Studien bei Adipositas bei rund 60 Prozent der Behandelten berichtet worden. Die Abbruchrate lag je nach Dosis zwischen 1,9 und 4,4 Prozent.10

„SURPASS-CVOT belegt, dass Tirzepatid Herzinfarkte verhindert.“

Die Studie war auf Nichtunterlegenheit gegen Dulaglutid angelegt. Die Nichtunterlegenheit wurde bestätigt, die Überlegenheit nicht: Der obere Rand des Vertrauensbereichs lag bei 1,01.8

12

Wissenslücken

Was fehlt. Wer forschen will, findet hier die offenen Fragen, die tatsächlich welche sind.

  • ? Es gibt keine Absetzstudie und keine Daten über drei Jahre hinaus. Der Anteil fettfreier Masse ist kein Endpunkt, und zu Schwangerschaft und Stillzeit fehlen kontrollierte Daten.
  • ? Für Kinder unter 10 Jahren gibt es keine Daten. Für Kinder ab 10 Jahren ist Mounjaro in der EU für Typ-2-Diabetes zugelassen, nicht für Gewichtsmanagement.
  • ? Menschen mit einer Essstörung in der Vorgeschichte wurden aus den Zulassungsstudien ausgeschlossen, und zu Menschen über 75 Jahren liegen nur wenige Daten vor.
  • ? Die Rate von Pankreatitiden und Gallenerkrankungen lässt sich aus Meldungen nach der Zulassung nicht berechnen, weil die Bezugsgröße fehlt.
  • ? Es gibt keine Langzeitdaten zur Knochendichte und zur körperlichen Funktion bei älteren Menschen mit bereits bestehendem Muskelverlust.
13 Löst ein Prüfpeptid an beiden Rezeptoren ein Signal aus, und unterscheidet sich die Stärke zwischen den beiden Rezeptoren?

Selbst ansetzen: ein Experiment ohne Arzneimittel

Zwei Rezeptoren, zwei Signale: cAMP an GIP- und GLP-1-Rezeptor

Löst ein Prüfpeptid an beiden Rezeptoren ein Signal aus, und unterscheidet sich die Stärke zwischen den beiden Rezeptoren?

Material

  • · Zwei Zelllinien, eine mit humanem GIP-Rezeptor, eine mit humanem GLP-1-Rezeptor
  • · cAMP-Reporterassay oder cAMP-Messkit, Medium und Plattenleser
  • · Je ein selektiver Referenzagonist für beide Rezeptoren als Positivkontrolle
  • · Tirzepatid als Prüfsubstanz, Bezugsquelle und Reinheit dokumentiert

Auswertung

Halbmaximale effektive Konzentration je Rezeptor, angegeben als Vielfaches des jeweiligen Referenzagonisten, mit Streumaß über die Versuchstage.

Ablauf

  1. 1. Beide Zelllinien in gleicher Dichte aussäen und bis zur Konfluenz kultivieren.
  2. 2. Abgestufte Konzentrationen von Tirzepatid sowie je einen Referenzagonisten in Dreifachbestimmung aufbringen.
  3. 3. Nach der im Kit angegebenen Inkubationszeit das cAMP-Signal in beiden Linien messen.
  4. 4. Dosis-Wirkungs-Kurven fitten, halbmaximale effektive Konzentrationen berechnen und über mindestens drei Versuchstage auswerten.

Grenzen: Der Assay zeigt nur die Signalstärke an zwei Rezeptoren. Er sagt nichts über Gewichtsverlust, Verträglichkeit oder Dosis am Menschen. Ohne beide Positivkontrollen lässt sich ein Ergebnis nicht einordnen.

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Vergleich mit verwandten Stoffen

Direkter Nebeneinander-Vergleich der belegbaren Merkmale. Leere Felder bedeuten: in der Literatur nicht gefunden.

MerkmalTirzepatide5-Amino-1MQAOD-9604CagrilintideSemaglutide
KlasseSynthetisches Peptid aus 39 Aminosäuren, dualer Agonist an GIP- und GLP-1-Rezeptor, über eine C20-Fettsäurediacid-Einheit an Albumin gebundenKleinmolekül, kein Peptid: 5-Amino-1-methylchinolinium, ein Hemmstoff des Enzyms Nicotinamid-N-Methyltransferase (NNMT)Synthetisches Peptid aus 16 Aminosäuren, C-terminales Fragment des humanen Wachstumshormons, mit einer Disulfidbrücke zwischen den Cysteinen an Position 7 und 14Synthetisches Peptid, langwirksames Analogon des humanen Amylins (Inselamyloid-Polypeptid), mit Fettsäurekette zur AlbuminbindungSynthetisches Peptid, GLP-1-Rezeptor-Agonist, durch Fettsäurekette an Albumin gebunden und dadurch lang wirksam
ZielstrukturGIP-Rezeptor, GLP-1-Rezeptor, Appetitregulation und Sättigung, Herz-Kreislauf-System, Niere und SchlafregulationEnzym NNMT (Nicotinamid-N-Methyltransferase), NAD+ und S-Adenosylmethionin im Fettgewebe, Polyamin-Stoffwechsel und Energieverbrauch, Fettgewebe, Leber und Glukosehaushaltβ3-adrenerge Rezeptoren des Fettgewebes, Fettoxidation und Energieverbrauch, Insulinempfindlichkeit und Blutzucker, Kein bekannter RezeptorAmylin-Rezeptoren (Calcitonin-Rezeptor mit RAMP1, RAMP2 oder RAMP3), Sättigungszentren im Hirnstamm, Magenentleerung, Glukagon und Blutzucker nach dem EssenGLP-1-Rezeptor, Appetitregulation im Hypothalamus, Magenentleerung, Herz-Kreislauf-System und Niere
HalbwertszeitEtwa 5 Tage. Die Produktinformation begründet damit die einmal wöchentliche Gabe und weist darauf hin, dass bei Absetzproblemen die lange Halbwertszeit zu berücksichtigen ist.Beim Menschen nicht bestimmt. Im Mausmodell wurde die Kinetik nach intravenöser, oraler und subkutaner Gabe beschrieben, mit hoher systemischer Verfügbarkeit und Verteilung in Fettgewebe, Muskel und Leber.Nicht bestimmt. Die Behördenprüfung von 2024 stellt fest, dass keine klinische Studie zur Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik von AOD9604 über irgendeinen Verabreichungsweg vorliegt.159 bis 195 Stunden, also etwa 7 bis 8 Tage. Ermittelt in einer randomisierten Phase-1b-Studie bei 95 gesunden Erwachsenen mit Übergewicht.Etwa 1 Woche. Nach der letzten Dosis von 2,4 mg ist Semaglutid noch rund 7 Wochen im Blut nachweisbar.
Untersuchte Wegesubkutansubkutan, in vitrooral, subkutan, intravenössubkutansubkutan, oral
ZulassungDeutschland: Zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Abgabe ausschließlich über Apotheken. Nicht zugelassene Zubereitungen sind nicht verkehrsfähig. · Europäische Union: Zugelassen. Mounjaro erhielt die Zulassung am 15. September 2022.Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Bei Bestimmung zur Anwendung am Menschen ein nicht zugelassenes Arzneimittel. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU.Deutschland: Nicht zugelassen und zusätzlich in der Doping-Verbotsliste namentlich genannt. Erwerb, Besitz und Verbringung in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind strafbar. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU.Deutschland: Nicht zugelassen. Ein Stoff ohne Zulassung, der zur Anwendung am Menschen bestimmt ist, ist ein nicht zugelassenes Arzneimittel und darf nicht in den Verkehr gebracht werden. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel. Beim Redaktionsstand ist kein laufendes EU-Zulassungsverfahren bekannt.Deutschland: Zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Abgabe ausschließlich über Apotheken. Nicht zugelassene Zubereitungen und Importe sind nicht verkehrsfähig. · Europäische Union: Zugelassen. Wegovy seit 6. Januar 2022, Ozempic seit 8. Februar 2018, Rybelsus seit 3. April 2020.
EvidenzA — mehrfach am Menschen belegtC — überwiegend TiermodelleB — am Menschen untersuchtB — am Menschen untersuchtA — mehrfach am Menschen belegt
Humanstudien6 dokumentiert5 dokumentiert5 dokumentiert6 dokumentiert5 dokumentiert
DeutschlandZugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Abgabe ausschließlich über Apotheken. Nicht zugelassene Zubereitungen sind nicht verkehrsfähig.Kein zugelassenes Arzneimittel. Bei Bestimmung zur Anwendung am Menschen ein nicht zugelassenes Arzneimittel.Nicht zugelassen und zusätzlich in der Doping-Verbotsliste namentlich genannt. Erwerb, Besitz und Verbringung in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind strafbar.Nicht zugelassen. Ein Stoff ohne Zulassung, der zur Anwendung am Menschen bestimmt ist, ist ein nicht zugelassenes Arzneimittel und darf nicht in den Verkehr gebracht werden.Zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Abgabe ausschließlich über Apotheken. Nicht zugelassene Zubereitungen und Importe sind nicht verkehrsfähig.
Ausführlicher Vergleich mit Diagrammen
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Kernaussagen

  • Tirzepatid ist ein dualer GIP- und GLP-1-Rezeptor-Agonist aus 39 Aminosäuren und als Arzneimittel in der EU und den USA zugelassen.
  • In SURMOUNT-1 sank das Gewicht nach 72 Wochen um bis zu 20,9 Prozent gegenüber 3,1 Prozent unter Placebo.
  • Nach drei Jahren Behandlung lag die Rate neu diagnostizierter Typ-2-Diabetes bei 1,3 gegenüber 13,3 Prozent unter Placebo.
  • Magen-Darm-Beschwerden sind häufig und dosisabhängig, Gallenerkrankungen und Pankreaswert-Anstiege sind dokumentiert.
  • In SURPASS-CVOT war Tirzepatid Dulaglutid bei Herz-Kreislauf-Ereignissen nicht unterlegen, aber auch nicht überlegen.
  • Die Halbwertszeit beträgt etwa 5 Tage. Eine Absetzstudie fehlt, und Daten über drei Jahre hinaus gibt es nicht.
  • Die Abgabe erfolgt ausschließlich über Apotheken gegen Verordnung. Nicht zugelassene Zubereitungen sind nicht verkehrsfähig.
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Quellen

Alle Belege dieses Beitrags, mit Einordnung, was sie zeigen und wo ihre Grenzen liegen.

  1. [1] Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity

    Jastreboff AM, Aronne LJ, Ahmad NN, Wharton S, et al.. New England Journal of Medicine , 2022 · doi:10.1056/NEJMoa2206038 · PMID 35658024

    Randomisierte Studie

    SURMOUNT-1, die zentrale Zulassungsstudie für Zepbound. Randomisiert, doppelblind, 2539 Teilnehmende, 72 Wochen. Grenze: keine harten Endpunkte, überwiegend weiße Teilnehmende.

  2. [2] Tirzepatide for Obesity Treatment and Diabetes Prevention

    Jastreboff AM, le Roux CW, Stefanski A, Aronne LJ, et al.. New England Journal of Medicine , 2025 · doi:10.1056/NEJMoa2410819 · PMID 39536238

    Randomisierte Studie

    Nachbeobachtung von SURMOUNT-1 über 176 Wochen. Zeigt den Rückgang neu diagnostizierter Typ-2-Diabetes. Grenze: Die Behandlung lief weiter, deshalb keine Aussage zum Absetzen.

  3. [3] Tirzepatide once weekly for the treatment of obesity in people with type 2 diabetes (SURMOUNT-2): a double-blind, randomised, multicentre, placebo-controlled, phase 3 trial

    Garvey WT, Frias JP, Jastreboff AM, le Roux CW, et al.. The Lancet , 2023 · doi:10.1016/S0140-6736(23)01200-X · PMID 37385275

    Randomisierte Studie

    SURMOUNT-2 mit 938 Teilnehmenden und Typ-2-Diabetes. Wichtig, weil die Gewichtsabnahme dort deutlich kleiner ausfiel als ohne Diabetes.

  4. [4] Tirzepatide for the Treatment of Obstructive Sleep Apnea and Obesity

    Malhotra A, Grunstein RR, Fietze I, Weaver TE, et al.. New England Journal of Medicine , 2024 · doi:10.1056/NEJMoa2404881 · PMID 38912654

    Randomisierte Studie

    SURMOUNT-OSA, zwei randomisierte Studien mit zusammen 469 Teilnehmenden. Grundlage der US-Zulassung für Schlafapnoe.

  5. [5] Tirzepatide for Heart Failure with Preserved Ejection Fraction and Obesity

    Packer M, Zile MR, Kramer CM, Baum SJ, et al.. New England Journal of Medicine , 2025 · doi:10.1056/NEJMoa2410027 · PMID 39555826

    Randomisierte Studie

    SUMMIT mit 731 Teilnehmenden. Der kombinierte Endpunkt war signifikant, die Sterblichkeit allein nicht. Grenze: wenige Ereignisse, weites Vertrauensintervall.

  6. [6] Tirzepatide versus Semaglutide Once Weekly in Patients with Type 2 Diabetes

    Frías JP, Davies MJ, Rosenstock J, Pérez Manghi FC, et al.. New England Journal of Medicine , 2021 · doi:10.1056/NEJMoa2107519 · PMID 34170647

    Randomisierte Studie

    SURPASS-2 mit 1879 Teilnehmenden, offener Kopf-an-Kopf-Vergleich gegen Semaglutid 1,0 mg. Grenze: keine Verblindung, Vergleichsdosis unter der für Adipositas zugelassenen Dosis.

  7. [7] Tirzepatide versus insulin glargine in type 2 diabetes and increased cardiovascular risk (SURPASS-4): a randomised, open-label, parallel-group, multicentre, phase 3 trial

    Del Prato S, Kahn SE, Pavo I, Weerakkody GJ, et al.. The Lancet , 2021 · doi:10.1016/S0140-6736(21)02188-7 · PMID 34672967

    Randomisierte Studie

    SURPASS-4 mit 2002 Teilnehmenden, Vergleich gegen Insulin glargin. Offene Durchführung ohne Verblindung.

  8. [8] Cardiovascular Outcomes with Tirzepatide versus Dulaglutide in Type 2 Diabetes

    Nicholls SJ, Pavo I, Bhatt DL, Buse JB, et al.. New England Journal of Medicine , 2025 · doi:10.1056/NEJMoa2505928 · PMID 41406444

    Randomisierte Studie

    SURPASS-CVOT mit 13 165 ausgewerteten Teilnehmenden. Die wichtigste Sicherheitsstudie zu Herz-Kreislauf-Ereignissen. Grenze: aktiver Vergleich statt Placebo, deshalb keine Aussage über den Nutzen gegenüber keiner Behandlung.

  9. [9] Lean Mass Changes With Incretin Therapy Versus Lifestyle Intervention: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials

    Eisa N, Barood O. Diabetes, Obesity and Metabolism , 2026 · doi:10.1111/dom.70666 · PMID 41877354

    Meta-Analyse / Systematic Review

    Meta-Analyse zum Verlust fettfreier Masse unter Inkretin-Therapie im Vergleich zu Lebensstilintervention. Grundlage der Muskelmasse-Diskussion.

  10. European Medicines Agency, EPAR , 2026

    Behörde / Norm

    Behördlich geprüfte Quelle für alle Häufigkeitsangaben, Indikationen und pharmakokinetischen Werte dieses Beitrags. Sie fasst 14 abgeschlossene Phase-3-Studien mit 15 169 behandelten Erwachsenen zusammen.

  11. European Medicines Agency , 2026

    Behörde / Norm

    Belegt die EU-Zulassung vom 15. September 2022 und die beiden Indikationsbereiche Typ-2-Diabetes und Gewichtsmanagement.

  12. U.S. Food and Drug Administration, Pressemitteilung vom 8. November 2023 , 2023

    Behörde / Norm

    Belegt die US-Zulassung von Zepbound für chronisches Gewichtsmanagement bei Erwachsenen mit BMI ab 30 oder ab 27 mit mindestens einer gewichtsbedingten Erkrankung.

  13. U.S. Food and Drug Administration, Pressemitteilung vom 20. Dezember 2024 , 2024

    Behörde / Norm

    Belegt die US-Zulassung von Zepbound für mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoe bei Erwachsenen mit Adipositas.

  14. U.S. Food and Drug Administration , 2026

    Behörde / Norm

    Behördenangaben zu nicht zugelassenen Zubereitungen: mehr als 730 Meldungen zu compounded Tirzepatid bis 31. Mai 2026, Dosierungsfehler, 28-Tage-Regel und Warnbriefe. Stand 1. September 2026.

  15. U.S. Food and Drug Administration , 2026

    Behörde / Norm

    Erklärt, unter welchen Voraussetzungen ein Wirkstoff nach Section 503A oder 503B des FD&C Act im Compounding verwendet werden darf.

  16. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026

    Behörde / Norm

    Ohne Zulassung darf ein Arzneimittel nicht in den Verkehr gebracht werden.

  17. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026

    Behörde / Norm

    Regelt die Abgabe über Apotheken. Für Tirzepatid besteht zusätzlich Verschreibungspflicht.

  18. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026

    Behörde / Norm

    Verbietet das Verbringen nicht zugelassener Arzneimittel, einschließlich gefälschter Wirkstoffe.

  19. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026

    Behörde / Norm

    Die Liste führt anabole Stoffe, Peptidhormone und Stoffwechselmodulatoren. Tirzepatid ist nach hiesiger Prüfung nicht aufgeführt.

Der Redaktionsstand dieses Beitrags ist der 14. September 2026. Quellen werden regelmäßig gegen die Register geprüft (PubMed, Crossref).

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