NAD+
Körpereigenes Dinukleotid für Redoxreaktionen und Sirtuine, chemisch kein Peptid
Auch bekannt als: Nicotinamidadenindinukleotid · Nicotinamide adenine dinucleotide · NAD · β-NAD · NADH (reduzierte Form) · Coenzym 1
Kurzfassung
NAD+ ist ein körpereigenes Coenzym aus zwei Nukleotiden. Ohne NAD+ läuft keine Redoxreaktion der Atmungskette, und Sirtuine sowie PARP-Enzyme verbrauchen es als Substrat. In menschlicher Haut sinkt der Gehalt mit dem Alter; für Muskel und Blut sind die Daten widersprüchlich. Zu oralen Vorstufen gibt es viele randomisierte Studien, die fast alle den NAD+-Spiegel messen statt einen klinischen Endpunkt. Zu intravenösem NAD+ existiert genau eine randomisierte Studie, und deren klinische Endpunkte blieben unverändert.
- Klasse
- Dinukleotid, kein Peptid
- Masse
- 663,4 g/mol
- Funktion
- Elektronenüberträger der Atmungskette
- Verbraucher
- Sirtuine, PARPs, CD38
- Zulassung als Arzneimittel
- keine, weltweit
- RCT mit IV-NAD+ und klinischem Endpunkt
- 1, klinische Endpunkte negativ
- RCT mit oralen Vorstufen
- Dutzende, überwiegend Markerendpunkte
- Höchste erreichte Evidenzstufe
- C
Was der Stoff ist
- Klasse
- Dinukleotid aus Adenosinmonophosphat und Nicotinamidmononukleotid, verbunden über zwei Phosphatgruppen. Ausdrücklich kein Peptid: keine Aminosäurekette, keine Peptidbindung.
- Summenformel
- C₂₁H₂₇N₇O₁₄P₂
- Molare Masse
- 663,4 g/mol
- CAS-Nummer
- 53-84-9 (NAD+); 20111-18-6 (Natriumsalz); 606-68-8 (NADH, Dinatriumsalz)
- Herkunft
- NAD+ kommt in jeder menschlichen Zelle vor und entsteht dort aus Nicotinamid oder Nicotinsäure. Diese körpereigene Herkunft wird häufig mit Unbedenklichkeit gleichgesetzt. Belegt ist damit nur, dass der Stoff gebraucht wird, nicht dass eine zusätzliche Zufuhr etwas verändert.
Wirkmechanismus
Was im molekularen Versuch passiert. Jede Zeile nennt die Zielstruktur und die Belege.
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NAD+ nimmt bei der Oxidation von Nährstoffen Elektronen auf und wird zu NADH. Die Atmungskette überträgt diese Elektronen auf Sauerstoff und bildet ATP. Diese Rolle ist gesichertes Lehrbuchwissen und der Grund, warum NAD+ überhaupt untersucht wird.
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Sirtuine entfernen Acetylgruppen von Proteinen und verbrauchen dabei NAD+. Im Tiermodell senkt NAD+-Mangel die Sirtuin-Aktivität. Ob eine Zufuhr beim Menschen etwas verbessert, ist offen, weil Sirtuin-Aktivität in menschlichen Geweben kaum messbar ist.
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PARP-Enzyme hängen bei DNA-Schäden Ketten aus ADP-Ribose an Proteine und verbrauchen dabei sehr viel NAD+. Bei starkem Schaden kann der Vorrat einer Zelle binnen Minuten einbrechen. NAD+ ist damit auch Reparaturfaktor und nicht frei verfügbar.
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CD38 spaltet NAD+ außerhalb der Zelle. Im Mausmodell steigt die CD38-Menge im Alter, und Tiere ohne CD38 behalten höhere Spiegel. Das ist die meistzitierte Erklärung des NAD+-Abfalls, stammt aber überwiegend aus Maus und Zellkultur. Ein CD38-Hemmstoff ist für den Menschen nicht zugelassen.
-
NAD+ kann von außen auf Zellen wirken, unter anderem über purinerge Rezeptoren. Damit wird erklärt, warum eine schnelle Infusion Beschwerden auslöst: Sie erzeugt kurzfristig sehr hohe extrazelluläre Konzentrationen. Plausibel, am Menschen nicht durch Messungen belegt.
Was belegt ist und wie gut
Jede Aussage mit Evidenzstufe und Bewertung. „Anerkannt“ heißt: von der Fachwelt getragen. „Spekulativ“ heißt: es gibt eine Hypothese, aber keine belastbare Prüfung.
Zahlreiche randomisierte Studien zu oralen Vorstufen mit konsistentem Markeranstieg, aber ohne konsistenten klinischen Nutzen. Zu intravenösem NAD+ eine einzige randomisierte Studie mit negativen klinischen Endpunkten und Verträglichkeitsdaten aus Beobachtungen mit sechs bis acht Personen.
Warum nicht höher: Die Evidenz endet beim Surrogatmarker. Gut belegt ist, dass Vorstufen den NAD+-Spiegel heben. Nicht belegt ist, dass daraus ein Nutzen bei einer Erkrankung folgt. Für intravenöses NAD+ fehlte bis 2026 jede randomisierte Wirksamkeitsprüfung, und die einzige vorhandene Studie traf ihre klinischen Endpunkte nicht.
NAD+ ist als Elektronenüberträger an Glykolyse, Citratzyklus und Atmungskette beteiligt und für die Energiegewinnung jeder Zelle erforderlich.1,5
Evidenz A anerkannt · Gesicherte Biochemie, in Primärliteratur und Übersichten vielfach belegt.
Der NAD+-Gehalt menschlicher Haut nimmt mit dem Alter ab.3
Evidenz C plausibel · Eine Arbeit an Hautproben aus dem Beckenbereich von 49 Personen im Alter von 0 bis 77 Jahren fand eine negative Korrelation. Querschnittsdesign, ein Gewebe, eine Arbeitsgruppe, nie unabhängig wiederholt.
Für Skelettmuskel und Blut widersprechen sich die Angaben zum NAD+-Abfall mit dem Alter.9,4
Evidenz C plausibel · Verschiedene Arbeiten kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, abhängig von Gewebe, Messmethode und Stichprobe. Eine belastbare Verlaufskurve für den Menschen existiert nicht.
Orale Vorstufen wie Nicotinamid-Ribosid und Nicotinamid-Mononukleotid heben den NAD+-Spiegel in Blut und Gewebe zuverlässig an.10,11,15,18
Evidenz B anerkannt · Mehrere randomisierte, placebokontrollierte Studien mit konsistentem Ergebnis für den Marker, teils mehr als eine Verdopplung im Blut. Das ist der am besten belegte Teilschritt der ganzen Hypothese.
In mehreren randomisierten Studien blieben klinische Endpunkte unter oralen Vorstufen unverändert, obwohl der NAD+-Spiegel deutlich anstieg.12,13,16,17,18,21
Evidenz B anerkannt · Konsistent über unabhängige Arbeitsgruppen: Insulinsensitivität, Muskelkraft, aerobe Kapazität, Kognition sowie Nierenfunktion und Entzündungswerte unverändert. Teils verbesserten sich einzelne Nebenparameter wie Gewicht oder diastolischer Blutdruck.
In der einzigen randomisierten Studie mit intravenösem NAD+ besserte sich bei Herzinsuffizienz die Auswurffraktion geringfügig, während die klinischen Endpunkte unverändert blieben.22
Evidenz B plausibel · 180 Teilnehmer, sieben Tage 10 mg/Tag, placebokontrolliert, Einzelzentrum. Die Auswurffraktion stieg um etwa drei Prozentpunkte. Marker, kardiale Ereignisse und Beschwerdescore erreichten keine Signifikanz. Die Dosis ist pharmakokinetisch nicht begründet.
In einer randomisierten Studie bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit verbesserte Nicotinamid-Ribosid die Gehstrecke geringfügig.20
Evidenz B plausibel · Der Unterschied betrug etwa 18 Meter, die untere Grenze des Konfidenzintervalls lag knapp über null. Grenzwertig positiv, bislang nicht bestätigt. Eine zusätzliche Gabe von Resveratrol brachte keinen Zusatznutzen.
Für intravenös verabreichtes NAD+ fehlten bis 2026 Endpunktstudien für Alterns- und Wellness-Indikationen.26,25
Evidenz B anerkannt · Eine systematische Übersicht nach PRISMA wertete 113 Studien aus, darunter 33 Humaninterventionsstudien, und fand keine Endpunktstudie zu intravenösem oder intramuskulärem NAD+ für diese Indikationen. Eine narrative Übersicht kommt zum selben Ergebnis.
Bei einer Infusion von 500 mg NAD+ über durchschnittlich 97 Minuten berichteten alle sechs beobachteten Personen über mäßige bis schwere Beschwerden.24
Evidenz D plausibel · Retrospektive Auswertung von Krankenakten einer kommerziellen Einrichtung, ohne Kontrollgruppe und mit selbst gewählter Infusionsgeschwindigkeit. Die konkreteste Verträglichkeitsangabe zu intravenösem NAD+, methodisch aber schwach.
Die FDA hat NAD+ in Lebensmittelqualität für die sterile Herstellung beanstandet und einen Rückruf der höchsten Risikoklasse wegen erhöhter Endotoxinwerte veranlasst.36,37
Evidenz B anerkannt · Behördliche Risikomitteilung und amtliche Rückrufdatenbank. Belegt ist die Kontamination von Produkten, nicht ein ursächlicher Zusammenhang bei einzelnen Behandelten.
Nicotinamid-Mononukleotid ist in den USA seit September 2025 nicht mehr von der Definition des Nahrungsergänzungsmittels ausgeschlossen.35
Evidenz B anerkannt · Amtliches Antwortschreiben der FDA auf eine Bürgerpetition. Die Behörde gibt ihre frühere Auslegung auf und verlangt nicht mehr, dass der Stoff rechtmäßig vermarktet wurde. Das Datum, ab dem die Arzneimitteluntersuchung wirksam wurde, nennt sie weiterhin nicht.
Ein Anstieg des NAD+-Spiegels durch Vorstufen hat in Tier- und Zellmodellen widersprüchliche Wirkungen auf Tumorzellen gezeigt.30,31,32
Evidenz D spekulativ · Präklinische Einzelarbeiten berichten sowohl fördernde als auch hemmende Effekte, abhängig von Zelltyp und Modell. Humandaten zur Krebshäufigkeit unter Vorstufen existieren nicht.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat 2026 vor Infusionsangeboten im Wellnessbereich gewarnt und festgestellt, dass solche Lösungen in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen sind.40
Evidenz B anerkannt · Behördliche Warnung zur Produktgruppe, nicht zu NAD+ einzeln.
Studien am Menschen
Was am Menschen tatsächlich gemessen wurde. Tierstudien stehen bewusst nicht hier, sondern im Abschnitt zur Evidenz.
Intravenöses NAD+ bei Herzinsuffizienz durch ischämische Kardiomyopathie
randomisiert, placebokontrolliert 2026 22- Population
- Patienten mit Auswurffraktion unter 45 Prozent, Einzelzentrum · n = 180
- Endpunkte
- Auswurffraktion nach einem Monat, dazu Herzinsuffizienzmarker, kardiale Ereignisse und Beschwerdescore
- Ergebnis
- Die Auswurffraktion war unter NAD+ um etwa drei Prozentpunkte besser als unter Placebo. Die klinischen Endpunkte blieben statistisch unverändert. Damit trennt diese Studie erstmals bei intravenöser Gabe den Funktionsparameter von der Patientenerfahrung.
- Population
- Acht Teilnehmer mit NAD+-Infusion, drei mit Kochsalzlösung · n = 11
- Endpunkte
- NAD+-Stoffwechsel in Plasma und Urin über sechs Stunden
- Ergebnis
- Bei 3 µmol/min blieb das Plasma-NAD+ in den ersten zwei Stunden unverändert, danach stiegen Abbauprodukte an. Die Studie belegt eine Sättigung des Abbaus, keine Wirkung.
- Population
- Klienten einer kommerziellen Infusionseinrichtung: sechs mit NAD+, acht mit Nicotinamid-Ribosid · n = 14
- Endpunkte
- Retrospektiv aus Krankenakten: Beschwerden, Infusionsdauer, Laborwerte nach 30 Tagen
- Ergebnis
- Alle sechs NAD+-Klienten berichteten während der Infusion mäßige bis schwere Beschwerden, die mit dem Ende der Infusion aufhörten. Formal wurde kein unerwünschtes Ereignis dokumentiert. Die Infusionsdauer lag im Mittel bei 97 Minuten.
Nicotinamid-Mononukleotid, Dosis-Wirkung bei Gesunden
randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch 2023 15- Population
- Gesunde Erwachsene mittleren Alters
- Endpunkte
- Sicherheit und Verträglichkeit mehrerer Prüfdosen
- Ergebnis
- Die Arbeit prüfte mehrere Dosen gegen Placebo und berichtet Sicherheit sowie Blutspiegelverläufe. Sie ist die wichtigste Quelle zur Verträglichkeit oraler Vorstufen und sagt nichts über klinischen Nutzen.
Nicotinamid-Mononukleotid bei Muskel- und Stoffwechselfunktion
randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert 2023 16- Population
- Übergewichtige Erwachsene mittleren und höheren Alters · n = 30
- Endpunkte
- Muskelkraft, Ermüdbarkeit, aerobe Kapazität, Treppensteigen
- Ergebnis
- Kein muskelfunktioneller Endpunkt verbesserte sich. Gewicht, diastolischer Blutdruck und LDL veränderten sich günstig. Diese Aufteilung ist typisch für das Feld.
Nicotinamid-Mononukleotid bei COVID-19 mit akuter Nierenschädigung
randomisiert, placebokontrolliert 2025 17- Population
- Hospitalisierte Patienten mit COVID-19 und akuter Nierenschädigung · n = 42
- Endpunkte
- Nierenfunktion, Entzündungsparameter, Sicherheit
- Ergebnis
- Der Blutspiegel stieg deutlich, während Kreatinin, Cystatin C, CRP sowie Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-alpha unverändert blieben. Der klarste Einzelbeleg dafür, dass ein erreichter Zielspiegel keine Wirkung bedeutet.
- Population
- Übergewichtige Männer ohne Diabetes · n = 40
- Endpunkte
- Insulinsensitivität, Glukosestoffwechsel, Fettmobilisierung, Sicherheit
- Ergebnis
- Der Stoff wurde vertragen und der NAD+-Stoffwechsel stieg an. Insulinsensitivität und Glukosestoffwechsel veränderten sich nicht. Ein frühes und häufig übersehenes Nullergebnis.
- Population
- Ältere Erwachsene mit leichter kognitiver Störung · n = 20
- Endpunkte
- Kognitive Testung, Gehgeschwindigkeit
- Ergebnis
- Der Blutspiegel verdoppelte sich, kognitive Leistung und Gehgeschwindigkeit blieben unverändert.
Nicotinamid-Ribosid bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (NICE)
randomisiert, placebokontrolliert 2024 20- Population
- Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit · n = 90
- Endpunkte
- Gehstrecke im 6-Minuten-Test über sechs Monate
- Ergebnis
- Die Gehstrecke verbesserte sich um etwa 18 Meter, mit einer Konfidenzuntergrenze knapp über null. Der einzige positive Funktionsendpunkt in dieser Sammlung und gleichzeitig der grenzwertigste.
- Population
- Randomisierte Studien zu Nicotinamid-Mononukleotid und Nicotinamid-Ribosid
- Endpunkte
- Meta-Analyse von Muskelmasse und Muskelfunktion
- Ergebnis
- Kein Effekt auf Muskelindex, Handkraft, Ganggeschwindigkeit oder Aufstehtest. Die eingeschlossenen Studien waren klein und kurz.
Pharmakokinetik
Was der Körper mit dem Stoff macht: Aufnahme, Verteilung, Abbau.
- Halbwertszeit
- Keine belastbare Halbwertszeit für den Menschen. In der einzigen kontrollierten Infusionsstudie blieb das Plasma-NAD+ bei 3 µmol/min über sechs Stunden in den ersten zwei Stunden unverändert; danach stiegen Abbauprodukte an. Die Autoren schließen daraus, dass NAD+ bei dieser Rate mindestens zwei Stunden lang rasch und vollständig aus dem Plasma entfernt wird.
- Aufnahme / Bioverfügbarkeit
- Orale Aufnahme von NAD+ als intaktem Molekül findet praktisch nicht statt. Im Darm wird es zu Nicotinamid und ADP-Ribose gespalten. Was im Blut ankommt, ist überwiegend Nicotinamid. Deshalb arbeitet die Forschung mit Vorstufen und nicht mit NAD+ selbst.
- Spitzenkonzentration
- Nach oralen Vorstufen steigt die Vorstufe im Blut innerhalb von einer bis drei Stunden an. Für NAD+ selbst ist nach oraler Gabe kein relevanter Anstieg beschrieben.
- Abbau
- Abgebaut wird NAD+ über CD38 und CD157 außerhalb der Zelle sowie über PARPs und Sirtuine innerhalb. Nicotinamid fließt über den Rückgewinnungsweg zurück in die Neubildung. Dieser Weg ist beim Menschen der wichtigste.
- Ausscheidung
- Nicht quantifiziert. In der Infusionsstudie wurde ein Anstieg von Methylnicotinamid im Urin gemessen, was den Abbau über die Methylierung von Nicotinamid belegt. Eine Clearance in Litern pro Stunde ist nie veröffentlicht worden.
Der pharmakologische Kernpunkt: NAD+ ist Substrat und kein Ligand. Es bindet nicht an einen Rezeptor, der sich mit einer Tablette ansteuern ließe. Eine Zufuhr verändert einen Stoffwechselpool mit mehreren Rückkopplungen, und deshalb ist der Blutspiegel kein Wirknachweis.
Protokolle aus der Literatur
Diese Angaben beschreiben, wie in einer bestimmten Studie dosiert wurde. Sie sind der Grund, warum im Umlauf Zahlen kursieren, und ausdrücklich kein Vorschlag für irgendetwas.
Dosisangaben aus Tierstudien lassen sich nicht auf Menschen umrechnen. Wer das versucht, ignoriert Unterschiede in Stoffwechsel, Aufnahme und Empfindlichkeit.
Handhabung im Labor
Umgang mit der Substanz, nicht mit dem Menschen: ansetzen, lagern, typische Fehler.
- Rekonstitution
- Lyophilisat in Wasser oder Natriumchloridlösung 0,9 % lösen. Die einzige veröffentlichte Praxisbeschreibung nennt 500 mg Lyophilisat mit bakteriostatischem Wasser, anschließend verdünnt in 500 mL Natriumchloridlösung. Das ist eine dokumentierte Vorgehensweise, keine geprüfte Zubereitungsanweisung: Eine Stabilitätsprüfung dieser Lösung wurde nie veröffentlicht.
- Lagerung
- Als Pulver bei −20 °C, trocken und verschlossen. Für NAD+ in Infusionslösung gibt es keine veröffentlichte Haltbarkeitsangabe. In Puffern ist NAD+ pH- und temperaturabhängig: Bei pH 8,5 zerfiel es in Phosphat- und HEPES-Puffer über 43 Tage nahezu vollständig, in Tris-Puffer nur um etwa 4 %. Diese Daten stammen aus einer biokatalytischen In-vitro-Arbeit, nicht aus einer Arzneimittelprüfung.
- Lösungsmittel
- Natriumchloridlösung 0,9 % ist das in Studien verwendete Vehikel. Zur Kompatibilität mit Behältnismaterial liegen keine Daten vor. Die verbreitete Angabe, NAD+ sei lichtempfindlich, ließ sich nicht auf eine Primärquelle zurückführen; belegt ist nur, dass NAD+ photochemisch als Katalysator wirken kann.
- Auftauen
- Für NAD+ nicht systematisch untersucht. Bei Nukleotiden ist die Hydrolyse der Phosphatbindung der wahrscheinlichste Verlustweg. Aliquote sind übliche Laborpraxis, ein belegter Zahlenwert fehlt.
Grundregeln für den Umgang
- Reinheit des Ausgangsmaterials dokumentieren. Die FDA hat ausdrücklich vor NAD+ in Lebensmittelqualität für die sterile Zubereitung gewarnt.
- Nach dem Ansetzen rollen oder schwenken statt schütteln, um Schaumbildung an Grenzflächen zu vermeiden.
- Trübe Lösung, sichtbare Partikel oder Farbumschlag nicht verwenden.
- pH-Wert der fertigen Lösung dokumentieren, weil die Zerfallsrate stark pH-abhängig ist.
Typische Fehler
- Der Blutspiegel wird mit der Wirkung verwechselt. Fast alle randomisierten Studien zeigen einen Anstieg des Markers, mehrere große Studien an funktionellen Endpunkten blieben trotzdem negativ. Wer diesen Schritt überspringt, liest aus einer erfolgreichen Messung eine erfolgreiche Behandlung.
- „Körpereigen“ wird als „unbedenklich“ gelesen. NAD+ ist körpereigen und wird gleichzeitig streng reguliert. Nach einer Infusion liegt die Konzentration weit außerhalb des Bereichs, in dem diese Regelung arbeitet, und diese Spitze hat eigene Effekte.
- Die Wirkung von Vorstufen wird auf NAD+ selbst übertragen. Vorstufen werden über Nicotinamid umgebaut, ein Teil wird methyliert und ausgeschieden. Gemessen wird der Nettoeffekt, nicht die Zufuhr.
- Lebensspannendaten aus Mausversuchen werden auf den Menschen übertragen. Diese Versuche liefen unter definierten Bedingungen an einem Stamm. Eine Übertragbarkeit auf freilebende Menschen ist nicht belegt und kaum prüfbar.
- Kommerzielle Infusionsprotokolle unterscheiden sich erheblich in Dosis, Dauer und Begleitsubstanzen. Eine Übersichtsarbeit nennt die Dosierungsstrategien ausdrücklich uneinheitlich und die Protokolle nicht klinisch validiert. Vergleiche zwischen Anbietern sind damit nicht möglich.
- Bei einer Substanz, die nur als Pulver ohne Zulassung erhältlich ist, entscheidet die Charge über Reinheit und Endotoxingehalt, nicht die Aufschrift.
Sicherheit
Für intravenöses NAD+ gibt es keine systematische Sicherheitserhebung, aber dokumentierte Kontaminationsfälle und Berichte über erhebliche Infusionsbeschwerden.
Was in Studien als unerwünschte Wirkung berichtet wurde
- gravierend Evidenz B Belege: fda-nad-sterile-2024
Die FDA berichtet, dass NAD+ in Lebensmittelqualität für die sterile Herstellung von Injektionslösungen verwendet wurde, und nennt als Risiko eine Kontamination mit Mikroben und Endotoxinen. Die Behörde berichtet außerdem über unerwünschte Ereignisse nach NAD+-Injektionen mit schwerem Schüttelfrost, Zittern, Erbrechen und Erschöpfung, die mit erhöhten Endotoxinwerten vereinbar sind und teils medizinisch behandelt werden mussten.
- gravierend Evidenz B Belege: openfda-enforcement
In der amtlichen Rückrufdatenbank finden sich 14 Rückrufe zu NAD+-Zubereitungen, davon zehn wegen fehlender Sterilitätssicherung. Ein Rückruf der Klasse I, der höchsten Risikoklasse, betraf erhöhte Endotoxinwerte. Die Häufung über verschiedene Firmen und Jahre ist ein Signal über die Produktklasse, nicht über einen einzelnen Hersteller.
- gravierend Evidenz D Belege: reyna-2026
In der einzigen Praxisbeobachtung berichteten alle sechs Personen im NAD+-Arm über mäßige bis schwere Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, erhöhte Herzfrequenz, Halsschmerz, Kongestion und Brustdruck. Die Beschwerden endeten mit der Infusion. Formal wurde nichts als unerwünschtes Ereignis erfasst, was zeigt, wie leicht solche Reaktionen in der Dokumentation verschwinden.
- relevant Evidenz D Belege: reyna-2026, fda-nad-sterile-2024
Brustdruck und erhöhte Herzfrequenz während einer Infusion gehören unabhängig von der Ursache abgeklärt. Sie können Ausdruck einer Endotoxinreaktion, einer Vasodilatation oder eines kardialen Ereignisses sein. Eine Beobachtungsstudie kann diese Möglichkeiten nicht trennen.
- relevant Evidenz D Belege: podyacheva-2026, b3-derivatives-2026, pang-2023, berven-2023
Zur Krebsfrage ist die Datenlage widersprüchlich und dünn. Zwei präklinische Arbeiten berichten, dass Nicotinamid-Ribosid im Tumormodell die Gefäßneubildung fördern kann und dass Vitamin-B3-Derivate Pankreaskarzinomzellen unterstützen. Eine andere Arbeit findet im Lebertumormodell eine hemmende Wirkung. Humandaten zur Krebshäufigkeit unter Vorstufen fehlen. Eine randomisierte Sicherheitsstudie mit hoher Dosis bei Parkinson-Patienten berichtet keine neuen Sicherheitsbedenken, lief aber kurz.
Aus Studien und Zulassungsunterlagen
- Intravenöses NAD+: 6 von 6 Personen mit mäßigen bis schweren Beschwerden während der Infusion in einer retrospektiven Beobachtung. Formal wurde kein unerwünschtes Ereignis dokumentiert.
- Intravenöses NAD+: In der kontrollierten Pilotstudie mit acht Personen über sechs Stunden wurden während der Infusion keine unerwünschten Ereignisse beobachtet; einzelne Leberwerte und das Bilirubin veränderten sich geringfügig und wurden als nicht klinisch bedeutsam eingeordnet.
- Intravenöses NAD+, behördlich: Meldungen über schweren Schüttelfrost, Zittern, Erbrechen und Erschöpfung, vereinbar mit Endotoxinbelastung.
- Orale Vorstufen: In randomisierten Studien über sechs bis zwölf Wochen überwiegend leichte bis mäßige Beschwerden wie Kopfschmerzen und Übelkeit. Schwere Ereignisse wurden nicht berichtet, die Beobachtungsdauer war kurz.
- Krebshäufigkeit unter oralen Vorstufen: keine Humandaten. Ein Fallbericht in der Fachliteratur zu einer Todesfolge nach NAD+-Infusion existiert nicht.
Messgrößen, die eine Gefährdung früh zeigen würden
Diese Parameter werden in Studien erhoben, um Schäden zu erkennen. Die Liste ist keine Anleitung zur Selbstkontrolle, sondern zeigt, welche Signale die Fachwelt für relevant hält.
- Körpertemperatur und Blutdruck engmaschig während und nach einer Infusion, weil Fieber und Schüttelfrost die Leitsymptome einer Endotoxinreaktion sind.
- Blutbild und Entzündungsparameter, weil eine Endotoxinreaktion Leukozyten und Akute-Phase-Proteine verändert.
- Leberwerte und Bilirubin, weil in der Pilotstudie geringe Veränderungen beschrieben wurden.
- Herzfrequenz und EKG bei Brustdruck, weil eine Zuordnung ohne apparative Diagnostik nicht möglich ist.
- Chargendokumentation mit Hersteller, Chargennummer und Analysezertifikat, weil die Produktqualität hier der schwächste Punkt ist.
Rechtslage
Einordnung nach öffentlich zugänglichen Normen. Sie ersetzt keine anwaltliche Auskunft im Einzelfall.
Kein zugelassenes Arzneimittel. Eine zur Anwendung am Menschen bestimmte NAD+-Lösung unterliegt dem Arzneimittelrecht und darf ohne Zulassung nicht in den Verkehr gebracht werden. Das BfArM hat 2026 Infusionsangebote im Wellnessbereich ausdrücklich als nicht zugelassen bezeichnet.
- § 2 Abs. 1 AMG (Arzneimittelbegriff, einschließlich Zweckbestimmung)
- § 21 Abs. 1 AMG (Zulassungspflicht)
- § 13 Abs. 1 AMG (Herstellungsverbot ohne Erlaubnis)
- § 43 Abs. 1 AMG (Apothekenpflicht)
- § 48 Abs. 1 AMG (Verschreibungspflicht)
- § 1 Heilpraktikergesetz (Erlaubnisvorbehalt für die Ausübung der Heilkunde)
- BfArM, Pressemitteilung Nr. 04/26 vom 12. Mai 2026
Für NAD+ gibt es in Deutschland keine Zulassung und keine Fachinformation. Ein als Forschungschemikalie verkauftes Pulver ändert daran nichts, wenn es tatsächlich infundiert wird: Die Zweckbestimmung entscheidet, und sie ergibt sich aus den Umständen. Das Legen einer Infusion ist ärztliche Tätigkeit; die Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz deckt invasive Maßnahmen nicht ab und ersetzt keine Zulassung. Die BfArM-Warnung nennt für solche Infusionen zusätzlich Risiken durch Überdosierung von Vitaminen, Flüssigkeitsüberschuss sowie Elektrolyt- und Säure-Basen-Störungen.
Kein zugelassenes Arzneimittel. Nicotinamid-Ribosidchlorid und Nicotinamid-Mononukleotid sind als neuartige Lebensmittel bewertet. NAD+ und NADH gelten nach dem Novel-Food-Katalog nur in Nahrungsergänzungsmitteln als nicht neuartig.
- Richtlinie 2001/83/EG Art. 1 Nr. 2 und Art. 6 (Arzneimittelbegriff und Zulassungspflicht)
- Verordnung (EU) 2015/2283 über neuartige Lebensmittel
- EFSA-Gutachten zu Nicotinamid-Ribosidchlorid, EFSA Journal 2019
- EFSA-Gutachten zu β-Nicotinamid-Mononukleotid, EFSA Journal 2026
Die beiden EFSA-Bewertungen betreffen das Lebensmittelrecht, nicht das Arzneimittelrecht, und sind keine Zulassung. Die Bewertung von 2026 hält 300 mg täglich in Nahrungsergänzungsmitteln für Erwachsene für sicher, ausdrücklich ohne Schwangere und Stillende. Eine infundierte NAD+-Lösung ist kein Lebensmittel.
NAD+ ist nicht als Arzneimittel zugelassen. Nicotinamid-Mononukleotid ist seit dem 29. September 2025 nicht mehr von der Definition des Nahrungsergänzungsmittels ausgeschlossen.
- Federal Food, Drug, and Cosmetic Act, Section 201(ff)(3)(B) (Ausschlussklausel)
- FDA, Antwort auf die Bürgerpetition zu Docket FDA-2023-P-0872 vom 29. September 2025
- FDA, Interimspolitik zu Bulk-Arzneimittelstoffen nach Section 503A
- FDA, Liste der Bulk-Arzneimittelstoffe mit erheblichen Sicherheitsrisiken
Die Behörde hatte 2022 gegenüber mehreren Einreichern von Neustoffanzeigen mitgeteilt, der Stoff sei ausgeschlossen, woraufhin Produkte vom Markt verschwanden. Im September 2025 gab sie diese Auslegung auf, weil der Stoff vor der Arzneimitteluntersuchung als Supplement vermarktet worden war. Sie nennt das Wirksamkeitsdatum der Untersuchung weiterhin nicht und lehnte eine allgemeine Regelung ab. In der Liste der Bulk-Stoffe mit Sicherheitsrisiken führt sie NAD+ nicht.
Sport und Anti-Doping
49NAD+ und seine Vorstufen stehen nicht auf der Verbotsliste der WADA.
- WADA Prohibited List, Kategorien S0 bis S9
Infusionen unterliegen im Sport eigenen Regeln, weil sie zur Verschleierung anderer Substanzen oder zur unzulässigen Flüssigkeitszufuhr dienen können. Für eine nicht zugelassene Infusion gelten zusätzlich die arzneimittelrechtlichen Grenzen.
Kombinationen
Was in der Literatur zusammen genannt wird und was davon belegt ist.
Häufig zusammen untersucht oder genannt
- Orale Vorstufen und NAD+ werden kombiniert, weil beide über denselben Endpool laufen. Pharmakologisch ist das keine Addition zweier Wirkungen, sondern eine Konkurrenz um dieselben Aufbau- und Abbauwege: Nicotinamid hemmt als Rückkopplung die eigene Neubildung. Ein synergistischer Effekt ist nie gemessen worden.
- Nicotinamid-Ribosid wird häufig mit Resveratrol kombiniert, weil beide auf Sirtuine wirken sollen. Resveratrol ist ein schwacher Sirtuin-Aktivator mit schlechter Aufnahme. In der Studie bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit brachte die Zugabe von Resveratrol keinen Zusatznutzen.
- In kommerziellen Infusionsprotokollen werden NAD+ und Vorstufen mit Vitaminen, Aminosäuren und Glutathion gemischt. Für diese Gemische existiert keine Stabilitäts- oder Verträglichkeitsprüfung, und bei Beschwerden lässt sich keine einzelne Komponente mehr zuordnen.
Mögliche Wechselwirkungen
- Nicotinamid in hoher Dosis kann Leberwerte verändern. Für Vorstufen, die über Nicotinamid laufen, ist eine gleichzeitige Gabe anderer leberbelastender Stoffe ein offenes Risiko, das in Studien nicht systematisch erfasst wurde.
- Weil NAD+ über CD38 und PARP abgebaut wird, ist theoretisch eine Wechselwirkung mit Arzneimitteln denkbar, die in diese Wege eingreifen, etwa PARP-Inhibitoren in der Krebstherapie. Untersuchungen fehlen.
- Die intravenöse Gabe größerer Flüssigkeitsmengen ist bei Herzinsuffizienz und eingeschränkter Nierenfunktion eigenständig relevant, unabhängig von der Substanz.
- Mittel, die den Blutdruck senken, können die während einer NAD+-Infusion beschriebenen Kreislaufsymptome verstärken. Eine systematische Erhebung fehlt.
Häufige Fehlannahmen
Aussagen, die im Umlauf sind, und was die Quellen dazu sagen.
„NAD+ ist ein körpereigener Stoff, deshalb kann eine Zufuhr nicht schaden.“
Körpereigen bedeutet, dass der Stoff gebraucht wird, nicht dass jede Menge davon gleichgültig ist. Nach einer Infusion liegt die Konzentration außerhalb des geregelten Bereichs. In der einzigen veröffentlichten Beobachtung berichteten alle sechs Personen über erhebliche Beschwerden, und die FDA dokumentiert Kontaminationsprobleme in genau dieser Produktklasse.24,36
„NAD+-Spiegel sinken im Alter, also hebt eine Zufuhr das Altern auf.“
Belegt ist der Marker für Hautgewebe, und selbst dort nur in einer Querschnittsstudie. Für Muskel und Blut widersprechen sich die Arbeiten. Es ist nicht gezeigt, dass der Abfall eine Ursache des Alterns ist und nicht eine Begleiterscheinung. Um das zu unterscheiden, bräuchte es Studien, in denen eine Anhebung des Spiegels einen harten Endpunkt verändert.3,9,26
„Es gibt viele Studien zu NAD+, also ist die Wirkung gut belegt.“
Die Studien prüfen fast alle einen Marker. Eine systematische Übersicht wertete 113 Studien aus und fand keine Endpunktstudie zu intravenösem NAD+ für Alterns- und Wellness-Indikationen. Zahl und Belastbarkeit einer Studienlage sind zwei verschiedene Dinge.26,25
„NAD+ ist ein Peptid und gehört deshalb in ein Peptid-Sortiment.“
Das ist chemisch falsch. NAD+ ist ein Dinukleotid aus zwei Nukleotiden und enthält keine Peptidbindung. Die Zuordnung ist eine Ordnungskategorie für den Handel, keine Aussage über die Chemie. Der Beitrag führt NAD+ trotzdem, weil der Stoff in der Praxis gemeinsam mit Peptiden infundiert wird und genau dort die Aufklärung fehlt.1
„Eine langsame Infusion verhindert die Nebenwirkungen.“
Das ist eine Annahme, keine Messung. Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Infusionsgeschwindigkeit und Nebenwirkungsrate ist nicht untersucht. In der einzigen Praxisbeobachtung steuerten die Behandelten die Geschwindigkeit selbst nach Verträglichkeit, was einen Vergleich unmöglich macht. Die Autoren schreiben, dass formale Studien dazu fehlen.24
„NMN ist in den USA als Nahrungsergänzungsmittel verboten.“
Diese Aussage war von 2022 bis 2025 zutreffend und ist seit dem 29. September 2025 überholt. Die FDA hat ihre Ausschlussfeststellung aufgegeben. Verbreitet wird weiterhin die alte Fassung, obwohl das amtliche Schreiben öffentlich ist.35
„Ein positives EFSA-Gutachten bedeutet, dass NMN in der EU zugelassen ist.“
Das Gutachten bewertet die Sicherheit als Lebensmittel. Eine Zulassung ist damit nicht ausgesprochen, und für das Arzneimittelrecht gilt es ohnehin nicht. Der Stoff bleibt in der EU ein neuartiges Lebensmittel ohne abschließenden Rechtsakt.34,41
Wissenslücken
Was fehlt. Wer forschen will, findet hier die offenen Fragen, die tatsächlich welche sind.
- ? Für intravenöses NAD+ fehlt eine randomisierte Studie mit einem vorab festgelegten klinischen Endpunkt. Die einzige vorhandene Arbeit prüfte überwiegend Patienten mit ischämischer Kardiomyopathie und traf ihre klinischen Endpunkte nicht.
- ? Es gibt keine Dosisfindung für intravenöses NAD+. Bekannt sind eine Infusionsrate aus einer Pilotstudie mit acht Personen und eine selbst gewählte Geschwindigkeit aus einer Beobachtung mit sechs Personen. Die Dosis der einzigen randomisierten Studie ist pharmakokinetisch nicht begründet.
- ? Es fehlt eine belastbare Pharmakokinetik am Menschen. Insbesondere ist nicht bekannt, ob infundiertes NAD+ relevante Gewebe erreicht oder ausschließlich in der Blutbahn abgebaut wird.
- ? Der NAD+-Abfall mit dem Alter ist beim Menschen nur für Hautgewebe einigermaßen belegt. Eine systematische, unabhängig wiederholte Messung über mehrere Gewebe und Altersgruppen fehlt.
- ? Ob der Markeranstieg die Ursache oder die Folge anderer Stoffwechselveränderungen ist, ist ungeklärt. Dafür wäre die Messung der Sirtuin-Aktivität in menschlichen Geweben nötig.
- ? Langzeitdaten über Jahre fehlen, insbesondere zur Frage, ob eine dauerhafte Anhebung des NAD+-Umsatzes über eine verstärkte Methylierung Nebenwirkungen hat.
- ? Zur Krebshäufigkeit unter oralen Vorstufen gibt es keine Humandaten, nur widersprüchliche Tiermodelle.
- ? Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die in den NAD+-Stoffwechsel eingreifen, sind nicht untersucht.
- ? Für NAD+ in Infusionslösung existieren keine Stabilitätsdaten und keine Angaben zur Kompatibilität mit dem Behältnismaterial.
Selbst ansetzen: ein Experiment ohne Arzneimittel
NAD+ als begrenzender Faktor eines NAD+-abhängigen Enzyms
Sättigt die Reaktionsgeschwindigkeit eines NAD+-abhängigen Enzyms bei steigender NAD+-Konzentration, und ab welcher Konzentration?
Material
- · Ein kommerziell erhältliches NAD+-abhängiges Enzym mit angegebener Aktivität, etwa eine Alkoholdehydrogenase
- · NAD+ mit Analysenzertifikat
- · Tris- oder Phosphatpuffer mit dokumentiertem pH-Wert, Spektrophotometer mit Temperierhalterung
- · Substrat und, falls verfügbar, ein Hemmstoff als Negativkontrolle
Auswertung
Anfangsgeschwindigkeit als Funktion der NAD+-Konzentration, mit Streuung über die Wiederholungen und abgeschätzter Sättigungskonstante.
Ablauf
- 1. Puffer ansetzen und pH-Wert in den vom Hersteller angegebenen Bereich einstellen. pH vor und nach dem Versuch messen.
- 2. Reihe mit abgestuften NAD+-Konzentrationen pipettieren, dazu eine Probe ohne NAD+.
- 3. Substrat zugeben und die Extinktionsänderung bei der angegebenen Wellenlänge über mehrere Minuten aufzeichnen.
- 4. Anfangssteigung gegen die NAD+-Konzentration auftragen und die Sättigung abschätzen.
- 5. Mit Hemmstoff wiederholen, um zu prüfen, dass die Messung auf das Enzym reagiert.
- 6. Mindestens drei unabhängige Wiederholungen mit je drei technischen Replikaten.
Grenzen: Ein zellfreier Ansatz zeigt Enzymkinetik und nichts über Zellen, Gewebe oder Menschen. Er sagt nicht, ob eine Zufuhr den Spiegel in einer Zelle verändert, weil Zellen NAD+ nicht unbegrenzt aufnehmen. Positiv- und Negativkontrolle sind zwingend, weil eine Extinktionsänderung auch ohne Enzym auftreten kann. Der Versuch zeigt, wie stark NAD+ als Substrat wirkt, und damit lässt sich die Behauptung prüfen, mehr NAD+ bedeute mehr Wirkung.
Vergleich mit verwandten Stoffen
Direkter Nebeneinander-Vergleich der belegbaren Merkmale. Leere Felder bedeuten: in der Literatur nicht gefunden.
| Merkmal | NAD+ | Epithalon | Glutathion (GSH) | MOTS-c | SS-31 (Elamipretide) |
|---|---|---|---|---|---|
| Klasse | Dinukleotid aus Adenosinmonophosphat und Nicotinamidmononukleotid, verbunden über zwei Phosphatgruppen. Ausdrücklich kein Peptid: keine Aminosäurekette, keine Peptidbindung. | Synthetisches Tetrapeptid aus vier Aminosäuren, keine körpereigene Substanz und kein Hormon | Tripeptid aus Glutaminsäure, Cystein und Glycin, verbunden über eine ungewöhnliche Bindung zwischen der Seitenkette der Glutaminsäure und dem Cystein | Mitochondrial kodiertes Peptid, entsteht aus einer kurzen Leseraster-Sequenz der 12S ribosomalen RNA im mitochondrialen Erbgut | Synthetisches Tetrapeptid, aufgebaut aus ungewöhnlichen Aminosäuren, mitochondria-gerichtet und zellgängig |
| Zielstruktur | Redoxreaktionen der Energiegewinnung, Sirtuine (SIRT1 bis SIRT7), PARP-Enzyme bei DNA-Schaden, CD38, NAD+-Glykohydrolase, Extrazelluläres NAD+ als Signalstoff | Telomerase (hTERT), Alternative Telomerverlängerung (ALT), Zellteilungslimit (Hayflick-Grenze), Pinealfunktion und Melatoninrhythmus, Immunologische Parameter, Antioxidative Kapazität, Sequenzspezifische DNA-Bindung im Zellkern | Glutathion-Peroxidase, Glutathion-S-Transferasen, γ-Glutamyl-Zyklus und γ-Glutamyltransferase, Rückkopplung der eigenen Synthese, Glycin als begrenzender Baustein, Redoxstatus als Marker | AMPK, Folat-Methionin-Zyklus und Purin-Neusynthese, Zellkern (nukleäre Translokation), Fettgewebe und Skelettmuskel, Myostatin-Signalweg, Entzündung (NF-κB) | Cardiolipin an der inneren Mitochondrienmembran, Cytochrom-c-Cardiolipin-Komplex, Reaktive Sauerstoffspezies, Lipiddoppelschichten und Oberflächenladung, Aufnahme von ADP über den Adeninnukleotid-Translokator, Zytoskelett und Kardiomyozytenstruktur |
| Halbwertszeit | Keine belastbare Halbwertszeit für den Menschen. In der einzigen kontrollierten Infusionsstudie blieb das Plasma-NAD+ bei 3 µmol/min über sechs Stunden in den ersten zwei Stunden unverändert; danach stiegen Abbauprodukte an. Die Autoren schließen daraus, dass NAD+ bei dieser Rate mindestens zwei Stunden lang rasch und vollständig aus dem Plasma entfernt wird. | Nicht veröffentlicht. Es existiert keine Pharmakokinetikstudie zu Epithalon, weder am Tier noch am Menschen. Das ist eine der größten Lücken des ganzen Beitrags. | Für Glutathion im Blut gibt es keine belastbare Halbwertszeitangabe. Das ist für einen Stoff dieser Bekanntheit bemerkenswert, erklärt sich aber daraus, dass er nicht als Arzneimittel zugelassen ist und keine Zulassungsstudien existieren. | Unbekannt. Es existiert keine veröffentlichte Halbwertszeit, weder am Tier noch am Menschen. Die amerikanische Behörde hat bei der Prüfung ausdrücklich festgestellt, dass weder Daten zur Pharmakokinetik eingereicht noch entsprechende Studien in der Literatur gefunden wurden. | Im zugelassenen Label wird keine Halbwertszeit angegeben. Das ist bemerkenswert für ein zugelassenes Arzneimittel und eine echte Wissenslücke. Indirekte Anhaltspunkte: Nach einer vierstündigen Infusion war der Stoff 24 Stunden später nicht mehr nachweisbar, und in einer Studie an älteren Erwachsenen war der Effekt auf die ATP-Bildung am Tag 7 nicht mehr vorhanden. |
| Untersuchte Wege | intravenös, oral | in vitro, sublingual, intraperitoneal | oral, intravenös | subkutan, intraperitoneal, in vitro | subkutan, intravenös |
| Zulassung | Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Eine zur Anwendung am Menschen bestimmte NAD+-Lösung unterliegt dem Arzneimittelrecht und darf ohne Zulassung nicht in den Verkehr gebracht werden. Das BfArM hat 2026 Infusionsangebote im Wellnessbereich ausdrücklich als nicht zugelassen bezeichnet. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel. Nicotinamid-Ribosidchlorid und Nicotinamid-Mononukleotid sind als neuartige Lebensmittel bewertet. NAD+ und NADH gelten nach dem Novel-Food-Katalog nur in Nahrungsergänzungsmitteln als nicht neuartig. | Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Eine zur Anwendung am Menschen bestimmte Zubereitung unterliegt dem Arzneimittelrecht und darf ohne Zulassung nicht in den Verkehr gebracht werden. · Deutschland, Bezug zu Nahrungsergänzungsmitteln: Epithalon ist als Inhaltsstoff eines Nahrungsergänzungsmittels nicht verkehrsfähig, sobald ein Produkt zur Anwendung am Menschen bestimmt ist. | Deutschland: Kein zugelassenes Fertigarzneimittel. Als orales Erzeugnis wird Glutathion als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Sobald es intravenös zu Gesundheitszwecken gegeben wird, ist es Arzneimittel und damit zulassungspflichtig oder eine apothekenpflichtige Rezeptur. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel. Glutathion selbst ist im Katalog der neuartigen Lebensmittel nicht als nicht neuartig festgestellt. Für S-Acetylglutathion liegt eine behördliche Sicherheitsbewertung als neuartiges Lebensmittel vor. | Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Ein zur Anwendung am Menschen bestimmtes Produkt unterliegt dem Arzneimittelrecht und darf ohne Zulassung nicht in den Verkehr gebracht werden. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU. Es existiert kein Zulassungsverfahren und keine Monographie in einem europäischen Arzneibuch. | Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel in Deutschland. Die amerikanische Zulassung von 2025 begründet keine Verkehrsfähigkeit im Geltungsbereich des Arzneimittelgesetzes. · Europäische Union: Keine Zulassung in der EU. Zwei Ausweisungen als Arzneimittel für seltene Leiden liegen vor. |
| Evidenz | C — überwiegend Tiermodelle | C — überwiegend Tiermodelle | C — überwiegend Tiermodelle | C — überwiegend Tiermodelle | B — am Menschen untersucht |
| Humanstudien | 10 dokumentiert | 7 dokumentiert | 15 dokumentiert | 6 dokumentiert | 11 dokumentiert |
| Deutschland | Kein zugelassenes Arzneimittel. Eine zur Anwendung am Menschen bestimmte NAD+-Lösung unterliegt dem Arzneimittelrecht und darf ohne Zulassung nicht in den Verkehr gebracht werden. Das BfArM hat 2026 Infusionsangebote im Wellnessbereich ausdrücklich als nicht zugelassen bezeichnet. | Kein zugelassenes Arzneimittel. Eine zur Anwendung am Menschen bestimmte Zubereitung unterliegt dem Arzneimittelrecht und darf ohne Zulassung nicht in den Verkehr gebracht werden. | Kein zugelassenes Fertigarzneimittel. Als orales Erzeugnis wird Glutathion als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Sobald es intravenös zu Gesundheitszwecken gegeben wird, ist es Arzneimittel und damit zulassungspflichtig oder eine apothekenpflichtige Rezeptur. | Kein zugelassenes Arzneimittel. Ein zur Anwendung am Menschen bestimmtes Produkt unterliegt dem Arzneimittelrecht und darf ohne Zulassung nicht in den Verkehr gebracht werden. | Kein zugelassenes Arzneimittel in Deutschland. Die amerikanische Zulassung von 2025 begründet keine Verkehrsfähigkeit im Geltungsbereich des Arzneimittelgesetzes. |
Kernaussagen
- ▪ NAD+ ist ein körpereigenes Dinukleotid und kein Peptid. Die Einordnung in einem Peptid-Sortiment ist eine Ordnungskategorie des Handels, keine chemische Aussage.
- ▪ Die Rolle in Redoxreaktionen, Sirtuinen und PARPs ist gesichert. Sie belegt, dass der Stoff gebraucht wird, nicht dass eine Zufuhr nützt.
- ▪ Orale Vorstufen heben den NAD+-Spiegel zuverlässig an. Das ist ein Marker und kein klinischer Endpunkt.
- ▪ Mehrere randomisierte Studien mit funktionellen Endpunkten fielen negativ aus, obwohl der Marker deutlich anstieg. Das ist das wichtigste Ergebnis des ganzen Feldes.
- ▪ Die einzige randomisierte Studie mit intravenösem NAD+ verbesserte die Auswurffraktion geringfügig, traf aber keinen klinischen Endpunkt. Eine Dosisbegründung fehlt.
- ▪ Die FDA hat NAD+ in Lebensmittelqualität beanstandet und einen Rückruf der höchsten Risikoklasse wegen erhöhter Endotoxinwerte veranlasst. Das Kontaminationsrisiko ist belegt, nicht theoretisch.
- ▪ In Deutschland existiert keine Zulassung, eine Infusion ist ärztliche Tätigkeit, und das BfArM hat 2026 vor Infusionsangeboten im Wellnessbereich gewarnt.
- ▪ Nicotinamid-Mononukleotid darf in den USA seit September 2025 als Nahrungsergänzungsmittel verkehrsfähig sein. Die Entscheidung betrifft die Verkehrsfähigkeit, nicht die Wirksamkeit.
Quellen
Alle Belege dieses Beitrags, mit Einordnung, was sie zeigen und wo ihre Grenzen liegen.
- [1] NAD+ Metabolism and the Control of Energy Homeostasis: A Balancing Act between Mitochondria and the Nucleus
Cantó C, Menzies KJ, Auwerx J. Cell Metabolism , 2015 · doi:10.1016/j.cmet.2015.05.023 · PMID 26118927
ÜbersichtsarbeitGrundlegende Übersicht zur NAD+-Biochemie, zur Rolle als Redoxüberträger und Substrat sowie zu den Verbraucherwegen. Kein Beleg für klinischen Nutzen.
- [2] NAD+ and sirtuins in aging and disease
Imai S, Guarente L. Trends in Cell Biology , 2014 · doi:10.1016/j.tcb.2014.04.002 · PMID 24786309
ÜbersichtsarbeitDarstellung der Sirtuin-Abhängigkeit von NAD+. Die Autoren sind Mitbegründer der Sirtuin-Hypothese; die Übersicht ist zentral und zugleich nicht unabhängig von dieser Hypothese.
- [3] Age-associated changes in oxidative stress and NAD+ metabolism in human tissue
Massudi H, Grant R, Braidy N, Guest J, Farnsworth B, Guillemin GJ. PLoS ONE , 2012 · doi:10.1371/journal.pone.0042357 · PMID 22848760
SonstigesDie meistzitierte Arbeit zum NAD+-Abfall im Menschen. Untersucht wurden Hautproben von 49 Personen im Alter von 0 bis 77 Jahren. Querschnittsdesign, ein Gewebe, keine Wiederholung durch eine unabhängige Gruppe.
- [4] NAD+ Intermediates: The Biology and Therapeutic Potential of NMN and NR
Yoshino J, Baur JA, Imai S. Cell Metabolism , 2018 · doi:10.1016/j.cmet.2017.11.002 · PMID 29249689
ÜbersichtsarbeitÜbersicht zu den Vorstufen, ihren Aufnahmewegen und den methodischen Problemen der NAD+-Messung. Wichtige Quelle für die Unterscheidung von Marker und Wirkung.
- [5] NAD+ homeostasis in health and disease
Katsyuba E, Romani M, Hofer D, Auwerx J. Nature Metabolism , 2020 · doi:10.1038/s42255-019-0161-5 · PMID 32694684
ÜbersichtsarbeitSystematische Darstellung der NAD+-Homöostase mit allen Verbraucherwegen, einschließlich der Einschränkung, dass viele Gewebedaten aus Tiermodellen stammen.
- [6] CD38 Dictates Age-Related NAD Decline and Mitochondrial Dysfunction through an SIRT3-Dependent Mechanism
Camacho-Pereira J, Tarragó MG, Chini CCS, et al.. Cell Metabolism , 2016 · doi:10.1016/j.cmet.2016.05.006 · PMID 27304511
Präklinisch (Tier)Mausmodell zum Zusammenhang von CD38, NAD+-Abfall und mitochondrialer Funktion. Grundlage der heutigen CD38-Hypothese, kein Humandatensatz.
- [7] Senescent cells promote tissue NAD+ decline during ageing via the activation of CD38+ macrophages
Covarrubias AJ, Kale A, Perrone R, et al.. Nature Metabolism , 2020 · doi:10.1038/s42255-020-00305-3 · PMID 33199924
Präklinisch (Tier)Verbindet seneszente Zellen, CD38-tragende Makrophagen und den Gewebs-NAD+-Abfall. Mausgewebe und Zellkultur, kein Humanbeweis für den Mechanismus.
- [8] The CD38 glycohydrolase and the NAD sink: implications for pathological conditions
Zeidler JD, Hogan KA, Agorrody G, et al.. American Journal of Physiology. Cell Physiology , 2022 · doi:10.1152/ajpcell.00451.2021 · PMID 35138178
ÜbersichtsarbeitOrdnet CD38 als wichtigsten NAD+-Verbraucher ein. Für den Menschen existiert kein zugelassener CD38-Hemmstoff.
- [9] NAD+ in Aging Biology: Potential Applications and Many Unknowns
Bhasin S, Seals D, Migaud M, et al.. Endocrine Reviews , 2023 · doi:10.1210/endrev/bnad019 · PMID 37364580
ÜbersichtsarbeitKritische Bestandsaufnahme der Humandaten. Benennt ausdrücklich die Lücken bei Pharmakologie, Wirkmechanismus und Langzeitverträglichkeit.
- [10] Chronic nicotinamide riboside supplementation is well-tolerated and elevates NAD+ in healthy middle-aged and older adults
Martens CR, Denman BA, Mazzo MR, et al.. Nature Communications , 2018 · doi:10.1038/s41467-018-03421-7 · PMID 29599478
Randomisierte StudieRandomisierte, placebokontrollierte Studie über sechs Wochen. Belegt Markeranstieg und kurzfristige Verträglichkeit, nicht den Nutzen an einem klinischen Endpunkt.
- [11] Nicotinamide Riboside Augments the Aged Human Skeletal Muscle NAD+ Metabolome and Induces Transcriptomic and Anti-inflammatory Signatures
Elhassan YS, Kluckova K, Fletcher RS, et al.. Cell Reports , 2019 · doi:10.1016/j.celrep.2019.07.043 · PMID 31412242
Randomisierte StudieRandomisierte Studie mit Muskelbiopsien bei älteren Männern. Marker und Transkriptom, keine Funktionsverbesserung.
- [12] A randomized placebo-controlled clinical trial of nicotinamide riboside in obese men: safety, insulin-sensitivity, and lipid-mobilizing effects
Dollerup OL, Christensen B, Svart M, et al.. The American Journal of Clinical Nutrition , 2018 · doi:10.1093/ajcn/nqy132 · PMID 29992272
Randomisierte StudieRandomisierte Studie mit 40 übergewichtigen Männern über zwölf Wochen. Der Marker stieg, Insulinsensitivität und Fettmobilisierung nicht.
- [13] Nicotinamide riboside does not alter mitochondrial respiration, content or morphology in skeletal muscle from obese and insulin-resistant men
Dollerup OL, Chubanava S, Agerholm M, et al.. The Journal of Physiology , 2020 · doi:10.1113/JP278752 · PMID 31710095
Randomisierte StudieNegativstudie mit Muskelbiopsien, nur Männer. Wichtig als Gegengewicht zu den positiven Markerarbeiten.
- [14] Nicotinamide mononucleotide increases muscle insulin sensitivity in prediabetic women
Yoshino M, Yoshino J, Kayser BD, et al.. Science , 2021 · doi:10.1126/science.abe9985 · PMID 33888596
Randomisierte StudieRandomisierte Studie mit 25 Teilnehmerinnen und Muskelbiopsien. Das stärkste positive Humanergebnis zur Insulinempfindlichkeit, aber klein, auf Frauen beschränkt und nicht wiederholt.
- [15] The efficacy and safety of β-nicotinamide mononucleotide (NMN) supplementation in healthy middle-aged adults: a randomized, multicenter, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, dose-dependent clinical trial
Yi L, Maier AB, Tao R, et al.. GeroScience , 2023 · doi:10.1007/s11357-022-00705-1 · PMID 36482258
Randomisierte StudieDosisabhängige Studie mit mehreren Prüfdosen. Wichtigste Quelle zur oralen Verträglichkeit. Endpunkte sind Sicherheit und Marker.
- [16] Nicotinamide Adenine Dinucleotide Augmentation in Overweight or Obese Middle-Aged and Older Adults: A Physiologic Study
Pencina KM, Valderrabano R, Wipper B, et al.. The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism , 2023 · doi:10.1210/clinem/dgad027 · PMID 36740954
Randomisierte StudieRandomisierte Studie mit 30 Teilnehmern. Kein muskelfunktioneller Endpunkt verbesserte sich, einzelne Nebenparameter schon.
- [17] Oral MIB-626 (β Nicotinamide Mononucleotide) Safely Raises Blood Nicotinamide Adenine Dinucleotide Levels in Hospitalized Patients With COVID-19 and Acute Kidney Injury: A Randomized Controlled Trial
Pencina KM, Leaf DE, Valderrabano RJ, et al.. FASEB BioAdvances , 2025 · doi:10.1096/fba.2025-00014 · PMID 40746868
Randomisierte StudieRandomisierte Studie mit 42 hospitalisierten Patienten. Der Blutspiegel stieg deutlich, Nierenfunktion und Entzündungswerte blieben unverändert.
- [18] A randomized placebo-controlled trial of nicotinamide riboside in older adults with mild cognitive impairment
Orr ME, Kotkowski E, Ramirez P, et al.. GeroScience , 2024 · doi:10.1007/s11357-023-00999-9 · PMID 37994989
Randomisierte StudieRandomisierte Studie mit 20 Teilnehmern. Der Blutspiegel verdoppelte sich, kognitive Testung und Gehgeschwindigkeit nicht.
- [19] NR-SAFE: a randomized, double-blind safety trial of high dose nicotinamide riboside in Parkinson disease
Berven H, Kverneng S, Sheard E, et al.. Nature Communications , 2023 · doi:10.1038/s41467-023-43514-6 · PMID 38016950
Randomisierte StudieRandomisierte Sicherheitsstudie mit hoher Dosis. Primärer Endpunkt war Sicherheit, nicht Wirksamkeit.
- [20] Nicotinamide riboside for peripheral artery disease: the NICE randomized clinical trial
McDermott MM, Martens CR, Domanchuk KJ, et al.. Nature Communications , 2024 · doi:10.1038/s41467-024-49092-5 · PMID 38871717
Randomisierte StudieRandomisierte Studie bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Gehstrecke plus etwa 18 Meter, Konfidenzuntergrenze knapp über null. Grenzwertig positiv, nicht bestätigt.
- [21] The Effect of Nicotinamide Mononucleotide and Riboside on Skeletal Muscle Mass and Function: A Systematic Review and Meta-Analysis
Prokopidis K, Moriarty F, Bahat G, et al.. Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle , 2025 · doi:10.1002/jcsm.13799 · PMID 40275690
Meta-Analyse / Systematic ReviewMeta-Analyse randomisierter Studien ohne Effekt auf Muskelindex, Handkraft, Ganggeschwindigkeit oder Aufstehtest. Wichtigste unabhängige Zusammenfassung der Funktionsendpunkte.
- [22] Effect of Nicotinamide Adenine Dinucleotide on Heart Failure Caused by Ischemic Cardiomyopathy: A Randomized, Placebo-Controlled Trial
Yu X, Xu J, Cao J, et al.. American Journal of Cardiovascular Drugs , 2026 · doi:10.1007/s40256-025-00764-7 · PMID 40954388
Randomisierte StudieDie einzige randomisierte, placebokontrollierte Studie mit intravenösem NAD+ an einem kardialen Endpunkt. 180 Teilnehmer, sieben Tage 10 mg/Tag, Einzelzentrum. Der Funktionsparameter besserte sich gering, die klinischen Endpunkte nicht.
- [23] A Pilot Study Investigating Changes in the Human Plasma and Urine NAD+ Metabolome During a 6 Hour Intravenous Infusion of NAD
Grant R, Berg J, Loake G, et al.. Frontiers in Aging Neuroscience , 2019 · doi:10.3389/fnagi.2019.00257 · PMID 31572171
SonstigesEinzige kontrollierte Pharmakokinetikstudie zu intravenösem NAD+ am Menschen. Elf Teilnehmer, davon drei mit Kochsalzlösung. Belegt rasche Elimination und Sättigung des Abbaus.
- [24] Intravenous infusion of nicotinamide adenine dinucleotide (NAD+) versus nicotinamide riboside (NR): a retrospective tolerability pilot study in a real-world setting
Reyna K, Heinzen G, Patel N, Ritter M, Siojo A, Legere H, Pojednic R. Frontiers in Aging , 2026 · doi:10.3389/fragi.2026.1652582 · PMID 41704678
SonstigesRetrospektive Auswertung von Krankenakten einer kommerziellen Einrichtung, sechs Personen im NAD+-Arm. Die konkreteste Verträglichkeitsangabe, methodisch aber eine Beobachtung ohne Kontrolle.
- [25] Narrative review of intravenous NAD+ and NAD+ precursors in wellness and translational medicine
Alangari A, Arif J, Al Qureshah F, Alkhodairy F. Frontiers in Aging , 2026 · doi:10.3389/fragi.2026.1887175
ÜbersichtsarbeitNarrative Übersicht mit vollständiger Studientabelle. Enthält die Einschätzung, dass randomisierte placebokontrollierte Studien zu intravenösem NAD+ fehlen und kommerzielle Protokolle nicht validiert sind.
- [26] NAD+ supplementation for anti-aging and wellness: A PRISMA-guided systematic review of preclinical and clinical evidence
Gallagher C, Emmanuel OO. Ageing Research Reviews , 2026 · doi:10.1016/j.arr.2026.103057 · PMID 41655607
Meta-Analyse / Systematic ReviewSystematische Übersicht nach PRISMA mit 113 Studien, davon 33 Humaninterventionsstudien. Wichtigste unabhängige Bewertung und Beleg dafür, dass Endpunktstudien zu intravenösem NAD+ fehlen.
- [27] NAD+ biology and supplementation: From mechanisms to clinical perspectives
Pandolfi S, Ghezzi C, Björklund G, Metalla M, Paone FM, Chirumbolo S. Molecular Biology Reports , 2026 · doi:10.1007/s11033-026-12351-3 · PMID 42489969
ÜbersichtsarbeitÜbersicht mit der Einschränkung, dass die intravenöse Gabe von NAD+ schlecht charakterisiert ist und keine belastbare klinische Prüfung hat.
- [28] Nicotinamide Mononucleotide Is Safely Metabolized and Significantly Reduces Blood Triglyceride Levels in Healthy Individuals
Kimura S, Ichikawa M, Sugawara S, et al.. Cureus , 2022 · doi:10.7759/cureus.28812 · PMID 36225528
SonstigesOffene Sicherheitsstudie mit zehn Freiwilligen zur intravenösen Gabe einer Vorstufe, nicht von NAD+ selbst. Der Titel klingt nach Wirksamkeitsstudie und wird deshalb häufig falsch zitiert.
- [29] Long-Term Stability of Nicotinamide Cofactors in Common Aqueous Buffers: Implications for Cell-Free Biocatalysis
Wolfe KD, Alahuhta M, Himmel ME, Bomble YJ, Jennings GK, Cliffel DE. Molecules , 2024 · doi:10.3390/molecules29225453 · PMID 39598842
In vitroQuantitative Stabilitätsdaten zu NAD+ und NADH in Puffern über 43 Tage, mit pH- und Temperaturabhängigkeit. Eine biokatalytische Arbeit, keine Arzneimittelprüfung.
- [30] Dose-Dependent Angiogenic Effects of Intravenous Nicotinamide Riboside in Mice with a Lewis Lung Carcinoma Model
Podyacheva E, et al.. Bulletin of Experimental Biology and Medicine , 2026 · doi:10.1007/s10517-026-06704-y · PMID 42509435
Präklinisch (Tier)Tumormodell an der Maus mit dosisabhängigen Gefäßneubildungseffekten. Präklinischer Einzelbefund, der eine Sicherheitsfrage aufwirft, aber keinen Humanbefund ersetzt.
- [31] Vitamin B3 derivatives support pancreatic cancer cell survival and chemotherapy resistance
Cancer Letters , 2026 · doi:10.1016/j.canlet.2026.218334 · PMID 41724424
In vitroZellkulturarbeit zu Vitamin-B3-Derivaten und Pankreaskarzinomzellen. Belegt einen möglichen Mechanismus, kein Risiko beim Menschen.
- [32] Nicotinamide Adenine Dinucleotide Precursor Suppresses Hepatocellular Cancer Progression in Mice
Pang J, et al.. Nutrients , 2023 · doi:10.3390/nu15061447 · PMID 36986177
Präklinisch (Tier)Gegenbefund: im Lebertumormodell der Maus hemmte eine Vorstufe das Tumorwachstum. Beide Richtungen sind präklinisch und widersprüchlich.
- [33] Safety of nicotinamide riboside chloride as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283 and bioavailability of nicotinamide from this source, in the context of Directive 2002/46/EC
EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens. EFSA Journal , 2019 · doi:10.2903/j.efsa.2019.5775 · PMID 32626405
Behörde / NormBehördliche Sicherheitsbewertung von Nicotinamid-Ribosidchlorid als neuartiges Lebensmittel, mit Spezifikationen und Stabilitätsdaten. Keine Wirksamkeitsbewertung, keine Bewertung einer Infusion.
- [34] Safety of beta-nicotinamide mononucleotide (β-NMN) pursuant the regulation (EU) 2015/2283 and the bioavailability of nicotinamide from this source in the context of Directive 2002/46/EC
EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens. EFSA Journal , 2026 · doi:10.2903/j.efsa.2026.10007 · PMID 42125559
Behörde / NormBehördliche Bewertung von Nicotinamid-Mononukleotid als neuartiges Lebensmittel. Hält 300 mg täglich in Nahrungsergänzungsmitteln für Erwachsene für sicher, ohne Schwangere und Stillende, und nennt 400 mg/kg/Tag als höchste Dosis ohne beobachtete Wirkung im 90-Tage-Versuch an der Ratte. Ein Gutachten ist keine Zulassung.
-
U.S. Food and Drug Administration. U.S. Food and Drug Administration, Antwortschreiben vom 29. September 2025 , 2025
Behörde / NormAmtliches Schreiben. Enthält den Satz, dass Nicotinamid-Mononukleotid nach überarbeiteter Auslegung der Ausschlussklausel nicht mehr von der Definition des Nahrungsergänzungsmittels ausgeschlossen ist, sowie die Aufgabe der Voraussetzung rechtmäßiger Vermarktung. Das Wirksamkeitsdatum der Arzneimitteluntersuchung nennt die Behörde weiterhin nicht.
-
U.S. Food and Drug Administration, Compounding Risk Alert , 2024
Behörde / NormNennt NAD+ in Lebensmittelqualität ausdrücklich als ungeeignet für die sterile Herstellung und berichtet über unerwünschte Ereignisse nach NAD+-Injektionen, die mit Endotoxinbelastung vereinbar sind.
-
U.S. Food and Drug Administration, offene Datenschnittstelle , 2026
DatenbankAmtliche Rückrufdatenbank. Vierzehn Treffer zu NAD+, davon zehn wegen fehlender Sterilitätssicherung, darunter der Rückruf D-0094-2026 der Klasse I wegen erhöhter Endotoxinwerte. Belegt Produktqualitätsprobleme der Klasse, nicht die Wirkung.
-
U.S. Food and Drug Administration , 2026
Behörde / NormErklärt die drei Kategorien nominierter Bulk-Arzneimittelstoffe und die Bedingungen, unter denen die Behörde gegen Compounder vorgeht. NAD+ wird in der Liste der Stoffe mit Sicherheitsrisiken nicht geführt.
-
U.S. Food and Drug Administration , 2026
Behörde / NormListe der Stoffe, für die die Behörde erhebliche Sicherheitsrisiken sieht. Vergleichsmaßstab für dieses Dossier: Die Peptide Epitalon und MOTS-c stehen dort, NAD+ nicht.
-
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. BfArM , 2026
Behörde / NormDeutsche Behördenposition zu Infusionsangeboten im Wellnessbereich: nicht als Arzneimittel zugelassen, mit Risiken durch Überdosierung von Vitaminen, Flüssigkeitsüberschuss sowie Elektrolyt- und Säure-Basen-Störungen. Betrifft die Produktgruppe, nicht NAD+ einzeln.
-
Verbraucherzentrale Hessen. Verbraucherzentrale Hessen , 2026
DatenbankFasst den Novel-Food-Status zusammen: NAD+ und NADH gelten nur in Nahrungsergänzungsmitteln als nicht neuartig, Nicotinamid-Mononukleotid als neuartig und in Lebensmitteln unzulässig. Verbraucherberatung, keine Amtsquelle.
-
Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormDefiniert den Arzneimittelbegriff. Die Zweckbestimmung ist ausdrücklich Teil der Definition.
-
Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormZulassungspflicht für Arzneimittel, die im Geltungsbereich des Gesetzes in den Verkehr gebracht werden.
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Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormKnüpft die Herstellung von Arzneimitteln zum Zweck der Abgabe an eine Erlaubnis. Relevant, weil Infusionslösungen vor Ort zubereitet werden.
-
Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormRegelt, welche Arzneimittel nur über Apotheken abgegeben werden dürfen.
-
Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormErmächtigt zur Festlegung der Verschreibungspflicht, unter anderem bei Gefahr auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und bei Stoffen mit in der medizinischen Wissenschaft nicht allgemein bekannten Wirkungen.
-
Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026
Behörde / NormErlaubt die Ausübung der Heilkunde nach Erteilung einer Erlaubnis. Die Erlaubnis umfasst keine invasiven Maßnahmen; das Legen einer Infusion ist ärztliche Tätigkeit.
-
EUR-Lex , 2001
Behörde / NormArt. 1 Nr. 2 definiert das Arzneimittel, Art. 6 macht das Inverkehrbringen von der Zulassung abhängig.
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World Anti-Doping Agency , 2026
Behörde / NormNAD+ und seine Vorstufen sind dort nicht aufgeführt. Die Auffangkategorie S0 erfasst nur nicht zugelassene Substanzen, die in keiner anderen Kategorie stehen und einen Missbrauch im Sport nahelegen.
Der Redaktionsstand dieses Beitrags ist der 14. September 2026. Quellen werden regelmäßig gegen die Register geprüft (PubMed, Crossref).
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Longevity & Zellschutz
SS-31 (Elamipretide)
Tetrapeptid, das Cardiolipin an der inneren Mitochondrienmembran bindet, seit 2025 zugelassen
Longevity & Zellschutz
MOTS-c
Mitochondrial kodiertes Peptid aus 16 Aminosäuren, dessen Wirkung am Menschen ungeprüft ist
Longevity & Zellschutz
Epithalon
Synthetisches Tetrapeptid aus der russischen Peptid-Gerontologie, Wirkmechanismus unbelegt
Longevity & Zellschutz
Glutathion (GSH)
Wichtigstes intrazelluläres Antioxidans, dessen orale Aufnahme als Tripeptid praktisch null ist
Heilung & Regeneration
BPC-157
Synthetisches Pentadecapeptid aus einer Magensaft-Proteinsequenz