Aufklärung, kein Verkauf. Unabhängige Wissenssammlung. Keine Empfehlung, keine Anleitung, kein Verkauf von Anwendungen am Menschen.

Was das heißt

Nachschlagewerk

Glossar

65 Begriffe aus Chemie, Pharmakologie, Studiendesign, Analytik, Handhabung und Recht. Jeder Begriff wird so erklärt, dass er danach verwendbar ist, und wo ein Wort in der Szene mehrdeutig benutzt wird, steht das dabei.

65 Begriffe

Aggregation Handhabung Zusammenklumpen von Molekülen

Peptide lagern sich zu größeren Verbänden zusammen, wenn die Bedingungen ungünstig sind: falscher pH-Wert, Temperaturschwankungen, Grenzflächen. Aggregate sind oft nicht sichtbar und können die Wirkung verändern oder Reaktionen auslösen.

Siehe auch: Scherkraft, Trifluoracetat

Aliquot Handhabung Portionierte Teilmenge

Eine abgefüllte Teilmenge einer Lösung, die separat gelagert wird. Aliquote sind der einzige Weg, wiederholtes Auftauen und Einfrieren zu vermeiden, weil jede Portion nur einmal aufgetaut wird.

Siehe auch: Kühlkette

Analogon Chemie Abgewandelte Variante eines natürlichen Moleküls

Ein Stoff, der einem körpereigenen Molekül ähnelt, aber gezielt verändert wurde, meist um länger zu wirken oder stabiler zu sein. Semaglutid ist ein GLP-1-Analogon: Es bindet denselben Rezeptor, ist aber durch Modifikationen wochenlang stabil.

Siehe auch: Sequenz, Halbwertszeit

Analysenzertifikat (COA) Analytik Prüfbericht einer Charge

Ein Dokument, das angibt, was in einer bestimmten Charge geprüft wurde und mit welchem Ergebnis. Ein Zertifikat ist nur so gut wie sein Bezug: Ohne Chargennummer, Methode, Prüflabor und Chromatogramm ist es nicht überprüfbar.

Siehe auch: HPLC, Charge

Anekdotische Evidenz Studien Erfahrungsberichte

Berichte einzelner Personen, meist aus Foren. Sie sind kein Wirkbeleg, weil niemand die Gegenprobe kennt: Wer nichts merkt, schreibt seltener. Als Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen sind sie trotzdem nützlich, und sie zeigen, welche Praktiken im Umlauf sind.

Siehe auch: Evidenzstufe, Verzerrung

Angiogenese Pharmakologie Bildung neuer Blutgefäße

Der Aufbau neuer Gefäße aus vorhandenen. Für Heilung ist sie notwendig, bei Tumoren ist sie ein Problem, weil Tumoren sich damit versorgen. Diese Doppelnatur ist der Sicherheitsvorbehalt bei Peptiden, die die Gefäßbildung fördern.

Siehe auch: VEGFR2

AntiDopG Recht Anti-Doping-Gesetz

Bundesgesetz gegen Doping im Sport. Es enthält in der Anlage zu § 6 eine Stoffliste. § 2 verbietet unter anderem Herstellung, Handel und Abgabe zu Dopingzwecken sowie den Besitz in nicht geringer Menge. Mehrere Wachstumshormon-Peptide und TB-500 stehen auf der Liste.

Siehe auch: Dopingmittel

Arzneimittel (AMG) Recht Stoff mit Anwendungszweck am Menschen

Nach § 2 AMG ist Arzneimittel, was dazu bestimmt ist, am oder im menschlichen Körper Krankheiten zu behandeln, zu lindern oder zu verhüten, oder die Körperfunktionen zu beeinflussen. Maßgeblich ist die Zweckbestimmung, nicht die Bezeichnung auf dem Etikett.

Siehe auch: Zulassungspflicht, Zweckbestimmung

Bioverfügbarkeit Pharmakologie Anteil, der wirksam ankommt

Der Anteil einer Gabe, der unverändert in den Blutkreislauf gelangt. Bei subkutaner Gabe ist sie oft hoch, bei oraler Gabe für Peptide meist sehr niedrig, weil Verdauungsenzyme sie zerlegen. Deshalb ist orale Gabe bei den meisten Peptiden keine Alternative zur Injektion.

Siehe auch: Pharmakokinetik

Blend Szene Fertige Mischung in einem Gefäß

Ein Produkt, in dem mehrere Peptide bereits gemischt vorliegen. Das Verhältnis ist nicht veränderbar und nur so gut wie die Herstellerangabe. Ohne getrennte Analytik aller Komponenten ist die Zusammensetzung unbelegt.

Siehe auch: Stack, Analysenzertifikat (COA)

Charge (Lot) Analytik Eine Produktionsmenge

Eine Menge, die in einem Durchgang hergestellt wurde. Eigenschaften gelten nur für diese Charge. Deshalb ist ein Zertifikat ohne Chargennummer wertlos, und deshalb sind Angaben wie „unser Produkt hat 99 Prozent" ohne Chargenbezug keine Prüfaussage.

Siehe auch: Analysenzertifikat (COA)

Chromatogramm Analytik Das Bild der Trennung

Eine Kurve mit Peaks: Die x-Achse zeigt die Zeit, die y-Achse das Signal. Jeder Peak ist eine Substanz oder ein Abbauprodukt. Entscheidend sind ein vollständiger Laufzeitbereich, eine sichtbare Grundlinie und die Peakform.

Siehe auch: HPLC, Flächenprozent

Compounding Recht Anfertigen von Rezepturen in der Apotheke

Das Herstellen patientenindividueller Zubereitungen durch Apotheken, in den USA über Section 503A und 503B des Arzneimittelgesetzes geregelt. Die FDA führt Listen von Stoffen, die dafür nicht verwendet werden dürfen. Diese Listen ändern sich, was den Graubereich bei Peptiden erklärt.

Siehe auch: Arzneimittel (AMG)

Dopingmittel Recht Stoff nach der AntiDopG-Anlage

Ein Stoff, der in der Anlage zum AntiDopG aufgeführt ist oder einen solchen enthält. Die Strafbarkeit setzt zusätzlich Dopingabsicht voraus. Arzneimittelrecht gilt davon unabhängig.

Siehe auch: AntiDopG

EC50 Pharmakologie Konzentration für halbe Wirkung

Die Konzentration, bei der die halbe maximale Wirkung erreicht wird. Kleiner heißt stärker. Der Wert ist nur im Vergleich derselben Messung aussagekräftig: EC50-Werte aus verschiedenen Labors und Zellsystemen sind nicht direkt vergleichbar.

Siehe auch: Rezeptoragonist, Selektivität

Endpunkt Studien Was gemessen wird

Die Größe, an der eine Studie ihre Frage beantwortet. Primärer Endpunkt ist der vorab festgelegte wichtigste Wert. Wird nachträglich ein anderer Wert zum Hauptergebnis erklärt, spricht man von Endpunktwechsel, und das schwächt die Aussage erheblich.

Siehe auch: Surrogatendpunkt, Fallzahl

Evidenzstufe Studien Belastbarkeit der Studienlage

In diesem Portal eine Skala von A bis E. A steht für mehrere randomisierte Humanstudien, E für reine Erfahrungsberichte. Die Stufe bewertet die Studienlage, nicht die Stärke eines Effekts.

Siehe auch: Systematische Übersicht / Meta-Analyse, Anekdotische Evidenz

Fallbericht Studien Dokumentation eines Einzelfalls

Eine Veröffentlichung über eine einzelne Person. Fallberichte können auf seltene Nebenwirkungen hinweisen, die in Studien nicht auftauchen, weil sie zu selten sind. Sie belegen keine Wirkung und keine Häufigkeit.

Siehe auch: Anekdotische Evidenz

Fallzahl Studien Wie viele Teilnehmer nötig sind

Die Zahl der Teilnehmer, die eine Studie braucht, um einen Effekt von gegebener Größe nachweisen zu können. Sie wird vorab berechnet. Studien ohne Fallzahlplanung sind häufig zu klein und liefern dann zufällige Ergebnisse.

Siehe auch: Endpunkt, Power

Flächenprozent Analytik Anteil der Peakfläche

Die Fläche eines Peaks geteilt durch die Summe aller Peakflächen, in Prozent. Das ist die übliche Reinheitsangabe. Sie ist nur aussagekräftig, wenn alle Peaks gezeigt werden: Ein Ausschnitt lässt Verunreinigungen aus der Summe fallen.

Siehe auch: Chromatogramm, Reinheit

Frontload / Loading Szene Höhere Startdosis

Die Praxis, mit einer höheren Dosis zu beginnen, um schneller einen Spiegel aufzubauen. Für Peptide ist das ein aus der Szene stammendes Muster. In kontrollierten Studien der Inkretin-Klasse wird ausdrücklich einschleichend dosiert, um Nebenwirkungen zu begrenzen.

Siehe auch: Titration

Gegenion Chemie Ladungsausgleich am Peptid

Peptide tragen Ladungen und brauchen Gegenionen. Welches Gegenion vorliegt, entscheidet über die tatsächliche Masse und über die Wirkung in Zellkultur. Ein Analysenzertifikat ohne Angabe zur Salzform lässt die Massenangabe unvollständig.

Siehe auch: Trifluoracetat, Restfeuchte

GHS-R1a Pharmakologie Rezeptor der Ghrelin-Familie

Der Rezeptor, über den Ghrelin und die synthetischen Wachstumshormon-Sekretagogen wirken. Er sitzt unter anderem in der Hirnanhangsdrüse und im Hypothalamus. Weil Ghrelin auch Appetit steuert, erklärt die Aktivierung dieses Rezeptors einen Teil der beobachteten Wirkungen auf die Nahrungsaufnahme.

Siehe auch: Selektivität, Wachstumshormonachse

Halbwertszeit Pharmakologie Zeit bis zur Halbierung der Konzentration

Die Zeit, in der die Konzentration im Blut auf die Hälfte sinkt. Sie bestimmt, wie oft etwas gegeben werden müsste, um einen Spiegel zu halten. Wichtig: Die Angabe gilt immer für eine Spezies und einen Weg. Eine Halbwertszeit aus der Ratte ist keine Angabe für den Menschen.

Siehe auch: Pharmakokinetik, Analogon

HPLC Analytik Hochleistungsflüssigchromatographie

Ein Verfahren, das Stoffe nach ihren Eigenschaften trennt. Für Peptide ist es die Standardmethode für die Reinheit: Je weniger Peaks, desto reiner die Probe. Ohne Angabe der Wellenlänge und der vollständigen Laufzeit ist die Angabe kaum bewertbar.

Siehe auch: Chromatogramm, Reinheit

HWG Recht Heilmittelwerbegesetz

Regelt Werbung für Arzneimittel und Behandlungen. § 10 verbietet Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel gegenüber dem Publikum. Ob ein Text Werbung ist, hängt davon ab, ob er den Absatz fördern soll. Das ist der Grund, warum redaktionelle Aufklärung und Produktbewerbung strikt getrennt werden müssen.

Siehe auch: Werbung

IGF-1 Pharmakologie Insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1

Ein Hormon, das Wachstumssignale in vielen Geweben verstärkt. Es ist gleichzeitig der wichtigste Wirkvermittler von Wachstumshormon und der wichtigste Sicherheitsmarker: Zu hohe Spiegel gelten als Risikosignal, und bei zugelassenen GHRH-Analoga wird IGF-1 in der Anwendung überwacht.

Siehe auch: Wachstumshormonachse

In vitro Studien Im Glas, außerhalb des Organismus

Versuche an Zellkulturen oder isolierten Bestandteilen. Sie zeigen Mechanismen, aber keine Wirkung im Organismus. Ein Befund in vitro beantwortet die Frage, ob etwas grundsätzlich passieren kann, und nicht, ob es im Körper passiert.

Siehe auch: Präklinisch, Übertragbarkeit

Inkretin Pharmakologie Darmhormon für die Insulinantwort

Hormone aus dem Darm, die nach dem Essen die Insulinausschüttung verstärken. GLP-1 und GIP gehören dazu. Die moderne Adipositas- und Diabetestherapie beruht darauf, diese Signale mit langlebigen Analoga zu verstärken.

Siehe auch: Analogon, Magenentleerung

Kühlkette Handhabung Ununterbrochene Kühlung

Die durchgehende Kühlung vom Versand bis zur Lagerung. Lyophilisierte Peptide sind kurzzeitig ungekühlt meist unkritisch, rekonstituierte Lösungen nicht. Wie lange eine Unterbrechung tolerierbar ist, sagen die Herstellerangaben, und belastbare Stabilitätsdaten fehlen für die meisten Peptide.

Siehe auch: Lyophilisat, Aliquot

LC-MS Analytik Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie

Kombination aus Trennung und Massebestimmung. Damit lässt sich prüfen, ob die gefundene Masse zum erwarteten Molekül passt, also die Identität. Eine Reinheitsangabe ohne Identitätsprüfung sagt nicht, welcher Stoff vorliegt.

Siehe auch: HPLC, Masse

LOD und LOQ Analytik Nachweis- und Bestimmungsgrenze

LOD ist die kleinste Menge, die ein Verfahren überhaupt erkennt. LOQ ist die kleinste Menge, die sich zuverlässig quantifizieren lässt. Ohne diese Angaben ist unklar, ob ein fehlender Peak bedeutet, dass nichts da ist, oder nur, dass das Verfahren es nicht sieht.

Siehe auch: HPLC

Lyophilisat Handhabung Gefriergetrocknetes Pulver

Ein Stoff, der aus gefrorenem Zustand im Vakuum getrocknet wurde. Zurück bleibt ein poröser Kuchen. In diesem Zustand sind Peptide deutlich stabiler als in Lösung, weil ohne Wasser kaum Abbau abläuft.

Siehe auch: Rekonstitution, Restfeuchte

Magenentleerung Pharmakologie Wie schnell der Magen sich leert

Ein zentraler Mechanismus der Inkretin- und Amylin-Analoga: Sie verzögern die Magenentleerung, was Sättigung verlängert und einen Teil der Nebenwirkungen wie Übelkeit und Völlegefühl erklärt. Gemessen wird sie über Szintigrafie oder Aufnahmetests.

Siehe auch: Inkretin

Masse Analytik Gewicht eines Moleküls

Die molare Masse in Gramm pro Mol, für Peptide meist als mittlere oder monoisotopische Masse angegeben. Sie hängt von der Salzform ab. Stimmt die gemessene Masse nicht mit der erwarteten überein, ist die Identität nicht bestätigt.

Siehe auch: LC-MS, Gegenion

Peptid Chemie Kette aus Aminosäuren

Aminosäuren, die über Peptidbindungen verbunden sind. Bis etwa 50 Aminosäuren spricht man von Peptiden, darüber von Proteinen. Die Grenze ist Konvention, nicht Naturgesetz: Auch ein kurzes Peptid kann ein Proteinabschnitt sein.

Siehe auch: Sequenz, Lyophilisat

Pharmakokinetik Pharmakologie Was der Körper mit dem Stoff macht

Aufnahme, Verteilung, Abbau und Ausscheidung. Fehlt die Pharmakokinetik, ist unbekannt, wie viel von einer Gabe überhaupt ankommt. Für viele Peptide gibt es keine Pharmakokinetik am Menschen, was alle Mengenangaben im Umlauf zu Ableitungen aus Tierdaten macht.

Siehe auch: Halbwertszeit, Bioverfügbarkeit

Placebo Studien Scheinbehandlung ohne Wirkstoff

Eine Behandlung, die wie die Prüfsubstanz aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält. Der Vergleich damit zeigt, welcher Anteil eines Effekts auf Erwartung und Zuwendung zurückgeht. Bei subjektiven Endpunkten ist dieser Anteil oft groß.

Siehe auch: Randomisierte kontrollierte Studie (RCT), Verblindung

Power Studien Wahrscheinlichkeit, einen echten Effekt zu finden

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Studie einen tatsächlich vorhandenen Effekt auch nachweist. Üblich sind 80 Prozent. Eine Studie mit zu geringer Power kann einen echten Effekt übersehen, und das Ergebnis wird dann fälschlich als Wirkungslosigkeit gelesen.

Siehe auch: Fallzahl

Präklinisch Studien Vor der Humanstudie

Forschung an Zellen oder Tieren, bevor etwas am Menschen geprüft wird. Präklinische Ergebnisse sind notwendig, aber schwach prädiktiv: Ein großer Teil der im Tiermodell wirksamen Stoffe wirkt beim Menschen nicht.

Siehe auch: In vitro, Übertragbarkeit

Publikationsverzerrung Studien Auffällige Ergebnisse werden häufiger veröffentlicht

Studien mit positiven oder spektakulären Ergebnissen werden häufiger eingereicht und veröffentlicht als solche ohne Effekt. Dadurch erscheint die Literatur optimistischer als die Realität. Besonders relevant in kleinen Forschungsfeldern.

Siehe auch: Verzerrung

Randomisierte kontrollierte Studie (RCT) Studien Studie mit Zufallszuteilung und Vergleichsgruppe

Die stärkste Studiengestaltung: Teilnehmer werden per Zufall auf Behandlungs- und Kontrollgruppe verteilt. Damit werden bekannte und unbekannte Unterschiede zwischen den Gruppen ausgeglichen. Fehlt die Randomisierung, ist ein gefundener Effekt nicht sicher der Behandlung zuzuordnen.

Siehe auch: Verblindung, Placebo

Reinheit Analytik Anteil des Zielpeptids

Der Anteil des gewünschten Peptids an der Gesamtmenge. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Reinheit und Gehalt: Eine Probe kann zu 99 Prozent aus dem Zielpeptid bestehen und trotzdem nur 80 Prozent Peptid enthalten, weil der Rest Salz und Wasser ist.

Siehe auch: Flächenprozent, Restfeuchte

Rekonstitution Handhabung Wiederauflösen des Pulvers

Das Lösen eines Lyophilisats in einer Flüssigkeit. Entscheidend sind Langsamkeit und das Fehlen von Scherkräften: Flüssigkeit an der Wand entlanglaufen lassen, nicht schütteln, nicht direkt auf das Pulver spritzen.

Siehe auch: Lyophilisat, Scherkraft

Research Chemical Szene Verkaufsbezeichnung, keine Rechtskategorie

Eine Bezeichnung, mit der Stoffe als reine Laborchemikalien angeboten werden. Es gibt dafür keine eigene Rechtskategorie. Ob etwas Arzneimittel ist, entscheidet sich an der Zweckbestimmung, nicht an dieser Formulierung.

Siehe auch: Zweckbestimmung

Restfeuchte Chemie Verbliebenes Wasser im Pulver

Lyophilisate enthalten Restwasser. Es ist Teil der Masse, aber kein Peptid. Wer 10 mg Pulver wiegt, hat je nach Restfeuchte weniger als 10 mg Peptid. Deshalb gibt ein sauberes Zertifikat den Peptidgehalt getrennt an.

Siehe auch: Lyophilisat, Reinheit

Rezeptoragonist Pharmakologie Stoff, der einen Rezeptor aktiviert

Ein Molekül, das an einen Rezeptor bindet und ihn einschaltet. Ein Vollagonist löst die volle Antwort aus, ein Teilagonist nur einen Teil. Der Unterschied erklärt, warum zwei Stoffe am selben Rezeptor unterschiedlich stark wirken können.

Siehe auch: Selektivität, EC50

Scherkraft Handhabung Mechanische Belastung durch Strömung

Kräfte, die entstehen, wenn Flüssigkeit schnell bewegt wird, etwa beim Schütteln oder Aufziehen durch eine enge Kanüle. Sie können größere Peptide entfalten und damit unbrauchbar machen. Schütteln ist deshalb immer ein Fehler.

Siehe auch: Aggregation, Rekonstitution

Selektivität Pharmakologie Wie eng ein Stoff bindet

Ein selektiver Stoff bindet nur an eine Zielstruktur, ein unselektiver an mehrere. Bei GH-Sekretagogen ist Selektivität das zentrale Merkmal: Ipamorelin gilt als selektiv, weil es im Tiermodell Kortisol und Prolaktin weniger beeinflusst als GHRP-6.

Siehe auch: Rezeptoragonist, GHS-R1a

Sequenz Chemie Reihenfolge der Aminosäuren

Die Abfolge der Aminosäuren von einem Ende zum anderen. Sie bestimmt die Wirkung vollständig: Zwei Peptide mit denselben Bausteinen in anderer Reihenfolge sind verschiedene Stoffe. In der Literatur wird sie in Drei-Buchstaben- oder Ein-Buchstaben-Code angegeben.

Siehe auch: Peptid, Analogon

Stack Szene Kombination mehrerer Stoffe

Die gemeinsame Verwendung mehrerer Substanzen. Für Kombinationen fehlen fast immer Studien, und die Analytik wird schwieriger, weil mehrere Peaks zugeordnet werden müssen. Ein Stack ist deshalb nie besser belegt als seine Einzelbestandteile.

Siehe auch: Analysenzertifikat (COA)

Surrogatendpunkt Studien Ersatzwert statt echtem Nutzen

Ein Messwert, der für einen echten Nutzen stehen soll, etwa ein Laborwert statt eines Krankheitsverlaufs. Surrogatendpunkte sind schneller zu erheben, aber nicht immer aussagekräftig: Ein verbesserter Laborwert bedeutet nicht zwingend, dass es den Betroffenen besser geht.

Siehe auch: Endpunkt

Systematische Übersicht / Meta-Analyse Studien Zusammenfassung aller Studien

Eine Arbeit, die alle vorhandenen Studien zu einer Frage systematisch sucht und nach festen Kriterien auswertet. Eine Meta-Analyse rechnet die Ergebnisse zusammen. Solche Arbeiten stehen in der Bewertung oben, weil sie die Auswahl einzelner günstiger Studien verhindern.

Siehe auch: Evidenzstufe, Verzerrung

Titration Szene Schrittweise Dosissteigerung

Das langsame Erhöhen einer Dosis über Wochen. In den Zulassungsstudien der GLP-1-Klasse ist das der Standard, weil es gastrointestinale Nebenwirkungen reduziert. Die Schrittweiten sind Teil des Studienprotokolls und nicht frei wählbar.

Siehe auch: Frontload / Loading

Trifluoracetat (TFA) Chemie Häufiges Gegenion aus der Synthese

Peptide werden bei der Herstellung meist als Trifluoracetat-Salz gewonnen. Das Gegenion bleibt am Molekül und verändert die Masse sowie die biologische Wirkung: TFA ist in Zellkultur zytotoxisch. Für Zellversuche wird deshalb häufig die Acetat-Form verwendet.

Siehe auch: Gegenion, Reinheit

Übertragbarkeit Studien Gilt das auch für den Menschen?

Die Frage, ob ein Befund aus Zellen oder Tieren auf Menschen zutrifft. Sie ist der wichtigste Grund, warum Tierdaten keine Anwendungsempfehlung ergeben. Unterschiede in Stoffwechsel, Aufnahme und Empfindlichkeit sind dabei groß.

Siehe auch: Präklinisch, In vitro

VEGFR2 Pharmakologie Rezeptor für Gefäßwachstumsfaktor

Der Rezeptor, über den der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor die Gefäßneubildung auslöst. Für BPC-157 ist eine Aktivierung dieses Wegs beschrieben, was sowohl die Heilungswirkung erklären könnte als auch den Sicherheitsvorbehalt.

Siehe auch: Angiogenese

Verblindung Studien Wer weiß, wer welche Behandlung bekommt

Einfach verblindet heißt, die Teilnehmer wissen es nicht. Doppelt verblindet heißt, auch die Behandelnden und Auswertenden wissen es nicht. Ohne Verblindung beeinflusst Erwartung sowohl die berichteten Beschwerden als auch die Bewertung von Bildern und Gewebeschnitten.

Siehe auch: Randomisierte kontrollierte Studie (RCT), Verzerrung

Verzerrung (Bias) Studien Systematischer Fehler

Ein Fehler, der Ergebnisse in eine Richtung verschiebt, etwa durch fehlende Verblindung, ungleiche Gruppen oder selektive Berichterstattung. Verzerrung lässt sich nicht durch mehr Daten ausgleichen, sondern nur durch besseres Design.

Siehe auch: Verblindung, Publikationsverzerrung

Wachstumshormonachse Pharmakologie GHRH, GH und IGF-1

Das Zusammenspiel aus hypothalamischem GHRH, hypophysärem Wachstumshormon und lebergebildetem IGF-1. Wer die Achse über Sekretagogen anregt, erhöht in der Regel auch IGF-1. Genau diese Erhöhung ist der zentrale Sicherheitsvorbehalt des Feldes.

Siehe auch: GHS-R1a, IGF-1

WADA-Verbotsliste Recht Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur

Die Liste der im Sport verbotenen Substanzen und Methoden. Kategorie S0 erfasst alle nicht zugelassenen Stoffe und damit auch Peptide, die in keiner anderen Kategorie stehen. Ein Nachweis gilt als Dopingverstoß.

Siehe auch: AntiDopG

Werbung (rechtlich) Recht Aussage mit Absatzförderungszweck

Rechtlich nicht jede Information, sondern eine Aussage, die darauf angelegt ist, den Absatz eines Produkts zu fördern. Ein Studienreferat ohne Produktbezug ist danach keine Werbung, eine Produktnennung mit Kaufanreiz schon.

Siehe auch: HWG

Zulassungspflicht Recht Verbot ohne behördliche Zulassung

Nach § 21 AMG darf ein Arzneimittel nur in den Verkehr gebracht werden, wenn es zugelassen ist. Für die meisten hier beschriebenen Peptide gibt es keine Zulassung. Ein Vertrieb mit Anwendungsbezug am Menschen ist damit unzulässig.

Siehe auch: Arzneimittel (AMG)

Zulassungsstudie Studien Studie für die Arzneimittelzulassung

Studien, die nach vorab mit der Behörde abgestimmtem Plan durchgeführt werden, um Wirksamkeit und Sicherheit zu belegen. Sie sind aufwendig, kontrolliert und dokumentiert, und ihre Ergebnisse sind der Maßstab, an dem andere Daten gemessen werden.

Siehe auch: Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)

Zweckbestimmung Recht Wofür ein Produkt bestimmt ist

Die objektiv erkennbare Bestimmung eines Produkts. Sie entscheidet mit darüber, ob etwas Arzneimittel ist. Der Zusatz „nur für Forschungszwecke" auf dem Etikett genügt nicht, wenn das Produkt erkennbar für die Anwendung am Menschen bereitgestellt wird.

Siehe auch: Arzneimittel (AMG)

Wozu ein Glossar in einem Aufklärungsportal

Peptid-Diskussionen scheitern selten an der Chemie, sondern an Begriffen. „Reinheit" bedeutet etwas anderes als „Gehalt", „EC50" ist kein Wirkmaß, und „nicht geringe Menge" ist ein Rechtsbegriff, kein Alltagswort. Wer diese Unterschiede kennt, kann Beiträge und Werbetexte einordnen, ohne Fachkenntnis mitbringen zu müssen.