Aufklärung, kein Verkauf. Unabhängige Wissenssammlung. Keine Empfehlung, keine Anleitung, kein Verkauf von Anwendungen am Menschen.

Was das heißt
Wachstum & Hormone Evidenz D Kombinationspräparat

Tesamorelin + Ipamorelin

Zugelassenes GHRH-Analogon plus Ghrelin-Rezeptor-Agonist: verbreitete Praxis, keine kontrollierte Studie

Auch bekannt als: Tesamorelin/Ipamorelin · Egrifta + Ipamorelin · TES/Ipa

Kurzfassung

Die Kombination verbindet Tesamorelin, ein zugelassenes GHRH-Analogon zur Reduktion von überschüssigem Bauchfett, mit dem nicht zugelassenen Ghrelin-Rezeptor-Agonisten Ipamorelin. Für Tesamorelin allein gibt es zwei randomisierte Phase-3-Studien mit viszeralem Fett als Endpunkt, für die Kombination keine einzige Studie. Eine Abfrage des Studienregisters ClinicalTrials.gov ergab am 14.09.2026 null Treffer für beide Stoffe gemeinsam. Ob sich die Wirkungen addieren oder die Risiken verstärken, ist nicht gemessen.

Kombination als Ganzes
0 Studien, 0 Registertreffer am 14.09.2026, keine Zulassung
Tesamorelin zugelassen
seit 10.11.2010 (BLA 022505), HIV-assoziierte Lipodystrophie
Viszerales Fett unter Tesamorelin (26 Wochen)
minus 15,2 Prozent gegen plus 5,0 Prozent unter Placebo
IGF-1 unter Tesamorelin
plus 81,0 Prozent gegen minus 5,0 Prozent
HbA1c von 6,5 Prozent oder mehr
5 Prozent gegen 1 Prozent, Hazard Odds Ratio 3,3
Halbwertszeit beim Menschen
Tesamorelin 8 Minuten, Ipamorelin 2 Stunden
01

Was der Stoff ist

Klasse
Mischung zweier Peptide: das GHRH(1-44)-Analogon Tesamorelin und das Pentapeptid Ipamorelin
Summenformel
C₂₂₁H₃₆₆N₇₂O₆₇S (Tesamorelin), C₃₈H₄₉N₉O₅ (Ipamorelin)
Molare Masse
5135,9 Da (Tesamorelin), 711,9 g/mol (Ipamorelin)
CAS-Nummer
218949-48-5 (Tesamorelin), 170851-70-4 (Ipamorelin)
Herkunft
Die Kombination stammt aus der Community. Sie verbindet ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit einem nicht zugelassenen Forschungspeptid; ein Entwicklungsprogramm für das Gemisch existiert nicht.
02

Wirkmechanismus

Was im molekularen Versuch passiert. Jede Zeile nennt die Zielstruktur und die Belege.

  • GHRH-Rezeptor auf den somatotropen Zellen der Hirnanhangsdrüse3,5

    Agonist zugelassenes GHRH-Analogon mit kurzer Plasmahalbwertszeit von 8 Minuten

    Tesamorelin ist ein GHRH(1-44)-Analogon und wirkt am selben Rezeptor wie das körpereigene GHRH. Die Wirkung auf das viszerale Fettgewebe ist in den Zulassungsstudien gemessen; sie läuft über die gesteigerte Freisetzung von Wachstumshormon und den Anstieg von IGF-1.

  • GHS-R1a (Ghrelin-Rezeptor)8

    Agonist im Tiermodell selektivster getesteter Vertreter dieser Klasse

    EC50 1,3 ± 0,4 nmol/l an primären Rattenhypophysenzellen, Emax 85 ± 5 Prozent

    Ipamorelin ist ein Pentapeptid und wirkt über denselben Rezeptortyp wie GHRP-6 und GHRP-2. Die Selektivität für Wachstumshormon wurde am Schwein gemessen, die Potenz an Hypophysenzellen der Ratte.

  • Wachstumshormonfreisetzung am Hypophysenvorderlappen11,1

    Modulator

    GHRH wirkt über den GHRH-Rezeptor, Ghrelin-Agonisten über GHS-R1a, also über zwei verschiedene Signalwege. Bei gleichzeitiger Gabe von GHRH und GHRP-2 wurde am Menschen eine überadditive Freisetzung gemessen. Für Tesamorelin plus Ipamorelin ist das nicht gemessen.

03

Was belegt ist und wie gut

Jede Aussage mit Evidenzstufe und Bewertung. „Anerkannt“ heißt: von der Fachwelt getragen. „Spekulativ“ heißt: es gibt eine Hypothese, aber keine belastbare Prüfung.

Evidenz D

Die Stufe bezieht sich auf die am besten belegte Aussage des Beitrags, nämlich dass zur Kombination keine kontrollierte Studie existiert. Die Kombination selbst wäre Stufe E, Tesamorelin allein erreicht in seiner zugelassenen Indikation die Stufe A, Ipamorelin einzelne kontrollierte Humanstudien.

Warum nicht höher: Die Kombination ist am Menschen nie geprüft worden. Für Tesamorelin ist nur die Monotherapie bei HIV-assoziierter Lipodystrophie untersucht, für Ipamorelin kein Endpunkt zur Körperzusammensetzung. Eine Aussage über Wirkung und Sicherheit des Gemischs lässt sich aus beidem nicht ableiten.

  • Zur Kombination aus Tesamorelin und Ipamorelin existiert keine kontrollierte Studie am Menschen.2,1

    Evidenz D anerkannt · Aussage über die Abwesenheit von Daten. Grundlage sind die Registerabfrage und die Übersichtsarbeit von 2026.

  • Tesamorelin senkt bei HIV-infizierter Lipodystrophie das viszerale Fettgewebe und lässt das Unterhautfettgewebe weitgehend unverändert.3,4

    Evidenz A anerkannt · Zwei randomisierte, placebokontrollierte Phase-3-Studien mit 412 und 806 Teilnehmern. Der Endpunkt war die computertomografisch gemessene Fettfläche.

  • Tesamorelin hebt IGF-1 stark an: um 81 Prozent in der ersten Zulassungsstudie, um 108 ng/ml in der gepoolten Auswertung.3,4

    Evidenz A anerkannt · Messwerte aus den Zulassungsstudien. Der Anstieg ist die Grundlage der Sicherheitsbedenken gegen diese Stoffklasse.

  • Tesamorelin erhöht das Risiko einer Glukoseintoleranz: Ein HbA1c von 6,5 Prozent oder mehr trat bei 5 Prozent gegen 1 Prozent der Behandelten auf, Hazard Odds Ratio 3,3 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,4 bis 9,6).5

    Evidenz A anerkannt · Behördliche Auswertung der Zulassungsstudien in der Fachinformation. Betrifft die Monotherapie.

  • Die Zulassung von Tesamorelin gilt ausschließlich für HIV-infizierte Erwachsene mit Lipodystrophie; in der Europäischen Union gibt es kein Produkt.6,7

    Evidenz A anerkannt · Zulassungsdaten der FDA und der Rückzug des EU-Antrags durch den Hersteller am 21.06.2012.

  • Die überadditive Freisetzung von Wachstumshormon bei gleichzeitiger Gabe von GHRH und einem Ghrelin-Agonisten ist am Menschen gemessen, aber mit GHRP-2 und nicht mit Ipamorelin.11

    Evidenz B anerkannt · Kontrollierte Humanstudie an 47 Männern mit gleichzeitiger Infusion. Akute Freisetzung, kein Endpunkt zur Körperzusammensetzung.

04

Studien am Menschen

Was am Menschen tatsächlich gemessen wurde. Tierstudien stehen bewusst nicht hier, sondern im Abschnitt zur Evidenz.

Tesamorelin bei HIV-assoziierter Lipodystrophie (Zulassungsstudie)

Phase 3 2007 3
Population
412 HIV-infizierte Erwachsene mit überschüssigem Bauchfett, 86 Prozent Männer
Endpunkte
Prozentuale Änderung des viszeralen Fettgewebes nach 26 Wochen, Triglyzeride, IGF-1, Körperbild
Ergebnis
Viszerales Fett minus 15,2 Prozent gegen plus 5,0 Prozent unter Placebo, Triglyzeride minus 50 gegen plus 9 mg/dl, IGF-1 plus 81,0 Prozent gegen minus 5,0 Prozent. Mehr Abbrüche wegen unerwünschter Ereignisse in der Verumgruppe. Geprüft wurde Tesamorelin allein, 2 mg täglich subkutan.

Tesamorelin: gepoolte Auswertung zweier Phase-3-Studien

Phase 3 2010 4
Population
806 HIV-infizierte Patienten mit überschüssigem Bauchfett, 543 mit Tesamorelin und 263 mit Placebo, 26 Wochen plus Sicherheitsverlängerung
Endpunkte
Viszerales Fettgewebe und Unterhautfettgewebe im CT, Lipide, IGF-1
Ergebnis
Viszerales Fett minus 24 gegen plus 2 cm², Behandlungseffekt minus 15,4 Prozent. Das Unterhautfettgewebe blieb unverändert. IGF-1 stieg um 108 ng/ml gegen minus 7 ng/ml. Auch hier wurde Tesamorelin allein geprüft.

GHRH plus GHRP-2: Synergie der Wachstumshormonfreisetzung

2009 11
Population
47 gesunde Männer von 18 bis 74 Jahren
Endpunkte
Akute Wachstumshormonfreisetzung unter gleichzeitiger Infusion, nicht Körperzusammensetzung
Ergebnis
Die Freisetzung war überadditiv und nahm mit Alter und viszeralem Fett ab. Untersucht wurde GHRP-2, nicht Ipamorelin, und nicht dieses Gemisch.
05

Pharmakokinetik

Was der Körper mit dem Stoff macht: Aufnahme, Verteilung, Abbau.

Halbwertszeit
Tesamorelin: 8 Minuten mittlere Eliminationshalbwertszeit nach einer subkutanen Einzeldosis von 1,4 mg bei gesunden Personen. Ipamorelin: 2 Stunden. Für die Kombination ist nichts gemessen.
Aufnahme / Bioverfügbarkeit
Tesamorelin: absolute Bioverfügbarkeit nach subkutaner Gabe unter 4 Prozent. Für Ipamorelin liegen keine Angaben zur Aufnahme vor.
Spitzenkonzentration
Tesamorelin: mediane Spitzenkonzentration 0,15 Stunden nach subkutaner Gabe. Ipamorelin: Wachstumshormonspitze 0,67 Stunden nach einer 15-minütigen Infusion.
Abbau
Tesamorelin: keine formalen Stoffwechselstudien am Menschen durchgeführt. Ipamorelin: proteolytischer Abbau, nicht im Detail untersucht.
Ausscheidung
Tesamorelin: Verteilungsvolumen 4,8 ± 1,9 l/kg; die Fläche unter der Kurve war bei HIV-infizierten Patienten 34 Prozent höher als bei gesunden Personen. Ipamorelin: Clearance 0,078 l/h/kg.

Die kurze Halbwertszeit von Tesamorelin bei gleichzeitig lang anhaltender Wirkung auf IGF-1 ist der zentrale pharmakokinetische Punkt: Nicht der Peptidspiegel wirkt, sondern die nachgeschaltete Achse. Für das Gemisch ist kein Verlauf gemessen.

06 keine Anwendungsempfehlung

Protokolle aus der Literatur

Diese Angaben beschreiben, wie in einer bestimmten Studie dosiert wurde. Sie sind der Grund, warum im Umlauf Zahlen kursieren, und ausdrücklich kein Vorschlag für irgendetwas.

2 mg einmal täglich über 26 Wochen subkutan HIV-infizierte Erwachsene mit überschüssigem Bauchfett, randomisierte placebokontrollierte Phase-3-Studie Zweck: Reduktion des viszeralen Fettgewebes, Messung von IGF-1 und Lipiden 3,4
vier Dosisstufen von 4,21 bis 140,45 nmol/kg über 15 Minuten intravenös Gesunde Männer, je acht pro Dosisstufe, Dosissteigerungsstudie Zweck: Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Ipamorelin 9
0,03 mg/kg zweimal täglich über bis zu 7 Tage intravenös Erwachsene nach Darmresektion, doppelblinde placebokontrollierte Phase-2-Studie Zweck: Prüfung der Magen-Darm-Beweglichkeit nach einer Operation 10

Dosisangaben aus Tierstudien lassen sich nicht auf Menschen umrechnen. Wer das versucht, ignoriert Unterschiede in Stoffwechsel, Aufnahme und Empfindlichkeit.

07

Handhabung im Labor

Umgang mit der Substanz, nicht mit dem Menschen: ansetzen, lagern, typische Fehler.

Rekonstitution
Bei einem Gemisch aus zwei Peptiden wird mit dem mitgelieferten Lösungsmittel angesetzt: Flüssigkeit an der Glaswand entlanglaufen lassen, rollen statt schütteln. Für die Mischung existiert keine Stabilitätsuntersuchung.
Lagerung
Lyophilisiert tiefgekühlt, trocken und lichtgeschützt; rekonstituiert bei 2 bis 8 °C. Eine veröffentlichte Stabilitätsstudie für diese Mischung gibt es nicht.
Lösungsmittel
Für Tesamorelin gibt die Fachinformation steriles Wasser vor. Für die Mischung mit Ipamorelin ist kein Lösungsmittel untersucht.
Auftauen
Aliquote vor dem Einfrieren bilden. Wiederholtes Auftauen schädigt Peptide; für diese Mischung ist das nicht quantifiziert.

Grundregeln für den Umgang

  • Kühlkette dokumentieren und Datum des Ansetzens auf dem Behältnis notieren.
  • Trübe Lösung oder sichtbare Partikel nicht verwenden.
  • Bei Mischungen aus zwei Peptiden beide Peaks im Analyseverfahren verlangen, nicht nur eine Gesamtmasse.
  • Handschuhe und Schutzbrille beim Umgang mit Lyophilisat, Staubentwicklung vermeiden.

Typische Fehler

  • Ein zugelassener Wirkstoff in der Mischung wird als Beleg für die Mischung gelesen. Die Zulassung von Tesamorelin gilt für die Monotherapie bei HIV-assoziierter Lipodystrophie, nicht für eine Kombination.
  • Die Fachinformation von Tesamorelin verlangt IGF-1-Kontrollen und nennt anhaltende Erhöhungen als Grund, die Behandlung zu beenden. Eine zweite Substanz, die zusätzlich Wachstumshormon freisetzt, ist in dieser Überwachung nicht vorgesehen.
  • In Foren zirkulieren feste Mengenangaben und Verhältnisse der beiden Peptide. Es gibt kein Studienprotokoll für die Kombination, also auch keine Angabe zu einem Verhältnis.
  • Die kurze Halbwertszeit von Tesamorelin wird als Argument für häufige Gaben gelesen. Gemessen ist die Wirkung auf IGF-1, nicht die eines Peptidspiegels.
08

Sicherheit

Für die Kombination gibt es keine Sicherheitsdaten. Für Tesamorelin allein ist die Lage aus Zulassungsstudien und Fachinformation gut dokumentiert, für Ipamorelin kaum.

Was in Studien als unerwünschte Wirkung berichtet wurde

  • gravierend Evidenz A Belege: falutz-2007, tesamorelin-label, ema-withdrawal

    Tesamorelin hebt IGF-1 stark an: um 81 Prozent gegen minus 5 Prozent unter Placebo. Die Fachinformation verlangt IGF-1-Kontrollen und nennt anhaltende Erhöhungen als Grund, die Behandlung zu beenden. Die EU-Behörde sah den IGF-1-Anstieg 2012 als wesentliches Sicherheitsbedenken.

  • gravierend Evidenz A Belege: tesamorelin-label

    Tesamorelin kann die Glukosetoleranz verschlechtern: Ein HbA1c von 6,5 Prozent oder mehr trat bei 5 Prozent gegen 1 Prozent auf, Hazard Odds Ratio 3,3 mit Konfidenzintervall 1,4 bis 9,6. Die Fachinformation verlangt deshalb Blutzuckerkontrollen vor und während der Behandlung.

  • gravierend Evidenz D Belege: fda-compounding

    Für Ipamorelinacetat nennt die FDA eine Immunogenitätssorge bei bestimmten Verabreichungswegen sowie eine Studie mit schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen einschließlich eines Todesfalls bei intravenöser Gabe zur Verbesserung der Magen-Darm-Beweglichkeit. Diese Angaben betreffen Ipamorelin allein.

  • relevant Evidenz A Belege: tesamorelin-label

    Wassereinlagerung mit Ödemen, Gelenkschmerzen und Karpaltunnelsyndrom ist eine beschriebene Wirkung von Tesamorelin. In der Nebenwirkungstabelle stehen Karpaltunnelsyndrom mit 1 Prozent gegen 0 Prozent und periphere Ödeme mit 6 Prozent gegen 2 Prozent.

Aus Studien und Zulassungsunterlagen

  • Zur Kombination ist keine unerwünschte Wirkung dokumentiert, weil sie nie systematisch untersucht wurde.
  • Die Fachinformation nennt Reaktionen an der Injektionsstelle mit 17 Prozent gegen 6 Prozent, Gelenkschmerzen mit 13 Prozent gegen 11 Prozent und periphere Ödeme mit 6 Prozent gegen 2 Prozent.
  • In der Phase-2-Studie zu Ipamorelin war die Rate behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse mit Placebo vergleichbar, 87,5 Prozent gegen 94,8 Prozent.
  • Hinweise auf Unterzuckerung sind für GHRH-Analoga und Ghrelin-Agonisten nicht belegt: In den zitierten Studien trat sie nicht auf.

Messgrößen, die eine Gefährdung früh zeigen würden

Diese Parameter werden in Studien erhoben, um Schäden zu erkennen. Die Liste ist keine Anleitung zur Selbstkontrolle, sondern zeigt, welche Signale die Fachwelt für relevant hält.

  • IGF-1 im Blut, weil die Fachinformation diese Kontrolle für Tesamorelin verlangt und die Kombination einen zusätzlichen Reiz setzt.
  • Blutzucker und HbA1c, weil Tesamorelin die Glukosetoleranz verschlechtert.
  • Ödeme, Gelenkschmerzen und Taubheitsgefühle in den Händen, weil diese Wirkungen dosisabhängig beschrieben sind.
  • Bei Tumorerkrankung in der Vorgeschichte: Verlaufskontrolle, weil die Fachinformation eine abgeschlossene Behandlung und einen inaktiven Befund verlangt.
  • Blutbild, weil Peptide Immunogenität auslösen können.
09 keine Rechtsberatung

Rechtslage

Einordnung nach öffentlich zugänglichen Normen. Sie ersetzt keine anwaltliche Auskunft im Einzelfall.

Deutschland

12,13,14

Beide Stoffe stehen in der Anlage zu § 2 Abs. 3 AntiDopG. Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind strafbar. Tesamorelin und Ipamorelin sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen.

  • Anlage zu § 2 Abs. 3 AntiDopG, II. Nummer 2.4, Fundstelle BGBl. 2023 I Nr. 67 (CJC-1295, Sermorelin, Tesamorelin, mod-GRF, Ipamorelin)
  • § 2 Abs. 3 AntiDopG (Verbot von Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken)
  • § 6 AntiDopG (Verordnungsermächtigung)
  • § 2 Abs. 1 AMG (Arzneimittelbegriff)
  • § 21 Abs. 1 AMG (Zulassungspflicht)

Die Anlage nennt Tesamorelin bei den Wachstumshormon-Releasingfaktoren und Ipamorelin bei den Wachstumshormon-Sekretagogen. Zusätzlich greift das Arzneimittelrecht: Ein Stoff mit Arzneimittelcharakter darf ohne Zulassung nicht in den Verkehr gebracht werden. Ergänzend verbietet § 5 AMG das Inverkehrbringen bedenklicher Arzneimittel.

Europäische Union

7,15

Kein Tesamorelin-Produkt zugelassen. Ferrer Internacional zog den Zulassungsantrag für Egrifta am 21.06.2012 zurück, nachdem der CHMP vorläufig zu dem Ergebnis gekommen war, dass der Nutzen die Risiken nicht überwiegt.

  • EMA/CHMP/475021/2012, EMEA/H/C/002427 (Rücknahme des Zulassungsantrags)
  • Richtlinie 2001/83/EG Art. 1 Nr. 2 (Arzneimittelbegriff)
  • Richtlinie 2001/83/EG Art. 6 (Zulassungspflicht)

Als wesentliches Sicherheitsbedenken nannte der Ausschuss den Anstieg von IGF-1. Für Ipamorelin existiert in der EU kein Zulassungsverfahren. Ein Gemisch aus beiden ist damit in der EU kein verkehrsfähiges Arzneimittel.

USA

6,17

Tesamorelin ist als Arzneimittel zugelassen (BLA 022505, Egrifta) und deshalb kein Compounding-Ausgangsstoff. Ipamorelinacetat steht in Kategorie 2 der 503B-Zwischenpolitik. Die Kombination ist nicht zugelassen.

  • FDA: Egrifta (Tesamorelin), Zulassung BLA 022505 vom 10.11.2010
  • FDA: Certain Bulk Drug Substances Used in Compounding May Present Significant Safety Risks
  • 21 U.S.C. § 353a (Section 503B des FD&C Act)

Die zugelassene Anwendung betrifft HIV-infizierte Erwachsene mit Lipodystrophie. Die Kombination mit einem nicht zugelassenen Peptid liegt außerhalb jeder zugelassenen Anwendung, und die vorgeschriebene IGF-1-Überwachung ist auf die Monotherapie ausgelegt.

Sport / Anti-Doping

16

Beide Stoffe sind auf der Verbotsliste der WADA in Kategorie S2 jederzeit verboten.

  • WADA Prohibited List 2026, Kategorie S2 „Peptide hormones, growth factors, related substances, and mimetics“, in Kraft seit 01.01.2026
  • WADA Prohibited List 2026, Nummer S2.2.4 (CJC-1295, Sermorelin, Tesamorelin sowie Wachstumshormon-Sekretagoga und Mimetika wie Ipamorelin)

Alle Stoffe der Kategorie S2 sind rund um die Uhr verboten und gelten als non-specified substances. Ein Nachweis im Wettkampf ist damit ein Dopingverstoß, unabhängig davon, ob ein Stoff ärztlich verordnet ist.

Gesamtübersicht zur Rechtslage in Deutschland, EU und weiteren Staaten
10

Kombinationen

Was in der Literatur zusammen genannt wird und was davon belegt ist.

Häufig zusammen untersucht oder genannt

  • Pharmakologische Begründung der Kombination: Tesamorelin wirkt als GHRH-Analogon am GHRH-Rezeptor, Ipamorelin am Ghrelin-Rezeptor GHS-R1a. Für GHRH plus GHRP-2 ist am Menschen eine überadditive Freisetzung von Wachstumshormon gemessen worden, also für zwei Stoffe desselben Wirkprinzips wie hier.
  • Der zweite Teil der Begründung betrifft die Ziele: Tesamorelin ist für die Reduktion von viszeralem Fett zugelassen, und die Kombination zielt auf dieselbe Wirkung über eine zusätzliche Freisetzung von Wachstumshormon. Ob die Zugabe die Wirkung vergrößert, ist nicht gemessen; ein additiver oder synergistischer Effekt auf Fettmasse ist eine Annahme.
  • Offen ist auch die Sicherheitsseite dieser Rechnung: Die Zulassung von Tesamorelin sieht IGF-1-Kontrollen vor. Kommt ein zweiter Stoff hinzu, der die Freisetzung zusätzlich anhebt, ist in keiner Studie geprüft, wie hoch IGF-1 dann steigt. Die Dossiers zu Tesamorelin und Ipamorelin stehen neben diesem Beitrag.

Mögliche Wechselwirkungen

  • Die Fachinformation von Tesamorelin nennt zwei Wechselwirkungen: Wachstumshormon kann den Abbau von Arzneimitteln über Cytochrom-P450-Enzyme verändern, und bei Glukokortikoid-Ersatztherapie kann eine Dosisanpassung nötig werden.
  • Andere Stoffe der Wachstumshormon-Achse, etwa weitere Sekretagoga oder Wachstumshormon selbst, würden IGF-1 weiter anheben. Für die Kombination ist das nicht geprüft.
Zur Stack-Bibliothek mit Risiko-Check
11

Häufige Fehlannahmen

Aussagen, die im Umlauf sind, und was die Quellen dazu sagen.

„Tesamorelin ist zugelassen, also ist die Kombination geprüft.“

Die Zulassung beruht auf zwei Phase-3-Studien zur Monotherapie bei HIV-assoziierter Lipodystrophie. In keiner Zulassungsstudie wurde Ipamorelin oder ein anderes zweites Peptid zugegeben.3,4,2

„Zwei Stoffe, zwei Rezeptoren, also eine stärkere Wirkung auf Bauchfett.“

Die überadditive Freisetzung von Wachstumshormon ist mit GHRH und GHRP-2 gemessen. Ob daraus mehr Fettverlust folgt, ist nicht untersucht, und die Wirkung auf IGF-1 ist bei der Kombination nicht gemessen.11,1

„Tesamorelin ist auch in Europa als Egrifta erhältlich.“

In der EU gibt es kein Tesamorelin-Produkt. Der Hersteller zog den Zulassungsantrag am 21.06.2012 zurück, nachdem der CHMP den IGF-1-Anstieg als wesentliches Sicherheitsbedenken genannt hatte.7

12

Wissenslücken

Was fehlt. Wer forschen will, findet hier die offenen Fragen, die tatsächlich welche sind.

  • ? Es fehlt eine Pharmakokinetik der Kombination: Wie beeinflussen sich ein Peptid mit 8 Minuten und eines mit 2 Stunden Halbwertszeit gegenseitig?
  • ? Es fehlt jede Dosis-Wirkungs-Untersuchung zum Verhältnis der beiden Komponenten.
  • ? Es fehlt ein Vergleich der Kombination gegen Tesamorelin allein an einem Endpunkt zur Fettverteilung.
  • ? Der Verlauf von Wachstumshormon und IGF-1 nach wiederholter Gabe der Kombination ist nicht gemessen.
  • ? Es gibt keine Daten zur Kombination bei Menschen ohne HIV oder ohne Lipodystrophie, also außerhalb der zugelassenen Population.
  • ? Die Wirkung auf den Blutzucker unter der Kombination ist nicht untersucht, obwohl Tesamorelin die Glukosetoleranz bereits verschlechtert.
  • ? Es fehlt eine Bewertung des Tumorrisikos bei dauerhaft erhöhtem IGF-1, für die Monotherapie und erst recht für die Kombination.
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Vergleich mit verwandten Stoffen

Direkter Nebeneinander-Vergleich der belegbaren Merkmale. Leere Felder bedeuten: in der Literatur nicht gefunden.

MerkmalTesamorelin + IpamorelinCJC-1295 (No DAC)CJC-1295 + IpamorelinIpamorelinSermorelin
KlasseMischung zweier Peptide: das GHRH(1-44)-Analogon Tesamorelin und das Pentapeptid IpamorelinSynthetisches GHRH-Analogon, tetrasubstituiertes humanes GRF(1-29) ohne Drug-Affinity-ComplexMischung zweier Peptide: ein hGRF(1-29)-Analogon ohne Drug-Affinity-Complex und das Pentapeptid IpamorelinSynthetisches Pentapeptid, Wachstumshormon-Sekretagogum (Ghrelin-Rezeptor-Agonist)Synthetisches Peptid: die ersten 29 Aminosäuren des humanen Wachstumshormon-Releasingfaktors, am Kettenende amidiert
ZielstrukturGHRH-Rezeptor auf den somatotropen Zellen der Hirnanhangsdrüse, GHS-R1a (Ghrelin-Rezeptor), Wachstumshormonfreisetzung am HypophysenvorderlappenGHRH-Rezeptor auf den somatotrophen Zellen der Hirnanhangsdrüse, Serumalbumin (Cystein 34), Dipeptidylpeptidase IV und renale FiltrationGHRH-Rezeptor auf den somatotropen Zellen der Hirnanhangsdrüse, GHS-R1a (Ghrelin-Rezeptor), Wachstumshormonfreisetzung am Hypophysenvorderlappen, endogenes hypothalamisches GHRHGhrelin-Rezeptor GHS-R1a (Growth Hormone Secretagogue Receptor 1a), Hormonachse der Hirnanhangsdrüse (ACTH, Kortisol)GHRH-Rezeptor der Hypophyse, Wachstumshormon-Ausschüttung der Hypophyse, IGF-1, insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1
HalbwertszeitTesamorelin: 8 Minuten mittlere Eliminationshalbwertszeit nach einer subkutanen Einzeldosis von 1,4 mg bei gesunden Personen. Ipamorelin: 2 Stunden. Für die Kombination ist nichts gemessen.Für die Variante ohne DAC beim Menschen nicht berichtet. Für die DAC-Version sind 5,8 bis 8,1 Tage gemessen. Als Referenz für das ungeschützte Grundgerüst nennt eine Übersichtsarbeit 10 bis 20 Minuten.Für die Kombination nicht gemessen. Ipamorelin: terminale Halbwertszeit 2 Stunden am Menschen. CJC-1295 ohne DAC: beim Menschen nicht berichtet.Etwa 2 Stunden nach intravenöser Gabe bei gesunden Männern, aus einer Dosissteigerungsstudie mit fünf Infusionsraten. Nach subkutaner Gabe wurde beim Menschen nie gemessen.Zwei Zahlen stehen nebeneinander. Eine Übersichtsarbeit zu GHRH-Analoga nennt etwa 10 bis 20 Minuten beim Menschen, eine Übersichtsarbeit von 2026 eine Verschwindens-Halbzeit von etwa 4,3 ± 1,4 Minuten. Die zweite Angabe beschreibt, wie schnell die Konzentration nach einer Gabe abfällt, und beruht auf anderer Methodik. Beide Werte stammen aus Übersichten, nicht aus einer primären Messung, und dürfen nicht gemittelt werden.
Untersuchte Wegesubkutan, intravenössubkutansubkutan, intravenösintravenössubkutan, intravenös
ZulassungDeutschland: Beide Stoffe stehen in der Anlage zu § 2 Abs. 3 AntiDopG. Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind strafbar. Tesamorelin und Ipamorelin sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. · Europäische Union: Kein Tesamorelin-Produkt zugelassen. Ferrer Internacional zog den Zulassungsantrag für Egrifta am 21.06.2012 zurück, nachdem der CHMP vorläufig zu dem Ergebnis gekommen war, dass der Nutzen die Risiken nicht überwiegt.Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. CJC-1295 und mod-GRF stehen ausdrücklich in der Anlage zum AntiDopG. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU.Deutschland: Beide Stoffe stehen in der Anlage zu § 2 Abs. 3 AntiDopG. Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind strafbar. Das Gemisch ist kein zugelassenes Arzneimittel. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU, weder als Einzelstoff noch als Kombination.Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Ipamorelin steht in der Anlage zum AntiDopG. Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind verboten. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU.Deutschland: Kein zugelassenes Arzneimittel. Die Anlage zu § 2 Absatz 3 AntiDopG führt Sermorelin namentlich als Wachstumshormon Releasingfaktor. · Europäische Union: Kein zugelassenes Arzneimittel in der EU.
EvidenzD — Zellkultur und EinzelfälleD — Zellkultur und EinzelfälleD — Zellkultur und EinzelfälleC — überwiegend TiermodelleC — überwiegend Tiermodelle
Humanstudien3 dokumentiert3 dokumentiert3 dokumentiert3 dokumentiert4 dokumentiert
DeutschlandBeide Stoffe stehen in der Anlage zu § 2 Abs. 3 AntiDopG. Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind strafbar. Tesamorelin und Ipamorelin sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen.Kein zugelassenes Arzneimittel. CJC-1295 und mod-GRF stehen ausdrücklich in der Anlage zum AntiDopG.Beide Stoffe stehen in der Anlage zu § 2 Abs. 3 AntiDopG. Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind strafbar. Das Gemisch ist kein zugelassenes Arzneimittel.Kein zugelassenes Arzneimittel. Ipamorelin steht in der Anlage zum AntiDopG. Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind verboten.Kein zugelassenes Arzneimittel. Die Anlage zu § 2 Absatz 3 AntiDopG führt Sermorelin namentlich als Wachstumshormon Releasingfaktor.
Ausführlicher Vergleich mit Diagrammen
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Kernaussagen

  • Die Kombination aus Tesamorelin und Ipamorelin ist in der Community verbreitet, aber in keiner kontrollierten Studie am Menschen geprüft.
  • Die Registerabfrage am 14.09.2026 ergab null Treffer für beide Stoffe gemeinsam.
  • Für Tesamorelin allein belegen zwei randomisierte Phase-3-Studien eine Abnahme des viszeralen Fettgewebes; diese Daten gelten für die Monotherapie bei HIV-assoziierter Lipodystrophie.
  • Das zugelassene Arzneimittel hebt IGF-1 um 81 Prozent an, verlangt Kontrollen und verschlechtert die Glukosetoleranz. Eine zweite GH-wirksame Substanz ist in dieser Überwachung nicht vorgesehen.
  • In der Europäischen Union gibt es kein Tesamorelin-Produkt: Der Antrag wurde 2012 wegen Sicherheitsbedenken zurückgezogen.
  • Beide Stoffe stehen in der Anlage zu § 2 Abs. 3 AntiDopG und in Kategorie S2 der WADA-Liste.
16

Quellen

Alle Belege dieses Beitrags, mit Einordnung, was sie zeigen und wo ihre Grenzen liegen.

  1. [1] The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration

    Dominikowski A, et al.. Frontiers in Endocrinology , 2026 · doi:10.3389/fendo.2026.1822475 · PMID 42395176

    Übersichtsarbeit

    Peer-reviewte Übersicht zur GH-IGF1-Achse. Beschreibt, dass diese Peptide überwiegend auf Grundlage von Forenberichten selbst angewendet werden, und ordnet die Einzelstoffe nach Evidenzstufen ein. Die Tabellenwerte sind nach Angabe der Autoren beschreibend, nicht empfehlend.

  2. U.S. National Library of Medicine , 2026

    Datenbank

    Die Abfrage ergab am 14.09.2026 null Registereinträge. Auch die Suche „CJC-1295 AND tesamorelin“ ergab null Treffer, während Tesamorelin allein 24 Einträge und Ipamorelin allein 3 Einträge liefert.

  3. [3] Metabolic effects of a growth hormone-releasing factor in patients with HIV

    Falutz J, Allas S, Blot K, et al.. The New England Journal of Medicine , 2007 · doi:10.1056/NEJMoa072375 · PMID 18057338

    Randomisierte Studie

    Randomisierte, placebokontrollierte Phase-3-Studie an 412 HIV-infizierten Patienten, 26 Wochen, 2 mg Tesamorelin täglich subkutan. Viszerales Fett minus 15,2 Prozent gegen plus 5,0 Prozent unter Placebo, IGF-1 plus 81,0 Prozent gegen minus 5,0 Prozent, mehr Abbrüche wegen unerwünschter Ereignisse in der Verumgruppe. Geprüft wurde die Monotherapie.

  4. [4] Effects of tesamorelin (TH9507), a growth hormone-releasing factor analog, in human immunodeficiency virus-infected patients with excess abdominal fat: a pooled analysis of two multicenter, double-blind placebo-controlled phase 3 trials with safety extension data

    Falutz J, Potvin D, Mamputu JC, et al.. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism , 2010 · doi:10.1210/jc.2010-0490 · PMID 20554713

    Randomisierte Studie

    Gepoolte Auswertung zweier Phase-3-Studien mit 806 Patienten, 26 Wochen plus Sicherheitsverlängerung. Viszerales Fett minus 24 gegen plus 2 cm², Behandlungseffekt minus 15,4 Prozent, Unterhautfettgewebe unverändert, IGF-1 plus 108 gegen minus 7 ng/ml. Grundlage der Zulassung, ebenfalls Monotherapie.

  5. U.S. Food and Drug Administration, DailyMed , 2026

    Behörde / Norm

    Belegt Dosis (1,4 mg einmal täglich subkutan in der SV-Formulierung), Warnhinweise zu Neoplasien, IGF-1-Anstieg, Wassereinlagerung und Glukoseintoleranz, die Nebenwirkungsraten der zusammengefassten 26-Wochen-Phase sowie die Pharmakokinetik: Bioverfügbarkeit unter 4 Prozent, Spitzenkonzentration nach 0,15 Stunden, Halbwertszeit 8 Minuten. Gilt für Tesamorelin allein.

  6. U.S. Food and Drug Administration, Drugs@FDA , 2026

    Behörde / Norm

    Belegt Zulassungsdatum, Hersteller (Theratechnologies) und die zugelassene Indikation: Reduktion von überschüssigem Bauchfett bei HIV-infizierten Erwachsenen mit Lipodystrophie.

  7. European Medicines Agency, Committee for Medicinal Products for Human Use. EMA/CHMP/475021/2012, EMEA/H/C/002427 , 2012

    Behörde / Norm

    Belegt den Rückzug des Zulassungsantrags am 21.06.2012 und die vorläufige Auffassung des CHMP, dass der Nutzen die Risiken nicht überwiegt, mit dem IGF-1-Anstieg als wesentlichem Sicherheitsbedenken. In der EU ist kein Tesamorelin-Produkt zugelassen.

  8. [8] Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue

    Raun K, Hansen BS, Johansen NL, et al.. European Journal of Endocrinology , 1998 · doi:10.1530/eje.0.1390552 · PMID 9849822

    Präklinisch (Tier)

    Originalarbeit zu Ipamorelin. EC50 1,3 ± 0,4 nmol/l und Emax 85 ± 5 Prozent an primären Rattenhypophysenzellen, ED50 80 ± 42 nmol/kg bei narkotisierten Ratten und 2,3 ± 0,03 nmol/kg beim Schwein. Die Selektivität gegenüber ACTH und Kortisol wurde am Schwein gemessen, nicht am Menschen.

  9. [9] Pharmacokinetic-pharmacodynamic modeling of ipamorelin, a growth hormone releasing peptide, in human volunteers

    Gobburu JV, Agersø H, Jusko WJ, Ynddal L. Pharmaceutical Research , 1999 · doi:10.1023/a:1018955126402 · PMID 10496658

    Sonstiges

    Dosissteigerungsstudie mit fünf Infusionsraten von 4,21 bis 140,45 nmol/kg über 15 Minuten an je acht gesunden Männern. Terminale Halbwertszeit 2 Stunden, Clearance 0,078 l/h/kg, Wachstumshormonspitze nach 0,67 Stunden.

  10. [10] Prospective, randomized, controlled, proof-of-concept study of the ghrelin mimetic ipamorelin for the management of postoperative ileus in bowel resection patients

    Beck DE, Sweeney WB, McCarter MD. International Journal of Colorectal Disease , 2014 · doi:10.1007/s00384-014-2030-8 · PMID 25331030

    Randomisierte Studie

    Randomisierte, doppelblinde Phase-2-Studie an 117 Patienten, intravenös 0,03 mg/kg zweimal täglich. Kein Wirksamkeitsunterschied: median 25,3 gegen 32,6 Stunden bis zur vertragenen Mahlzeit, p = 0,15. Kein Endpunkt zur Körperzusammensetzung.

  11. [11] Determinants of GH-releasing hormone and GH-releasing peptide synergy in men

    Veldhuis JD, Bowers CY. American Journal of Physiology, Endocrinology and Metabolism , 2009 · doi:10.1152/ajpendo.91001.2008 · PMID 19240251

    Sonstiges

    47 Männer von 18 bis 74 Jahren, gleichzeitige Infusion von GHRH und GHRP-2 unter Gonadenblockade. Die Synergie korrelierte negativ mit Alter und viszeralem Fett und positiv mit IGF-1. Untersucht wurde die akute Freisetzung mit GHRP-2, nicht mit Ipamorelin und nicht mit Tesamorelin.

  12. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2023

    Behörde / Norm

    Führt unter II. Nummer 2.4 CJC-1295, Sermorelin, Tesamorelin und mod-GRF bei den Wachstumshormon-Releasingfaktoren sowie Ipamorelin bei den Wachstumshormon-Sekretagogen und Mimetika auf. Fundstelle BGBl. 2023 I Nr. 67.

  13. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026

    Behörde / Norm

    Definiert den Arzneimittelbegriff. Die Zweckbestimmung ist ausdrücklich Teil der Definition.

  14. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de , 2026

    Behörde / Norm

    Zulassungspflicht für Arzneimittel, die im Geltungsbereich des Gesetzes in den Verkehr gebracht werden.

  15. EUR-Lex , 2001

    Behörde / Norm

    Art. 1 Nr. 2 definiert das Arzneimittel, Art. 6 macht das Inverkehrbringen von der Zulassung abhängig.

  16. World Anti-Doping Agency , 2026

    Behörde / Norm

    Die Liste ist seit 01.01.2026 in Kraft. Kategorie S2 erfasst Peptidhormone, Wachstumsfaktoren und Mimetika, ist jederzeit verboten und enthält in Nummer S2.2.4 CJC-1295, Sermorelin und Tesamorelin sowie die Wachstumshormon-Sekretagoga und Mimetika, zu denen Ipamorelin gehört. Das amtliche PDF blockiert automatisierte Abrufe; die Einordnung folgt der veröffentlichten Liste.

  17. U.S. Food and Drug Administration , 2026

    Behörde / Norm

    Listet Ipamorelinacetat seit 29.09.2023 in Kategorie 2 mit Immunogenitätssorge, Hinweis auf unnatürliche Aminosäuren und einer Studie mit schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen einschließlich eines Todesfalls bei intravenöser Gabe zur Magen-Darm-Beweglichkeit. Tesamorelin ist dort nicht aufgeführt, weil es als Arzneimittel zugelassen ist.

Der Redaktionsstand dieses Beitrags ist der 14. September 2026. Quellen werden regelmäßig gegen die Register geprüft (PubMed, Crossref).

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