Wissensportal · unabhängig vom Shop
Peptideverstehen, bevor man über sie redet
Zu jedem Stoff im Sortiment ein eigener Beitrag: was er chemisch ist, was in Studien gemessen wurde, wie belastbar diese Daten sind und was bis heute offen ist. Mit Quellenangabe zu jeder Wirkaussage, Evidenzstufen von A bis E und einem eigenen Bereich für Handhabung, Beschaffung und Rechtslage.
Unabhängige Wissenssammlung. Keine Empfehlung, keine Anleitung, kein Verkauf von Anwendungen am Menschen. Wissenssammlung zu Forschungspeptiden. Kein Shop, kein Verkauf von Anwendungen, keine Dosierungsempfehlung.
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Substanz-Beiträge
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Forschungsziele
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Themenfelder
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Quellenangaben
Der Weg durch dieses Portal
Vier Schritte, in dieser Reihenfolge gedacht. Wer bei Schritt 4 anfängt, überspringt die Teile, die erklären, warum die meisten Angaben im Umlauf nicht belastbar sind.
1. Frage klären
Die Reise beginnt nicht beim Stoff, sondern bei der Frage: Was will ein Forschungsgebiet eigentlich zeigen, und woran scheitert es?
Zu den Forschungszielen2. Stoff verstehen
Pro Substanz ein Beitrag: Chemie, Wirkmechanismus, Studienlage, Studienprotokolle, Wissenslücken, Quellen.
Alle Beiträge A bis Z3. Vergleichen
Was unterscheidet zwei Stoffe derselben Klasse? Vergleichstabellen und Diagramme zu Halbwertszeit, Evidenz und Zielstruktur.
Zu den Vergleichen4. Risiko und Recht
Sourcing prüfen, COA lesen, anmischen, lagern, Rechtslage in Deutschland und anderswo. Hier endet die Theorie.
Zum Safer-Use-BereichThemenfelder
Beiträge zum Einstieg
Alle 35 BeiträgeHeilung & Regeneration
BPC-157
Synthetisches Pentadecapeptid aus einer Magensaft-Proteinsequenz
BPC-157 ist ein 15 Aminosäuren langes Peptid, dessen Sequenz aus einem im Magensaft vorkommenden Proteinabschnitt abgeleitet wurde. In Tiermodellen wurde eine ungewöhnlich breite Wirkung auf Gewebereparatur, Gefäßneubildung und Darmentzündung beschrieben. Am Menschen gibt es genau eine abgeschlossene kontrollierte Studie, und die fiel negativ aus. Eine Humanpharmakokinetik existiert bis heute nicht, und ein molekularer Zielrezeptor ist nicht identifiziert.
Haut & Ästhetik
GHK-Cu
Kupferkomplex eines körpereigenen Tripeptids, Grundlage der Kupferpeptid-Kosmetik
GHK ist ein Tripeptid aus Glycin, Histidin und Lysin, das im Blut vorkommt und Kupfer bindet. Als GHK-Cu ist es der bekannteste Wirkstoff der Kupferpeptid-Kosmetik. Die Grundlagenliteratur stammt überwiegend von einem Forscher, der das Peptid auch kommerziell verwertet. Zellkultur und Nagermodelle zeigen Kollagen- und Entzündungseffekte, kontrollierte Studien am Menschen fehlen. Messungen zur Aufnahme sind ernüchternd: Durch intakte menschliche Haut permeierte in einer Ex-vivo-Arbeit praktisch nichts.
Haut & Ästhetik
Melanotan II
Nicht zugelassenes Melanokortin-Analogon, das über den Schwarzmarkt vertrieben wird
Melanotan II ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Melanokortin-Hormons α-MSH. Es bräunt die Haut, greift aber gleichzeitig in Appetit, Blutdruck, Herzfrequenz und Sexualfunktion ein. Es ist weltweit in keinem Land zugelassen, in Deutschland warnt das BfArM seit 2010, in Australien ist es verschreibungspflichtig, ohne als Bräunungsmittel zugelassen zu sein. Fallberichte dokumentieren Priapismus, Übelkeit, Kreislaufreaktionen, veränderte Leberflecken und Melanome.
Longevity & Zellschutz
NAD+
Körpereigenes Dinukleotid für Redoxreaktionen und Sirtuine, chemisch kein Peptid
NAD+ ist ein körpereigenes Coenzym aus zwei Nukleotiden. Ohne NAD+ läuft keine Redoxreaktion der Atmungskette, und Sirtuine sowie PARP-Enzyme verbrauchen es als Substrat. In menschlicher Haut sinkt der Gehalt mit dem Alter; für Muskel und Blut sind die Daten widersprüchlich. Zu oralen Vorstufen gibt es viele randomisierte Studien, die fast alle den NAD+-Spiegel messen statt einen klinischen Endpunkt. Zu intravenösem NAD+ existiert genau eine randomisierte Studie, und deren klinische Endpunkte blieben unverändert.
Gewicht & Metabolismus
Semaglutide
GLP-1-Rezeptor-Agonist mit Zulassung für Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Risiko
Semaglutid ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Darmhormons GLP-1 und der am besten untersuchte Wirkstoff dieser Klasse. Es ist als Arzneimittel in der EU und in den USA zugelassen, unter anderem zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und von Adipositas. In der Zulassungsstudie STEP 1 sank das Körpergewicht nach 68 Wochen um 14,9 Prozent gegenüber 2,4 Prozent unter Placebo. In der SELECT-Studie mit 17 604 Teilnehmenden verringerte sich zusätzlich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulären Tod.
Gewicht & Metabolismus
Tirzepatide
Dualer GIP- und GLP-1-Rezeptor-Agonist, zugelassen für Diabetes, Adipositas und Schlafapnoe
Tirzepatide ist ein synthetisches Peptid aus 39 Aminosäuren, das gleichzeitig an zwei Darmhormon-Rezeptoren wirkt: GIP und GLP-1. Es ist in der EU und in den USA zugelassen, für Typ-2-Diabetes und für Gewichtsmanagement. In der Zulassungsstudie SURMOUNT-1 sank das Körpergewicht nach 72 Wochen um bis zu 20,9 Prozent gegenüber 3,1 Prozent unter Placebo. In SURPASS-CVOT wurde bei Typ-2-Diabetes gezeigt, dass die Rate kardiovaskulärer Ereignisse nicht höher liegt als unter Dulaglutid.
Nach Forschungsziel
Wer nicht nach Stoff sucht, sondern nach einer Frage, findet hier die Zuordnung. Jedes Ziel hat eine eigene Seite mit Stand der Forschung, typischen Endpunkten und den Stoffen, die dort untersucht werden.