Forschungsziel
Haut & Kollagen
Verändert eine Substanz Kollagensynthese, Hautdicke oder Wundheilung der Haut?
Haut ist das einzige Organ, an dem sich Kollagenwirkung halbwegs zerstörungsfrei messen lässt. Deshalb ist es das Feld mit den meisten Studien und den meisten Übertreibungen: Eine glattere Oberfläche ist kein Beweis für mehr Kollagen.
Was in Studien gemessen wird
- Hautdicke und Dichte
- Sonografie oder Histologie nach Biopsie. Die Biopsie bleibt der Standard, weil sie Kollagenfasern direkt zeigt.
- Kollagen- und Elastinmarker
- Prokollagen-I-Peptid im Serum, Histologie mit Färbungen. Serummarker schwanken und sagen wenig über die Haut vor Ort.
- Wundfläche über Zeit
- Planimetrie bei Wundheilungsstudien: Wie schnell schließt sich die Fläche.
- Feuchtigkeit und Elastizität
- Kosmetische Messgrößen (Corneometrie, Cutometer). Praktikabel, aber stark von Raumklima und Messpunkt abhängig.
Wo Ergebnisse kippen
Typische Gründe, warum eine Studie in diesem Feld weniger aussagt, als sie zu sagen scheint.
- Kosmetische Messgrößen sind nicht validiert für therapeutische Aussagen.
- Bei topischer Anwendung entscheidet die Aufnahme durch die Hornschicht, nicht die Konzentration im Tiegel. Viele Kupferpeptid-Studien nutzen Verstärker wie Elektroporation, was sich nicht verallgemeinern lässt.
- Vergleiche zwischen Studien scheitern an unterschiedlichen Vehikeln, Konzentrationen und Messzeitpunkten.
Offene Fragen
- ?Für die meisten Peptide fehlen unabhängige Replikationen der Hautbefunde.
- ?Es ist unklar, wie viel Peptid nach topischer Anwendung tatsächlich in die Dermis gelangt.
- ?Langzeitdaten über Jahre fehlen vollständig.
Was ohne Arzneimittel prüfbar ist
- In Zellkultur: Kollagen-I-Konzentration im Überstand von Fibroblasten mit und ohne Behandlung.
- Reproduzierbare Messung nur mit fester Messstelle, konstantem Raumklima und Kontrolle des Vehikels.
Beiträge in diesem Feld (4)
Haut & Ästhetik
AHK-Cu
Kupferkomplex eines Tripeptids mit Alanin statt Glycin, ein Vielfaches dünner belegt als GHK-Cu
Haut & Ästhetik
GHK-Cu
Kupferkomplex eines körpereigenen Tripeptids, Grundlage der Kupferpeptid-Kosmetik
Haut & Ästhetik
GLOW Blend
Mischung aus GHK-Cu, BPC-157 und TB-500 in einem Gefäß, ohne Studien zur Kombination
Haut & Ästhetik
KLOW Blend
Mischung aus vier Peptiden in einem Gefäß, für die keine Kombinationsstudie existiert
Quellen zur Feldbeschreibung
- GHK-Cu und Kollagensynthese: Übersicht der Originalarbeiten
PubMed, 2018
Die Grundlagenliteratur zu Kupferpeptiden stammt überwiegend von einem Forscher, der das Peptid auch kommerziell verwertet hat.